Tobias Halland Johannessen klagte über Kopfschmerzen, als die Temperaturen auf der 10. Etappe der
Tour de France 2026 erneut über 30°C stiegen.
Uno-X Mobility-Sportdirektor Gabriel Rasch reagierte, indem er ihm eine Flasche reichte.
Die Übergabe erfolgte außerhalb der erlaubten Zone im Finale nach Le Lioran und verstieß damit gegen die Etappenregularien von Fahrer und Team.
Halland Johannessen wurde anschließend mit 500 Schweizer Franken und 20 Sekunden Zeitstrafe belegt, während Rasch eine separate Geldbuße von fast 10.000 dänischen Kronen erhielt.
„Ich finde, das ist eine unnötige Strafe und eine unnötige Regel“,
sagte Rasch zu TV 2 Sport. „Wenn es so heiß ist, sollten wir eine Flasche reichen dürfen. Wir tun das für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Fahrer.“
Tour-Hitze rückt Verpflegungsbeschränkung in den Fokus
Der Vorfall folgte auf einen Auftaktblock, der von Extremtemperaturen geprägt war. Etappe 9 war um 30 Kilometer gekürzt worden, nachdem Correze unter Hitzewarnstufe Rot stand, doch direkt nach dem Ruhetag wartete erneut eine bergige Route bei Temperaturen über 30°C.
Der Tour-Veranstalter ASO hat die Verpflegungsbeschränkungen auf mehreren Etappen angepasst. An Flachetappen durften Teams von Kilometer 10 bis 10 Kilometer vor dem Ziel Flaschen reichen, während auf besonders heißen Bergetappen weitere Ausnahmen möglich sind.
Etappe 10 sah eine engere Ausnahme vor. Verpflegung war in den letzten 15 Kilometern untersagt, abgesehen von einer ausgewiesenen Zone am Col de Font de Cère.
Uno-X versorgte Halland Johannessen außerhalb dieser Zone, nachdem er sich unwohl gemeldet hatte. Rasch sagte, zahlreiche andere Fahrer hätten im gesperrten Abschnitt ebenfalls Flaschen erhalten. „Er brauchte etwas zu trinken und es war sehr, sehr heiß“, so Rasch. „Also gaben wir ihm eine Flasche, wie praktisch das gesamte Gruppetto und viele, viele andere auch. Wir sahen etliche Teams in den letzten 15 Kilometern am Straßenrand stehen.“
Uno-X akzeptiert die Kosten zum Schutz des Fahrers
Halland Johannessen hatte zu diesem Zeitpunkt bereits fast vier Stunden und sieben klassifizierte Anstiege in den Beinen, als die Flasche übergeben wurde. Er erreichte Le Lioran schließlich als 18., 4:50 Minuten hinter Tadej Pogacar.
„Er sagte, er habe Kopfschmerzen, also brauchte er natürlich etwas zu trinken, wenn es so heiß ist“, erklärte der Sportdirektor. „Diese Strafe nehmen wir gern in Kauf. Ich würde ihm jederzeit wieder eine Flasche geben, um Probleme zu vermeiden, und dann die Strafe akzeptieren.“
Die 20-Sekunden-Strafe veränderte Halland Johannessens Position im Gesamtklassement nicht. Er startete in Etappe 11 als 14., knapp 15 Minuten hinter Pogacar.