Netcompany INEOS sieht sich bei der
Tour de France ungewollt zum Gesprächsthema – wegen Reifenschäden. Das britische Team bestätigte rund 11 Platten, doch vor allem Zeitpunkt und Häufung der Vorfälle sorgen für Alarm.
TV-Analyst Thomas Voeckler bemerkte, dass die Mannschaft am Samstag Continental-Zeitfahrreifen einsetzte. Zehn Teams fahren diese Pneus und verzeichnen weniger Defekte, doch Zeitpunkt und Art der Platten trafen mehrere INEOS-Profis ausgerechnet in Ausreißergruppen.
Voecklers Beobachtung folgt auf den Defekt von Thymen Arensman, der beim Übersetzen zur Tagesgruppe einen Platten erlitt. Kurz vor dem Anschluss an die Flucht zusammen mit Einer Rubio stoppte ihn der Defekt – das beendete letztlich den Arbeitstag des Niederländers, noch bevor die Klassement-Feuerwerke begannen.
Berichten zufolge fährt INEOS bei der Tour tubeless. Das dürfte jedoch nicht der entscheidende Faktor sein, da Decathlon CMA CGM dasselbe Setup nutzt.
Geraint Thomas über die INEOS-Reifenschäden bei der Tour de France
„Wir analysieren das alles“, sagte Thomas vor dem Start der 15. Etappe.
„Wir sammeln alle Informationen, wann und wo die Platten passieren, um ein Muster zu erkennen und zu sehen, ob wir etwas zur Prävention tun können.“
Thomas räumte ein, dass das Timing Zufall sein könnte, betonte aber die Notwendigkeit, der Ursache der Tour-Probleme auf den Grund zu gehen. Sobald der Fehler gefunden ist, werde das Team den Ergebnissen vertrauen.
„Es gibt offensichtlich eine Risiko-Nutzen-Abwägung. Wenn die Daten zeigen, dass ein bestimmter Reifen schneller ist, du aber in der Gruppe einen Platten bekommst, ist das nicht ideal. Also müssen wir verstehen, was hier gerade passiert.“
„Und die Jungs – die Fahrer – vertrauen der Empfehlung fast immer, egal wie sie ausfällt.“