Bruyneel greift UCI-Präsident Lappartient erneut an: „Ein weiterer Beleg dafür, dass er kein echtes Verständnis davon hat, wie der Profiradsport tatsächlich funktioniert“

Radsport
Montag, 29 Juni 2026 um 14:26
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In einem jüngsten Interview erklärte UCI-Präsident David Lappartient, die Idee liege auf dem Tisch, die Zahl der Teams bei der Tour de France zu erhöhen, zugleich aber die Kader auf sechs Fahrer zu reduzieren, um die Rennen weniger kontrollierbar und attraktiver zu machen. Ex-Teammanager Johan Bruyneel hält dies für ein Konzept, das die Bedürfnisse des Sports verfehlt.

Lappartients Argumentation

Kürzlich wurde ein weiteres Team zur Tour zugelassen, wodurch die Zahl der Mannschaften von 22 auf 23 stieg, während die Teamgrößen bereits seit 2018 von neun auf acht Fahrer reduziert wurden. In den vergangenen Jahren gab es Pläne und sogar Maßnahmen, die Rennweise bei der Tour zu verändern, ausgelöst durch die damalige Dominanz von Team Sky.
Mit Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard, die seit 2021 bei jeder Auflage Erster und Zweiter wurden, hat sich bei Fans – und nicht nur dort – ein Gefühl der Monotonie breitgemacht.
„Ist es wirklich sinnvoll, die Tour de France auf 22 oder 23 Teams mit je acht Fahrern zu beschränken? So können die stärksten Mannschaften ein 3.500-Kilometer-Rennen von Start bis Ziel kontrollieren. Mit 25 Teams zu je sechs Fahrern würde das Rennen unberechenbarer und deutlich spektakulärer“, sagte Lappartient kürzlich.
David Lappartient bei der Flandern-Rundfahrt 2026
David Lappartient bei der Flandern-Rundfahrt 2026

Ist der UCI-Präsident vom Sport entkoppelt?

Auf der anderen Seite hat der frühere Teammanager Johan Bruyneel, der Lance Armstrong durch seine Tour-de-France-Siege führte, Lappartient erneut scharf kritisiert.
„Es hat noch nie einen Radsportpräsidenten gegeben, der weiter vom Sport entfernt ist als David Lappartient. Seine neueste Idee? Dreiwöchige Grand Tours mit sechsköpfigen Teams. Ein weiteres Zeichen dafür, dass er keinerlei echtes Verständnis davon hat, wie Profiradsport tatsächlich funktioniert“, argumentierte er.
Bruyneel kritisiert Lappartient regelmäßig und sieht auch diesmal eine Kluft zwischen notwendigen Reformen und den vorgeschlagenen Maßnahmen. „Anstatt zu versuchen, einen Sport neu zu erfinden, den er offensichtlich nicht versteht, sollte sich Herr Teflon Lappartient vielleicht auf das konzentrieren, wofür er am besten bekannt ist: Selfies machen und zweifelhafte Deals mit Staatschefs abschließen.“
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