Während
Mathieu van der Poel in den Frühjahrsklassikern die Schlagzeilen dominiert, ist das bei der
Tour de France nicht immer der Fall. Nach einem 2025 mit vielen Chancen für Klassikerfahrer richtet sich die Streckenführung in diesem Jahr wieder fast ausschließlich an Kletterer und reine Sprinter. Mittendrin muss sich der Niederländer in Geduld üben.
Eine Strecke ohne explosive Etappen für van der Poel
„Ich habe nicht das Niveau erreicht, das ich anpeilte. Daran kann ich nichts ändern. Die Vorbereitung war gut, manchmal braucht man einfach etwas Geduld“, sagte van der Poel vor dem Start der 7. Etappe gegenüber
Wielerflits.
Der wellige Grand Départ in Barcelona ließ ihn auf das Mannschaftszeitfahren hoffen, doch das Kollektiv reichte nicht, um die großen Teams zu fordern. Die Etappen 2 und 3 waren für ihn zu schnell und zu hart, seine Ambitionen auf einen Etappensieg musste er früh begraben.
Am Folgetag bot sich zwar eine Chance, doch er verpasste die Tagesgruppe. „Natürlich war die Etappe, die Mads Pedersen gewonnen hat, eine echte Gelegenheit. Aber da hatten mir einfach die Beine gefehlt. Sonst, denke ich, seht ihr selbst, dass es für mich nur wenige andere Möglichkeiten gibt.“
Die Etappen 5 und 7 gehörten den reinen Sprintern, während der sechste Renntag über einige der ikonischsten Pyrenäenpässe zum Überleben wurde.
Mathieu van der Poel spielte bei dieser Tour de France bislang kaum eine Rolle
Gewinnt Mathieu van der Poel bei dieser Tour de France?
„Hoffentlich kann ich beim nächsten sich bietenden Moment mit einem besseren Gefühl an den Start gehen und es probieren“, führte er fort.
„Woran habe ich derzeit Freude? Nicht an allzu viel, haha. Hoffentlich finde ich bald ein besseres Gefühl und kann aktiver Rennen fahren. Am Donnerstag war es schon ein wenig besser. Ich versuche einfach, so ruhig wie möglich zu bleiben.“
Am Freitag half der Niederländer im Anfahrerzug für Jasper Philipsen, doch dieser konnte in Bordeaux nicht vollenden und wurde im Ziel Fünfter. Gelingt Etappe 8, könnte sich die Perspektive für beide drehen.
In Ussel dürfte van der Poel seine beste Siegchance dieser Rundfahrt haben: ein hügeliger Tag mit kurzen Anstiegen, ideal für Puncheure. Falls nicht dort, bleibt womöglich nur Paris, damit der „König von Roubaix“ im Juli die Arme in die Höhe reißen kann.