Team Visma | Lease a Bike legte seine Tour-de-France-Auswahl bereits im Januar fest, als die Rennkalender der Fahrer der Presse vorgestellt wurden. Seitdem fiel jedoch Christophe Laporte aus dem „Achter“. Berichten zufolge steht sein Ersatz fest – und die Wahl dürfte überraschen.
Laportes Verletzung und die Notwendigkeit einer Entscheidung
Das niederländische Team peilt erneut den Sieg bei der Grand Boucle an, wie schon in den vergangenen Jahren dieses Jahrzehnts. Gegen einen Tadej Pogacar und ein UAE Team Emirates – XRG, das keinerlei Ermüdungserscheinungen zeigt, kann Visma nur mit Jonas Vingegaard mithalten, wenn im Juli in Barcelona die absolute Bestbesetzung am Start steht.
Entsprechend zählt jeder Fahrer. Sepp Kuss und Matteo Jorgenson sind als reine Berghelfer gesetzt. Bruno Armirail und Victor Campenaerts sollen auf langen Anstiegen und im Hügelland wichtige Stützen sein. Edoardo Affini ist der Hauptmotor für die Flachetappen, während Wout Van Aert als Joker verschiedene Etappenprofile abdeckt und zugleich eigene Chancen erhält.
Christophe Laporte sollte an flachen Tagen für Jonas Vingegaard arbeiten und zudem Van Aert im Sprint anfahren. Im Mai zog sich der Franzose jedoch bei einem Trainingssturz einen Muskelriss im Quadrizeps zu. Das zwang das Team zur Umbesetzung – nicht aber zur Änderung des Plans.
Per Strand Hagenes fährt die Tour de France 2026
Die Tour Auvergne – Rhône-Alpes wurde zur wichtigen Standortbestimmung für Laportes möglichen Ersatz.
Radsportaktuell.de beleuchtete die Kandidaten, aus denen drei Namen herausstachen: Ben Tulett, Jorgen Nordhagen und
Per Strand Hagenes.
Hagenes und Nordhagen stiegen vor Etappe 7 krankheitsbedingt aus. Tulett erlitt im Mannschaftszeitfahren einen Defekt, der seine Gesamtwertung beendete, überzeugte jedoch durchgängig als Schlüsselhelfer für Matteo Jorgenson.
Nach seiner Unterstützung für Vingegaard bei der Vuelta a España im Vorjahr galt Tulett als Favorit. Seine Kletterleistungen 2026 untermauerten eine Tour-Nominierung.
Gleichzeitig ließ auch Nordhagens Durchbruch aufhorchen. Der Norweger wurde jüngst Vierter bei der Tour de Romandie und lag in Auvergne an der Schwelle zur Top 10, als er aufgeben musste.
Gegen alle Erwartungen scheinen weder Ben Tulett noch Jorgen Nordhagen die Tour de France 2026 zu bestreiten
Visma orientierte sich jedoch nicht an nackten Resultaten, sondern suchte den besten Mann für Laportes Profil. Laut
Het Laatste Nieuws fiel die Wahl auf Per Strand Hagenes, der in diesem Frühling sein Potenzial eindrucksvoll bestätigte.
Die Nominierung überrascht, denn der 21-Jährige hat noch keine Grand Tour bestritten, und Erfahrung ist im Kampf um den Toursieg ein Schlüsselfaktor. Doch der Norweger ähnelt vom Profil her Laporte und soll dessen Rolle übernehmen.
Hagenes wurde bei der E3 Saxo Classic Zweiter hinter Mathieu van der Poel und lieferte im Frühjahr mehrere Durchbruchsergebnisse. Kürzlich gewann er die Antwerp Port Epic – sein erster Sieg seit dem Aufstieg ins WorldTeam 2024, nachdem er im Vorjahr bereits mehrere Profirennen im Development-Team für sich entschieden hatte.