Für
Thibau Nys entwickelt sich die Saison 2026 immer mehr zu einem Jahr zum Vergessen. Nach einer Operation im Frühjahr hat der 23-jährige Profi von
Lidl-Trek bislang lediglich sieben Renntage absolviert. Kaum hatte sich der Belgier zurückgekämpft, setzte ihn eine Infektion erneut außer Gefecht.
Im März musste sich Nys wegen eines präpatellaren Reibungssyndroms – auch als „Radfahrerknie“ bekannt – einer Operation unterziehen. Es folgte eine lange Rehabilitation, ehe er im Juni ins Renngeschehen zurückkehrte. Anschließend bestritt er die Ronde van Zwitserland, den GP Gippingen und die Belgischen Meisterschaften.
Toxoplasmose wirft Nys erneut zurück
Mit Blick auf die Clasica San Sebastian und die
Vuelta a Espana folgte jedoch der nächste Rückschlag. Nys erkrankte an Toxoplasmose, einer Infektion, die unter anderem durch den Verzehr von rohem Fleisch oder ungewaschenem Gemüse übertragen werden kann und leichtes Fieber sowie Müdigkeit verursachen kann.
Nach einer Antibiotika-Behandlung und einer anschließenden Ruhephase befindet sich Nys mittlerweile auf dem Weg der Besserung. Sein großes Ziel, bei der Spanien-Rundfahrt an den Start zu gehen, hat er weiterhin nicht aufgegeben. Der Belgier trainiert inzwischen wieder mit vollem Umfang und seine Formkurve zeigt nach oben.
„Thibau geht es jetzt besser, aber es war hart. Auch mental“, sagte sein Vater Sven Nys gegenüber
Sporza.
Mittlerweile kann der 23-Jährige wieder große Trainingsumfänge bewältigen. „Er trainiert wieder mehr als 24 Stunden pro Woche und seine Werte sind gut. Ich würde sagen, es gibt eine 90-prozentige Chance, dass Thibau die Vuelta fährt.“
Eine Teilnahme um jeden Preis kommt für Nys allerdings nicht infrage. Ohne die notwendige Vorbereitung und körperliche Verfassung will der Lidl-Trek-Profi nicht zu einer dreiwöchigen Grand Tour reisen. Nach Angaben seines Vaters soll noch vor dem Wochenende die endgültige Entscheidung über einen Start fallen.
Entscheidung über Vuelta-Start steht unmittelbar bevor
Bis zum Auftakt der Vuelta a Espana am 22. August in Monaco bleibt Nys nicht mehr viel Zeit. Angesichts des brutalen Parcours der Ausgabe 2026 muss der vielseitige Belgier in bestmöglicher Verfassung anreisen, wenn er seine zweite Grand Tour bestreiten will.
„Die Vuelta sind drei Wochen auf hohem Niveau. Wenn du dafür nicht zu 100 Prozent bereit bist, hast du dort nichts verloren“, erklärte Sven Nys. „Wir treffen die Entscheidung am Freitag oder Samstag.“
Sollte die Vuelta noch zu früh kommen, könnten stattdessen die Renewi Tour oder die Deutschland Tour als nächste Rennen infrage kommen. Beide Rundfahrten bieten Nys die Möglichkeit, nach seiner langen Zwangspause wieder Rennkilometer zu sammeln.
Der Wunsch, endlich wieder regelmäßig eine Startnummer zu tragen, ist jedenfalls groß. „Vielleicht die Renewi Tour oder die Deutschland Tour. Thibaus Hunger auf Rennen ist groß“, fügte Sven Nys hinzu.