Tadej Pogacars Dominanz bei der
Tour de France 2026 befeuert erneut die Debatte, ob ein Fahrer, der so oft gewinnt, dem Spektakel schadet.
Der Kapitän von UAE Team Emirates – XRG hat drei der ersten zehn Etappen gewonnen und führt Jonas Vingegaard mit 3:36 Minuten. Sein jüngster Angriff in Le Lioran ließ den Kampf um Gelb noch vor der Halbzeit der Rundfahrt zunehmend einseitig erscheinen.
L’Équipe befragte unter anderem den früheren Tour-Etappensieger
David Millar, ob Pogacar den Radsport „töte“.
„Die Leute kommen, um die Rennen zu sehen, weil Pogacar startet“,
sagte Millar im Podcast For the Love of Cycling. „Stellt euch die
Tour de France ohne ihn vor.“
Pogacars Kontrolle reicht über den Kampf um Gelb hinaus
Pogacar nahm Vingegaard beim Demontageakt am Col du Tourmalet 2:42 Minuten ab und legte in Le Lioran weitere 54 Sekunden inklusive Bonifikationen drauf. Sein Hunger reicht zudem über die Etappen hinaus, die für Gelb nötig sind. UAE hielt auf dem Weg nach Ussel eine starke Ausreißergruppe bei rund einer Minute, obwohl Pogacar bereits komfortabel führte und der Zielanstieg mehreren anderen Fahrern eher lag.
Diese Kontrolle nährt Kritik, Ausreißerspezialisten würden um Chancen gebracht, und die Zahl der Tage schwinde, an denen das Peloton realistischerweise damit rechnen könne, dass Pogacar und UAE zurückstecken.
Millars Antwort auf die L’Équipe-Frage fiel eindeutig aus. „Oh ja. Ich habe klar mit Nein geantwortet“, sagte er Co-Host Ned Boulting.
Pogacar fuhr auf Etappe 10 solo zu einem weiteren Sieg
„Er ist zu diesem Star-Magneten geworden“
„Er ist die Hauptattraktion bei den Rennen, bei denen er startet“, führte Millar aus. „Wenn er aufhört, wird eine riesige Lücke entstehen, weil er zu diesem Star-Magneten geworden ist und die Rennen diktiert. Ich halte das für gut.“
Pogacars Einfluss reicht inzwischen über den Kampf um das Gelbe Trikot hinaus. Sein Erfolg auf Etappe 10 war der 24. Tour-Etappensieg seiner Karriere und brachte ihn bis auf einen an André Leducq und auf vier an Bernard Hinault heran.
Nur Mark Cavendish, Eddy Merckx, Hinault und Leducq liegen in der ewigen Bestenliste noch vor ihm. Pogacar hat diese Position in erst seinem siebten Tour-Start und vor seinem 28. Geburtstag erreicht.
Nach zehn Etappen der Ausgabe 2026 führt Pogacar die Gesamt- und die Bergwertung an, hat drei Etappen gewonnen und steht allein auf Rang fünf der erfolgreichsten Etappensieger der Tour.