Nach seinem herausragenden Durchbruch im vergangenen Jahr, als er die Tour de France als Gesamtzehnter beendete, steht
Jordan Jegat im Zentrum intensiver Wechselspekulationen. Da sein aktuelles Team TotalEnergies noch immer nach einem gesicherten Hauptsponsor für die Saison 2027 sucht, haben WorldTour-Mannschaften wie Decathlon CMA CGM und Lidl-Trek gezielt den talentierten französischen Kletterer umworben. Diese externe Aufmerksamkeit hat eine harte Reaktion von TotalEnergies-Manager Jean-René Bernaudeau ausgelöst, der eine strikte interne Linie verordnet: Jeder Fahrer, der sich vor Juli einem anderen Team verpflichtet, wird aus der Tour-de-France-Auswahl gestrichen.
Die mentale Last der Wechselspekulationen
Die laufende Suche nach künftiger Finanzierung hat die Aufstellung von TotalEnergies für Topteams angreifbar gemacht und ein schwieriges Umfeld für die Fahrer geschaffen. Bei Jegat begann der äußere Druck zu wachsen, noch bevor er in dieser Saison eine Startnummer anstecken konnte.
„Es ist mental ziemlich belastend“, sagte Jegat gegenüber
Ouest-France. „Am Jahresbeginn war ich noch kein einziges Rennen gefahren, da hieß es schon, Decathlon habe angeklopft und auch andere Teams würden über mich sprechen.“
Trotz des Interesses anderer Mannschaften betonte der Kletterer, sich vom Medientreiben fernhalten zu wollen und seine Loyalität zur aktuellen Struktur. „Es ist schade, dass solche Gerüchte kursieren“, ergänzte er. „Ich möchte mich einfach aufs Radfahren konzentrieren, hoffen, dass das Team weitermacht und ein neuer Sponsor kommt.“
Derweil hat Total-Energies-Manager Jean-René Bernaudeau klargemacht, dass er sich vom Druck des Transferfensters zur Saisonmitte nicht leiten lässt. Er sprach gegenüber dem Fahrer und dessen Umfeld eine unmissverständliche Warnung aus und knüpfte die Tour-de-France-Nominierung strikt an kurzfristige Loyalität.
„Wenn Jordan uns, Stéphane Heulot [Teammanager von TotalEnergies] und mir vertraut, fährt er die Tour de France; wenn er diese Regel nicht respektiert, fährt er nicht“, stellte Bernaudeau unmissverständlich klar. „Jordan ist am 01.08. nicht weniger wert als jetzt. Der Druck von Agenten interessiert mich nicht“, führte der Manager fort.
Trotz dieser klaren Disziplinarlinie bleibt Bernaudeau sehr optimistisch für die Zukunft des Teams und betont, dass die Gespräche mit potenziellen Sponsoren vorankommen. „Ich habe ernsthafte Kontakte, und wir erhalten positive Rückmeldungen von interessierten Partnern“, erklärte er.
Jegat war eine der Entdeckungen der letztjährigen Tour de France und wurde Zehnter
Rückkehr nach Verletzung und Formtest auf der Straße
Der Führungsstreit fällt in eine Phase, in der Jegat seine Form nach einer komplizierten Offseason erfolgreich wieder aufbaut. Ein hartnäckiges Knieproblem begrenzte im Winter sein Trainingsvolumen stark, doch die erzwungene Pause brachte überraschend einen physischen Vorteil, als er den Rennbetrieb wieder aufnahm.
„Der Winter war komplett ruiniert“, berichtete Jegat. „Die Entzündung im Knie hat mich daran gehindert, eine solide Basis zu legen. Als ich Anfang des Frühlings wieder richtig trainieren konnte, fühlte ich mich deutlich frischer als in anderen Jahren. Ich glaube, das hat mir den Sieg beim
Classic Grand Besançon Doubs ermöglicht und für einen sehr guten Saisonstart gesorgt.“