Vorschau, Favoriten, Strecke und Prognose Lombardei-Rundfahrt 2025: Kann Tadej Pogacar gestoppt werden?
Radsport
Am 11. Oktober nimmt das Peloton das letzte Monument der Saison in Angriff: Die Lombardei-Rundfahrt. Der italienische Klassiker ist das Monument der Bergfahrer, das Finale der Saison und eines der letzten großen Rennen des Jahres. Das Rennen beginnt um 10:55 Uhr MEZ und endet um 16:45 Uhr MEZ.
Das Rennen ist seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 1905 ein Eckpfeiler des Radsports. Es erhielt schnell den Titel Giro di Lombardia und wurde liebevoll als Classica delle foglie morte - der "Klassiker des fallenden Laubes" - bezeichnet. Im Laufe der Jahrzehnte hat das Rennen ein reiches Erbe aufgebaut. Die legendären italienischen Rennfahrer Fausto Coppi und Alfredo Binda haben hier ihre Spuren hinterlassen, wobei Coppi mit fünf Siegen den Rekord hält. Auch Eddy Merckx, Sean Kelly und in jüngerer Zeit Vincenzo Nibali haben das anspruchsvolle Terrain der Lombardei bezwungen.
Die Ausgabe 2024 der Lombardei war eine Demonstration der Dominanz von Tadej Pogacar, der in atemberaubender Weise seinen vierten Sieg in Folge errang. Remco Evenepoel und Giulio Ciccone komplettierten das Podium.
Streckenprofil und Route: Como - Bergamo

Como - Bergamo, 241,5 Kilometer
Das Rennen hat eine Länge von 241 Kilometern, ein sehr schwieriger Tag auf dem Rad, an dem es auf Ausdauer ankommt. Die Distanz entspricht der anderer Monumente, nur dass es bei diesem Rennen viele hohe Berge gibt, für die die Fahrer länger brauchen werden. Dieses Jahr startet das Rennen in Como und endet in Bergamo, mit dem traditionellen Finale in der italienischen Stadt nach dem wunderschönen Anstieg von Bergamo Alta.
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Das Rennen beginnt auf hügeligen Straßen außerhalb von Como und wird mit den Anstiegen Madonna del Ghisallo (die leichte Seite) und Passo de Roncola früh beginnen, was die Stimmung für das Rennen prägen wird. Der Anstieg nach Berbenno wird die Müdigkeit noch verstärken, aber diese erste Hälfte des Rennens wird die Fahrer nur ermüden und wird wahrscheinlich keine ernsthaften Auswirkungen auf den Ausgang des Rennens haben.

Das beginnt am Anstieg zum Passo della Crossetta, wo das Rennen explodieren kann. Der Anstieg ist 11 Kilometer lang und hat eine Steigung von 6 % und endet 76 Kilometer vor dem Ziel. Ein harter Anstieg, nicht brutal, aber genug, um den Unterschied zu machen. Nur nach dem Gipfel gibt es keine echte Abfahrt.
Die Fahrer beginnen mit dem Anstieg nach Zambla Alta, der etwa 10 Kilometer lang ist und 3 % beträgt, aber auch einige flache Abschnitte aufweist. Es handelt sich im Wesentlichen um eine Abfolge von kleinen Anstiegen, wobei die letzten 2,5 Kilometer im Durchschnitt 7% betragen. Dieser Anstieg endet 53 Kilometer vor dem Ziel, und die Abfahrt ist sehr technisch, so dass das Rennen auch hier auseinanderbrechen kann.

Die meisten Fahrer werden jedoch den Anstieg zum Passo di Ganda ins Auge fassen. Auch hier handelt es sich nicht um einen brutalen Anstieg, er ist 9,2 Kilometer lang und hat eine Steigung von 7,1 %, aber die letzten Kilometer sind die härtesten und es geht in den zweistelligen Bereich. Nach 200 Rennkilometern ist dies ein Anstieg, der mehr Schaden anrichten kann, als es zunächst den Anschein hat.

Der Gipfel kommt allerdings erst 40 Kilometer vor dem Ziel. Im Jahr 2025 und mit den Kletterern, die am Start sein werden, sollte dies jedoch wenig bedeuten, da lange Solo-Attacken jetzt regelmäßig vorkommen und das Rennen hier entschieden werden könnte.
Sollte das nicht der Fall sein, gibt es noch ein paar flache Kilometer nach Bergamo und dann den Anstieg nach Bergamo Alta, 1,3 Kilometer mit 7,4 %, mit einigen Kopfsteinpflastern und engen Straßen, ein explosiver, kniffliger Anstieg, der nur 3 Kilometer vor dem Ziel endet. Von da an geht es fast nur noch bergab, und wenn sich eine Gruppe bildet, scheint ein Sprint unausweichlich zu sein.

Das Wetter

Karte der Lombardei 2025
Sonne, 20 Grad und kaum Wind – perfektes Wetter also. In dieser Region ist das keine Überraschung, schließlich zählt sie nicht ohne Grund zu den beliebtesten Touristenzielen.
Die Favoriten
Tadej Pogacar – Das UAE Team Emirates - XRG ist das Team, das es zu schlagen gilt. Wird es geschlagen? Realistisch gesehen: nein.
Tadej Pogacar präsentiert sich in herausragender Form – und ehrlich gesagt gibt es kaum Anlass, über Taktik zu sprechen. Pogacar attackiert, fährt unter normalen Bedingungen solo und holt sich den Sieg. So läuft es immer wieder, und daran wird sich wohl auch diesmal nichts ändern. Wenn Isaac Del Toro sich in den Dienst des Weltmeisters stellt, sehe ich praktisch keine Chance für die Konkurrenz. Doch selbst wenn das Team Del Toro für ein eigenes Top-Ergebnis zurückhält, können Fahrer wie Adam Yates, Jay Vine und Rafal Majka jedes Rennszenario souverän kontrollieren.
Remco Evenepoel – der einzige echte Herausforderer.
Offen gesagt: Remco Evenepoel ist der einzige Fahrer im Feld, der Pogacar gefährlich werden kann. Niemand sonst dürfte ernsthaft an den Sieg denken – und Evenepoel ist der Einzige, der bereit und in der Lage ist, alles zu riskieren. Ohne Pogacar wäre er der Topfavorit und könnte auf ein historisches Saisonfinale hoffen. Doch wahrscheinlich muss er sich mit einem Podiumsplatz zufriedengeben. Das wäre dennoch realistisch: Er befindet sich in Topform, die Anstiege liegen ihm, und seine Ausdauer spielt ihm zusätzlich in die Karten. Quick-Step bringt zwar kein Luxus-Team an den Start, kann aber auf den formstarken Gianmarco Garofoli und einen solide fahrenden Mikel Landa zählen, die vor dem Schlussanstieg für Ordnung sorgen können, falls nötig.
Kletterer – starke Blöcke mit vielen Optionen: Mehrere Teams bringen eindrucksvolle Kletterbesetzungen an den Start. Bahrain - Victorious reist mit voller Stärke an: Giro dell’Emilia-Podiumsfahrer Lenny Martinez führt das Team an, unterstützt vom formstarken Afonso Eulalio. Auch wenn ihr Leistungsniveau schwer einzuschätzen ist, können sowohl Antonio Tiberi als auch Damiano Caruso in diesem Rennen eine entscheidende Rolle spielen.
Ein weiterer großer Faktor ist Red Bull - BORA - hansgrohe. Das Team kommt mit Primoz Roglic, Jai Hindley und Giulio Pellizzari, die alle als potenzielle Kapitäne gelten. Wahrscheinlich befinden sich alle drei auf ähnlichem Niveau – und keiner wird seine eigenen Siegchancen leichtfertig aufgeben. Sollten sie vor dem Schlussanstieg gemeinsam in der Spitzengruppe liegen, könnten frühe Attacken folgen, um die Initiative zu ergreifen.
Dazu gesellen sich einige weitere starke Namen: Paul Seixas, der 19-Jährige, der bei der Europameisterschaft auf dem Podium stand und erneut überraschen könnte, gemeinsam mit Nicolas Prodhomme. Ebenfalls zu beachten sind Ben O’Connor, Davide Piganzoli, Tobias Johannessen, Oscar Onley, Egan Bernal, Richard Carapaz, Cian Uijtdebroeks, Javier Romo, Guillaume Martin und Michael Storer – alles Fahrer, die in diesem Terrain Akzente setzen können.
Puncheure – explosiv und angriffslustig: Natürlich könnten auch einige klassische Puncheure vorne mitmischen. Zwar bleibt dies ein Rennen für Kletterer – aber viele der besten Puncheure sind inzwischen selbst exzellente Bergfahrer, schlicht weil es auf WorldTour-Niveau nötig ist, um Siege einzufahren. Tom Pidcock zeigt nach seiner starken Vuelta a España weiterhin großartige Form und ist jederzeit für eine Überraschung gut.
Ben Healy, Dritter der Weltmeisterschaft, bewies bereits bei der Tour de France, welch starker Kletterer er ist. Fahrer seines Typs – ebenso wie Julian Alaphilippe, Toms Skujins oder Tiesj Benoot – könnten in einer Ausreißergruppe oder am Anstieg nach Zambla Alta ihr Glück versuchen. Dort kommt ihre explosive Kraft über kurze Distanzen besonders zur Geltung, was ihnen eine kleine Lücke verschaffen könnte, um sich anschließend auf den längeren Anstiegen durchzubeißen. Auch Christian Scaroni, Vierter der Europameisterschaft, beeindruckte zuletzt mit starker Form und ist ein interessanter Außenseiter für das Podium – vorausgesetzt, er erwischt erneut die richtigen Beine.
Prognose Lombardei-Rundfahrt 2025:
*** Tadej Pogacar
** Remco Evenepoel, Isaac del Toro
* Paul Seixas, Adam Yates, Primoz Roglic, Jai Hindley, Afonso Eulálio, Lenny Martínez, Ben O'Connor, Richard Carapaz, Egan Bernal, Cian Uijtdebroeks, Michael Storer, Tom Pidcock, Ben Healy, Christian Scaroni
** Remco Evenepoel, Isaac del Toro
* Paul Seixas, Adam Yates, Primoz Roglic, Jai Hindley, Afonso Eulálio, Lenny Martínez, Ben O'Connor, Richard Carapaz, Egan Bernal, Cian Uijtdebroeks, Michael Storer, Tom Pidcock, Ben Healy, Christian Scaroni
Unser Tipp: Tadej Pogacar
Wie? Solosieg nach einer Attacke am Passo di Ganda.
Original: Rúben Silva
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026









