Das Team startet seine 27. Tour de France in Barcelona. Die Strecke führt zunächst zurück in die Pyrenäen, dann Richtung Bordeaux, in den Nordosten und schließlich in die Alpen, wo eine doppelte Auffahrt nach Alpe d’Huez wartet.
Bei TotalEnergies ist die Auswahl weniger auf das Gesamtklassement ausgerichtet, sondern auf Etappenjagd, Ausreißergruppen und Bergunterstützung für Jegat. Der 27-Jährige war eine der französischen Entdeckungen der Tour 2025 und beendete das Rennen als Zehnter in Paris. Vor seiner dritten Tour de France kehrt Jegat als klarste Kletterkarte des Teams zurück. TotalEnergies gibt aus, dass er diesmal auf einen Etappensieg zielt.
Drei Tour-Debütanten zur Unterstützung von Jegat
Fahrer
Nicolas Breuillard
Joris Delbove
Alexandre Delettre
Thibault Guernalec
Jordan Jegat
Mathis Le Berre
Anthony Turgis
Matteo Vercher
Nicolas Breuillard, Joris Delbove und Thibault Guernalec geben allesamt ihr Tour-de-France-Debüt. Breuillard, ein Neuzugang des Teams, wurde als Berghelfer nominiert, nachdem er sich rasch als verlässliche Kletteroption etabliert hat.
Auch Delbove kommt mit Rückenwind, nachdem er zuletzt bei den Französischen Meisterschaften aufs Podium fuhr. Der 25-Jährige gewann im vergangenen Jahr die Tour of Langkawi und wurde im Januar zudem französischer Cross-Meister. Damit erhält TotalEnergies eine weitere wertvolle Option für die Bergetappen rund um Jegat.
Guernalec bringt trotz seines ersten Tour-Starts zusätzliche Erfahrung ein. Der Bretone ist vor allem für seine Zeitfahrstärke bekannt, soll über die drei Wochen Stabilität geben und an den Einzelzeitfahrtagen eine Rolle spielen.
Anthony Turgis verleiht der Aufstellung die meiste Tour-Routine. Der 32-Jährige, Sieger der Schotteretappe nach Troyes bei der Tour de France 2024, bestreitet seine neunte Teilnahme und bietet TotalEnergies erneut eine Option auf Etappen, bei denen Erfahrung, Positionierung und Taktik zählen.
Auch Matteo Vercher kehrt zurück, nachdem er 2024 einer Überraschungsetappe nahekam und auf der 18. Etappe Zweiter wurde. Seither holte er seinen ersten Profi-Sieg bei der Tour du Doubs und wird auf dem vielfältigen Terrain der Rundfahrt seine Chancen suchen.
Alexandre Delettre und Mathis Le Berre komplettieren die achtköpfige Auswahl. Beide sollen welliges Terrain beleben und Ausreißchancen suchen. Die sportliche Leitung übernehmen Romain Sicard und Cyril Lemoine, Ex-Profi Tony Gallopin stößt ab dem 01.07. als externer Experte hinzu.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.