„Talente wie Pogacar gibt es nur einmal pro Generation“ – Michael Storer setzt auf Geduld statt Schnellstart

Radsport
durch Nic Gayer
Dienstag, 17 März 2026 um 19:00
TirrenoAdriatico2026_MichaelStorer
Michael Storer bleibt seinem Weg treu und vermeidet jeden Schnellschuss. In einem Peloton, das immer stärker von sehr jungen Stars dominiert wird, hat der Kletterer des Tudor Pro Cycling Teams seinen Aufstieg bewusst in Etappen gestaltet – und fühlt sich mit dieser Entwicklung sichtbar wohl.
Im Gespräch mit Tutto Bici Web sprach der Australier zuletzt über die Prinzipien seiner Entwicklung und die mentale Herangehensweise, die ihm in der vergangenen Saison den entscheidenden Schritt nach vorn ermöglichte.

Durchbruch bei der Tour of the Alps als Wendepunkt

„Ich habe meine Entwicklung immer langfristig betrachtet und jede mögliche Stellschraube gesucht, um besser zu werden – ohne mich mit dem Status quo zufriedenzugeben, sondern stets mit dem Blick nach oben“, erklärte Storer. „Wir müssen verstehen, dass Talente wie Tadej Pogacar nur einmal pro Generation auftreten.“
Storer gewann die Gesamtwertung der Tour of the Alps 2025
Storer gewann die Gesamtwertung der Tour of the Alps 2025
Für Storer stand nie der direkte Vergleich mit den außergewöhnlichsten Fahrern im Mittelpunkt. Stattdessen setzte er konsequent auf seinen eigenen Aufbau – Schritt für Schritt und mit klarer Linie.
Dieser geduldige Ansatz zahlte sich 2025 eindrucksvoll aus. Storer gewann die Gesamtwertung der Tour of the Alps und setzte damit ein klares Ausrufezeichen. Das anspruchsvolle fünftägige Rennen durch Österreich und Norditalien markierte den Wendepunkt seiner Karriere, brachte ihm einen prestigeträchtigen Etappensieg und spürbar neues Selbstvertrauen.
Mit seinem Angriff auf der zweiten Etappe nach Sterzing legte er den Grundstein für den Erfolg. In Lienz sicherte sich Storer schließlich das Melinda-Grüne Trikot vor Thymen Arensman – eine der beeindruckendsten Kletterleistungen der gesamten Woche.
„An diesem Tag wurde mir klar, dass ich in großen Rennen gegen sehr starke Konkurrenz Top-Ergebnisse erzielen kann“, sagte Storer. „Die Tour of the Alps ist ein Rennen, in dem jede Etappe hart und potenziell entscheidend ist. Man muss an allen fünf Tagen fokussiert und bereit sein.“
Die Wirkung dieses Erfolgs zog sich durch die gesamte Saison. Storer zeigte das stärkste Jahr seiner Karriere und krönte es mit einem Podiumsplatz bei Il Lombardia hinter Tadej Pogacar und Remco Evenepoel – ein weiterer Beweis für seine Klasse im Hochgebirge.

Ein wichtiger Schritt Richtung Giro d’Italia

Die Tour of the Alps kehrt vom 20. bis 24.04. mit ihrer zehnten Jubiläumsausgabe zurück. Der Start erfolgt in Innsbruck, das Finale steigt in Bozen. Für Storer bleibt das Rennen ein zentraler Bestandteil seiner Vorbereitung auf den Giro d’Italia.
„Die Tour of the Alps passt perfekt zu meinen Eigenschaften und liegt zeitlich günstig“, sagte er. „In der Regel brauche ich etwas, um meine Topform zu erreichen, und dieses Jahr war der Saisonstart von ein paar Problemen beeinträchtigt, aber im April kann ich immer konkurrenzfähig sein. In guter Verfassung dorthin zu kommen, ist im Hinblick auf den Giro d’Italia entscheidend. Bei der Tour of the Alps findet man die Rennhärte, prüft die Beine – und es ist eine wichtige Chance auf ein prestigeträchtiges Ergebnis vor der Corsa Rosa.“
Storers Entwicklung setzte später ein als bei einigen der ganz großen Namen im Peloton, doch der Australier sieht genau darin seinen Vorteil. Der kontinuierliche Aufbau erwies sich für ihn als die richtige Strategie. Nach mehr als zwei Jahren beim Tudor Pro Cycling Team findet er in der Schweizer Mannschaft das ideale Umfeld, um sein volles Potenzial auszuschöpfen.
„Bei Tudor habe ich ein Projekt angenommen, das in mich investieren wollte und Energie sowie Ressourcen eingesetzt hat, damit ich mein bestes Niveau abrufen kann“, erklärte Storer. „Nach zweieinhalb Jahren kann ich bestätigen, dass die Ergebnisse die Erwartungen erfüllt haben.“
Jetzt verschiebt sich die Zielsetzung. Storer muss nicht mehr beweisen, dass er zur Spitze gehört. Er steht vor der Aufgabe zu zeigen, dass sein Durchbruch im Jahr 2025 erst der Anfang einer neuen, erfolgreichen Phase seiner Karriere war.
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