„Ich sah meine Chance und habe sie genutzt“ – Niels Vandeputte setzt späten K.-o.-Schlag gegen Vanthourenhout im verschneiten Gullegem

Cyclocross
Samstag, 03 Januar 2026 um 17:00
NielsVandeputteSuperprestige
Niels Vandeputte reiste aus Gullegem nicht nur mit einem Sieg ab. Mit einem späten Schlag auf einer vom Schnee geprägten Runde und einem cleveren Manöver gegen Michael Vanthourenhout auf der Schlussrunde holte sich der Belgier nicht nur einen der taktisch anspruchsvollsten Erfolge des Winters, sondern festigte auch seine Führung in der Superprestige-Gesamtwertung – bei nur noch einer ausstehenden Runde.

Vandeputte triumphiert in Gullegem und festigt Superprestige-Führung

Das Rennen wogte unter wechselnden Bedingungen hin und her, immer wieder veränderte Schneefall das Kräfteverhältnis. Nachdem frühere Angriffe von Gerben Kuypers neutralisiert worden waren und Pauwels Sauzen–Altez Industriebouw über Vanthourenhout weite Teile der Mittelphase kontrolliert hatte, widerstand Vandeputte der Versuchung, zu früh Druck zu machen. Stattdessen blieb er aufmerksam, während sich die Spitzengruppe in den Schlussrunden mehrfach neu sortierte.
Diese Geduld zahlte sich aus. Vandeputte setzte seinen entscheidenden Angriff erst auf der letzten Runde, nutzte zunächst einen kurzen Laufabschnitt und beschleunigte dann erneut auf einem schlammigen Stück vor der Brücke. Vanthourenhout konnte einmal kontern, ein zweites Mal nicht.
„In diesem Winter ist es nicht leicht, ein Cross auf Topniveau zu gewinnen, weil das Niveau so hoch ist“, sagte Vandeputte im Ziel laut Zitaten, die Het Nieuwsblad gesammelt hat. „Wenn es dann in der Weihnachtszeit klappt, bedeutet das wirklich viel.“

Rennen lesen, nicht erzwingen

Vandeputte erklärte, der Angriff habe sich bereits Runden zuvor in seinem Kopf abgezeichnet und sei kein spontanes Risiko gewesen. „In der drittletzten Runde habe ich gesehen, dass ich diese kleine Kurve laufend besser nehmen konnte. Michael hatte das nicht gesehen, so kam ich in Führung“, sagte er. „Er ist wieder an mir vorbei, aber in einem schlammigen Abschnitt hatte ich mehr Speed, also bin ich über die Brücke durchgezogen und habe es bis ins Ziel getragen.“
Diese Umsicht war entscheidend in einem Rennen, in dem Schneeschauer, Schneematsch und wechselnder Grip jede falsch getimte Aktion bestraften. Während andere in den Verteidigungsmodus gezwungen wurden, wandelte Vandeputte Kontrolle genau im richtigen Moment in Offensive um.
Über den Einzelsieg hinaus verschob Gullegem auch das Bild im Superprestige. Da Vanthourenhout erneut nahe dran war, bleiben die Abstände knapp, doch die Ausgangslage spricht vor dem Finale weiterhin für Vandeputte.
„Ich habe nur drei Punkte Vorsprung, das ist kein Polster“, sagte er. „Aber ich bin lieber vorn als umgekehrt. Es bleibt noch eine Runde, aber ich bin froh, dass ich vorne bin.“
In einem Winter, der von kleinen Unterschieden und taktischer Disziplin geprägt ist, zeigte Gullegem, warum Vandeputte der Mann bleibt, den es zu schlagen gilt, wenn die Margen am meisten zählen.

Superprestige Gesamtwertung (nach Gullegem)

Rang Name Nation Punkte Rückstand auf die Spitze
1 Niels Vandeputte Belgium 91 -
2 Michael Vanthourenhout Belgium 88 +3
3 Joran Wyseure Belgium 63 +28
4 Joris Nieuwenhuis Netherlands 60 +31
5 Jente Michels Belgium 49 +42
6 Felipe Orts Lloret Spain 45 +46
7 Emiel Verstrynge Belgium 45 +46
8 Kevin Kuhn Switzerland 42 +49
9 Gerben Kuypers Belgium 34 +57
10 Toon Vandebosch Belgium 30 +61
11 Tibor Del Grosso Netherlands 30 +61
12 Laurens Sweeck Belgium 26 +65
13 Witse Meeussen Belgium 25 +66
14 Thibau Nys Belgium 24 +67
15 Mees Hendrikx Netherlands 23 +68
16 Pim Ronhaar Netherlands 20 +71
17 Lars van der Haar Netherlands 20 +71
18 Cameron Mason Great Britain 18 +73
19 Anton Ferdinande Belgium 14 +77
20 Filippo Fontana Italy 14 +77
21 Wout van Aert Belgium 14 +77
22 Lander Loockx Belgium 11 +80
23 Toon Aerts Belgium 9 +82
24 Victor Van de Putte Belgium 9 +82
25 Quinten Hermans Belgium 6 +85
26 Yordi Corsus Belgium 5 +86
27 Aaron Dockx Belgium 5 +86
28 Antoine Jamin Belgium 4 +87
29 Wout Janssen Belgium 3 +88
30 Viktor Vandenberghe Belgium 3 +88
31 Vaclav Jezek Czech Republic 3 +88
32 Gioele Bertolini Italy 2 +89
33 Michael Boros Czech Republic 2 +89
34 Gianni Vermeersch Belgium 2 +89
35 Ugo Ananie France 1 +90
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