Transfer von Jhonatan Narváez: Treffer oder Fehlschuss? | INEOS-Fahrer wird A-Tier-Domestike für Tadej Pogacar bei UAE
Radsport
Als Mitglied der U23-Mannschaft von Axeon in den goldenen Jahren, von Soudal - Quick-Step und INEOS Grenadiers hätten sich nur wenige vorstellen können, dass das Niveau von Jhonatan Narváez zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere noch weiter steigen könnte. Mit seinem neuen Vertrag beim UAE Team Emirates - XRG hat der südamerikanische Klassikerspezialist jedoch nicht nur das beste Niveau seiner Karriere erreicht, sondern ist auch die rechte Hand von keinem Geringeren als Tadej Pogacar in seinen allergrößten Aufgaben geworden.
Würdig der Führung bei INEOS?
Tadej Pogacar und Remco Evenepoel sind zu den stärksten Fahrern bei den hügeligen Klassikern im Peloton geworden, während bei den Kopfsteinpflasterklassikern Männer wie Mathieu van der Poel und Mads Pedersen die leichteren Anstiege beherrschen konnten. Die Zeiten, in denen Fahrer wie Julian Alaphilippe, Michal Kwiatkowski und Simon Gerrans - Fahrer, die sich speziell auf hügelige Mittelstrecken spezialisiert haben - viele der größten Rennen der Welt gewinnen konnten, sind längst vorbei.
Der Puncheur ist so etwas wie eine aussterbende Spezies im Peloton. Diese Fahrer sind nun gezwungen, sich entweder in stärkere Kletterer, Spezialisten für Kopfsteinpflaster-Klassiker oder Sprinter zu verwandeln, um weiterhin erfolgreich zu sein. Wir haben das bei Fahrern wie Philippe Gilbert oder Tom Pidcock gesehen, die sich an verschiedene Arten von Rennen anpassen mussten, um in bestimmten Phasen ihrer Karriere die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. So befand sich Narváez, ein unglaublich talentierter Fahrer, im Jahr 2024 an einem Scheideweg. Er gehörte zum Team INEOS Grenadiers, dessen Management sich mehr Probleme als Lösungen zu schaffen schien und das in den letzten Jahren viele seiner Top-Fahrer verlassen musste.
Narváez hatte noch nicht den Status eines absoluten Leaders erreicht, aber vielleicht hätte INEOS in diesem Jahr einen anderen Start gehabt, wenn man ihm diesen gegeben hätte. Stattdessen holten die VAE den Marktsieg und verpflichteten den (damals) 27-Jährigen. Dieser Transfer könnte stark von der Eröffnungsetappe des Giro d'Italia 2024 beeinflusst worden sein, bei der Narváez der einzige Fahrer war, der Tadej Pogacar auf der letzten Bergkuppe folgte und ihn dann im Schlusssprint schlug. Wenn du sie nicht schlagen kannst, mach mit" gilt nicht für die VAE, die stattdessen nach dem Motto „Wenn du sie nicht schlagen kannst, kauf sie" fahren. Und das haben sie.
Rolle bei UAE
In einem Team, das 2025 große und häufige Siege anstrebt, passte Narváez gut in die Rolle des neuen Marc Hirschi, eines Puncheurs, der im bescheideneren europäischen Kalender, der im Gegensatz zur World Tour immer noch viele Rennen bietet, bei denen ein Fahrer wie Narváez konstant gewinnen kann, Eintagesrennen gewinnen könnte. Die Auswahl des Kalenders für den Ecuadorianer war jedoch erstklassig, und er begann die Saison mit einem Sieg am Old Willunga Hill und einem Gesamtsieg bei der Tour Down Under. Im Februar gewann er die nationalen Meisterschaften in seinem Heimatland, bevor er sich auf den Frühling vorbereitete, wo er die Freiheit hatte, seine Ergebnisse zu jagen. Zunächst scheiterte er, doch bei Mailand-Sanremo gelang ihm der Durchbruch, wo ein siegeshungriger Pogacar jeden Mann brauchte, der ihm half, die Cipressa anzugreifen und das vierte der fünf Monumente des Sports zu gewinnen.
Nach einem Ausreißversuch von Tim Wellens zerstörte Narváez mit einem kurzen Stint an der Spitze des Feldes dieses und lancierte den Weltmeister perfekt zu einem Angriff. Pogacar hatte zwar keinen Erfolg, aber der Erfolg der Arbeit eines Fahrers wie Narváez wurde dort deutlich, da er als Anführer für Pogacars Angriffe eingesetzt werden konnte und bald zu einem Favoriten für das emiratische Team wurde.

Magische Dauphiné & Tour
Narváez war kein Kletterer, folgte aber im Mai dem Tour-Block des Teams in die Höhe und zeigte sich beim Criterium du Dauphiné als neuer Fahrer, der wie nie zuvor kletterte und dabei seine Explosivität beibehielt. Auf der 6. Etappe nach Combloux konnte er seine Stärken voll ausspielen, indem er die starken Angriffe von Visma am vorletzten Anstieg des Tages überstand und dann Pogacar zu einem unmenschlichen Angriff an der Côte de Domancy verleitete. Nur Jonas Vingegaard schaffte es, das Tempo von Wellens und Narváez zu halten, und es wurde schnell klar, dass das Team am meisten von seinen Männern profitieren würde, wenn es diese kurzen Kraftausbrüche nutzen könnte, um den Dänen, der die längeren und gleichmäßigeren Anstrengungen bevorzugt, abzusetzen.
Narváez wurde wirklich zu einer goldenen Figur für die VAE. Er kletterte während der Dauphiné gut und spielte dann in der ersten Woche der Tour eine Schlüsselrolle für Pogacar, indem er ihn durch die hügeligen und explosiven Finalläufe führte und ihn insbesondere auf der 7. Auf der 12. Etappe nach Hautacam, einem Anstieg, an dem Visma 2022 Pogacar besiegt hatte, besiegten die VAE dieses Mal Vingegaard, wobei Narváez wieder einmal den Slowenen anführte und das gesamte Feld distanzierte. Narváez könnte die Rolle des Puncheurs revolutioniert haben, obwohl diese Bedeutung natürlich zu einem großen Teil seiner Entwicklung als Kletterer geschuldet ist. Die Möglichkeiten der VAE, Visma und Vingegaard anzugreifen, würden mit der Anwesenheit von Narváez wachsen, der selbst im Rennen einen 13.

Das Ende einer perfekten Saison
Da Pogacar die Tour und die Dauphiné-Rundfahrt mit Hilfe von Narváez und oft mit direkter Unterstützung und Einflussnahme gewann, wurde seine Rolle perfekt erfüllt. Der Fahrer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten genoss gegen Ende des Jahres noch einige Freiheiten, fuhr zu einem Etappensieg in Deutschland und landete dort und bei der Tour of Guangxi auf dem Podium, aber man kann ihm nicht vorwerfen, dass er nicht noch einen weiteren Sieg auf hohem Niveau errungen hat, nachdem er dem Team zu einigen der besten Momente des Jahres verholfen hat. Im Jahr 2026 sollte er die gleiche Rolle spielen und als Waffe gegen die rein kletterorientierte Visma-Taktik an der Seite von Pogacar eingesetzt werden, wenn das Team den fünften Tour de France-Sieg anstrebt.
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Im Nachhinein kann man die Verpflichtung von Narváez durch die VAE nur als absoluten Erfolg betrachten. Unabhängig von der Höhe des Gehalts des Ecuadorianers ist er zu einem der besten Spieler geworden, die sich Tadej Pogacar wünschen konnte, und er hat noch mindestens ein Jahr Vertrag.

Franco PerezRedakteur
Franco Perez ist seit 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de und arbeitet von Deutschland aus. Er berichtet über den professionellen Radsport mit Schwerpunkt auf der WorldTour, den großen Klassikern und den Grand Tours – darunter die Tour de France, der Giro d’Italia und La Vuelta a España – sowie über den internationalen Cyclocross-Kalender. Seine Arbeit umfasst Vorberichte und Rennberichte, in denen er Renndynamik, Taktik und Entwicklungen im Peloton klar und nachvollziehbar einordnet.
Neben eigenen Beiträgen unterstützt Franco die Redaktion vor allem redaktionell: Er überarbeitet Texte, strukturiert Inhalte und achtet auf Konsistenz und Qualität, damit Berichte präzise, verständlich und sachlich belastbar bleiben. In seiner redaktionellen Arbeit legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
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- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026









