Juan Ayuso wurde zwar Zweiter auf der
3. Etappe der Volta ao Algarve, doch der Spanier verließ Vilamoura mit etwas Wichtigerem als einem Etappensieg: einem festeren Griff auf das Gelbe Trikot.
Nur
Filippo Ganna war im 19,5-Kilometer-Einzelzeitfahren schneller. Ayuso bestätigte seine Form und vergrößerte zugleich seinen Vorsprung auf die engsten Rivalen im Gesamtklassement.
Ganna stoppte die Uhr bei 21:53,663 Minuten, Ayuso war in 21:59,349 nur 5,686 Sekunden langsamer. Entscheidender: Er lag auf der Etappe 7 Sekunden vor Paul Seixas und machte aus dem nächtlichen Gleichstand eine greifbare Gesamtführung.
„Ich bin zufrieden“,
sagte Ayuso anschließend im Gespräch mit Cycling Pro Net. „Es war mein erstes Zeitfahren mit dem Team, und ich war konkurrenzfähig. Natürlich ist es der zweite zweite Platz in Folge, das ist nicht ideal. Aber mit Blick aufs Gesamtklassement war es ein guter Tag für uns. Darauf müssen wir aufbauen.“
Von den Besten geschlagen, aber im Gesamtklassement souverän
Ayuso war an der Zwischenzeit der Schnellste und kam Gannas Bestmarke auf einem flachen Kurs, der reinen Spezialisten liegt, am nächsten. Für den 23-Jährigen spielte der Sieger eine Rolle.
„Wenn dich jemand schlagen soll, dann am liebsten Filippo“, sagte er. „Er ist einer der besten Zeitfahrspezialisten der Welt. Wenn ich also gegen jemanden verliere, dann bin ich froh, dass er es ist.“
Die Leistung wog unter den Umständen umso schwerer. Es war Ayusos erstes Zeitfahren im Wettkampf mit Lidl Trek, und der Materialwechsel war vor der Etappe ein Thema.
„Ich bin wirklich glücklich“, erklärte er. „Es war mein erstes Zeitfahren mit dem Team, und man weiß nie genau, wie es sich im Rennen anfühlt. Ich habe nicht gezweifelt, aber Gewissheit hat man erst im Wettkampf. Das gesamte Material des Teams war richtig gut, ich fühlte mich super auf dem Rad, und das hat sich auf der Strecke gezeigt.“
Während Ganna den Etappensieg feierte, fiel der größere Schaden anderswo an. Seixas begrenzte seine Verluste als Vierter, gab aber sieben Sekunden auf Ayuso ab. João Almeida erwischte einen schwereren Nachmittag, verlor deutlich Zeit und liegt nun 44 Sekunden zurück.
Nach drei Etappen bleiben die Abstände an der Spitze eng. „Ich habe das Gesamtklassement kurz überflogen“, sagte Ayuso. „Paul liegt immer noch nur fünf oder sechs Sekunden hinter mir, und so stark, wie er gestern war, und mit einer harten Schlussetappe, bleibt es knapp. Das wird ein echter Kampf.“
Dieser letzte Punkt könnte entscheidend sein. Mit einer anspruchsvollen Abschlussetappe in Aussicht bleibt die
Volta ao Algarve offen. Ayuso hat aus geteilter Führung einen messbaren Vorteil gemacht, doch entschieden ist noch nichts.