Das Duell zwischen
Mathieu van der Poel und
Tadej Pogacar dürfte erneut das Finale von Mailand–Sanremo prägen.
Johan Bruyneel erkennt aktuell jedoch klare Vorteile auf Seiten des Niederländers.
Im Podcast
The Move vor dem ersten Monument der Saison erklärte der frühere Teammanager, dass Pogacars typische Attacken an Cipressa und Poggio möglicherweise nicht ausreichen, um seinen größten Rivalen entscheidend abzuhängen.
„Beängstigende“ Form sorgt im Peloton für Gesprächsstoff
„Ich wage bereits zu prognostizieren, dass Van der Poel bei Mailand–Sanremo bei Pogacar bleiben wird“, sagte Bruyneel selbstbewusst. „Pogacar wird ihn nicht loswerden.“
Mathieu van der Poel präsentiert sich vor Mailand-Sanremo in „beängstigender“ Form und gilt laut Johan Bruyneel als Favorit im Duell mit Tadej Pogacar
Der Slowene versuchte in den vergangenen Jahren immer wieder, das Rennen früh zu öffnen. Mit Attacken an den letzten Anstiegen vor Sanremo wollte er eine Vorentscheidung erzwingen. Bruyneel glaubt jedoch, dass Van der Poels aktuelle Verfassung genau diese Beschleunigungen deutlich schwerer in einen erfolgreichen Angriff verwandeln lässt.
„Ich habe Informationen aus dem Peloton, dass sein aktuelles Formniveau wirklich beängstigend ist. Dass er besser ist als je zuvor“, erklärte Bruyneel weiter.
Van der Poel präsentierte sich bereits zu Beginn des Monats in starker Form. Bei Tirreno–Adriatico gewann er zwei Etappen und überzeugte mit offensivem Fahrstil. Für Bruyneel deutet jedoch vor allem die Art seiner Auftritte darauf hin, dass noch mehr möglich ist.
Tirreno–Adriatico als gezielte Vorbereitung
Für Diskussionen sorgte insbesondere die Schlussetappe der Rundfahrt. Van der Poel fuhr über längere Zeit an der Spitze des Feldes und hielt das Tempo hoch.
Einige Beobachter kritisierten dieses Vorgehen und argumentierten, er habe damit den Sprinter seines eigenen Teams um eine bessere Siegchance gebracht. Bruyneel bewertete die Situation jedoch völlig anders. „Er wollte daraus eine letzte harte Trainingseinheit machen und das Peloton leiden lassen.“
Aus Sicht des Belgiers handelte es sich nicht um einen Fehler, sondern um eine bewusste Entscheidung zur Formschärfung. „Das war mit dem Team abgestimmt.“
Das Ziel lag demnach weniger im Etappensieg, sondern in einem letzten intensiven Belastungsreiz vor den großen Klassikern des Frühjahrs.
Pogacar sucht weiter nach der perfekten Taktik
Sollte Bruyneels Prognose eintreffen, steht Pogacar erneut vor der gleichen Herausforderung.
Der Slowene versucht seit Jahren, Mailand–Sanremo mit explosiven Attacken an Cipressa und Poggio zu entscheiden. Doch weil Van der Poel zu den schnellsten Fahrern im Finale zählt, bleibt die zentrale Frage bestehen: Kann Pogacar vor der Abfahrt nach Sanremo eine entscheidende Lücke reißen? Bruyneel hält genau dieses Szenario für wenig wahrscheinlich.
Wenn Van der Poels Form tatsächlich so stark ist, wie es im Peloton heißt, könnte der Niederländer auf der Via Roma erneut Seite an Seite mit seinem großen Rivalen ins Finale gehen.