Nach einem der längsten und komplexesten Transfersaga der vergangenen Saisons steht Derek Gee nun offenbar vor dem nächsten Karriereschritt zu Lidl-Trek, eine offizielle Bekanntgabe wird in Kürze erwartet.
Sollte sich das bestätigen, würde es endlich Klarheit in eine Situation bringen, die seit Spätsommer über dem Transfermarkt schwebt, nach Gees Entscheidung, seinen langfristigen Vertrag mit Israel - Premier Tech zu kündigen.
Vom Giro-Durchbruch zur Vertragsstreitigkeit
Gees Marktwert stieg nach einer starken Saison 2024 sprunghaft an, gekrönt von einem herausragenden Auftritt beim Giro d’Italia, wo er Gesamtvierter wurde und sich als einer der spannendsten Grand-Tour-Prospects im Peloton etablierte.
Nur wenige Monate später stand der Kanadier im Mittelpunkt einer Kontroverse, nachdem er die Beendigung seines Vertrags mit Israel-Premier Tech bekannt gab, der dem Vernehmen nach bis 2028 lief. Die Entscheidung löste umgehend einen offenen und heftigen Disput aus, das Team bestritt die Kündigung und der Fall steuerte auf die formalen Schiedsstellen des Radsports zu.
Während das juristische Verfahren näher rückte, verstummte die öffentliche Kommunikation aller Parteien deutlich, Gees Rennprogramm geriet ins Stocken und die Spekulationen über sein nächstes Team nahmen zu.
INEOS-Gerüchte verblassen, Lidl-Trek rückt in den Fokus
Frühe Berichte brachten Gee stark mit INEOS Grenadiers in Verbindung, befeuert durch den Zeitpunkt seines Vertragsausstiegs und sein plötzliches Fehlen in den späten Saisonrennen. Doch je länger der Streit andauerte, desto mehr kühlten diese Gerüchte ab, ohne sichtbare Lösung.
In den vergangenen Wochen verlagerte sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf Lidl-Trek, mehrere Medien berichteten, das US-registrierte Team sei der wahrscheinlichste Zielort, sobald ein Weg nach vorne erkennbar werde.
Scognamiglios Update scheint diese Einschätzung nun zu bestätigen, es deutet darauf hin, dass die letzten Bausteine sitzen und die offizielle Bestätigung unmittelbar bevorsteht.
Gee wird die GC-Stärke von Lidl-Trek neben Juan Ayuso, Mattias Skjelmose, Giulio Ciccone und Tao Geoghegan Hart verstärken
Ein wegweisender Moment für Fahrer und Markt
Für Gee wäre der Wechsel sportlich wie symbolisch ein Neustart nach Monaten der Ungewissheit, der ihm erlaubt, den Fokus wieder auf Rennen statt auf Verträge und Gerichtssäle zu richten. Für Lidl-Trek wäre die Verpflichtung eines Profils wie Gees ein bedeutender Baustein für die Grand-Tour-Ambitionen.
Bis die formale Bekanntgabe erfolgt, bleibt die Lage technisch ungeklärt. Doch nach Monaten des Schweigens, der Spekulationen und juristischer Verwicklungen scheint der Transfermarkt seine Antwort gefunden zu haben.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.
Info @Gazzetta_it - As already reported, the move from this season of Derek Gee - 4° overall at last @giroditalia - to @LidlTrek is a deal done. Official communication is expected in next days, we understand from our sources @cycling_podcast