Die siebte und letzte Etappe der
Polen-Rundfahrt 2026 sorgte für einen überraschenden Ausgang. Für das
Tudor Pro Cycling Team entwickelte sich der Finaltag zu einem der womöglich erfolgreichsten Tage seiner bisherigen Geschichte auf WorldTour-Niveau:
Stefan Küng feierte seinen ersten Sieg im Trikot der Schweizer Mannschaft, während
Marco Brenner entgegen den Erwartungen im abschließenden Zeitfahren noch zum Gesamtsieg fuhr.
Das finale Einzelzeitfahren über zwölf Kilometer musste bei einer Rundfahrt ohne echte Bergetappe die Entscheidung bringen. Die Strecke war zwar kürzer als bei vielen anderen Zeitfahrprüfungen, doch angesichts der äußerst knappen Abstände im Gesamtklassement vor dem Start zählte auf dem Rundkurs rund um Wieliczka jede einzelne Sekunde.
Küng setzt mit 51,9 km/h die Bestzeit
Cristian Scaroni nahm das Zeitfahren mit drei Sekunden Vorsprung auf Louis Barre in Angriff. Bart Lemmen lag fünf Sekunden zurück, Jan Christen elf Sekunden. Darüber hinaus befanden sich Christen, Finn Fisher-Black, Matteo Sobrero, Ivan Romeo und Alberto Bettiol allesamt innerhalb von 33 Sekunden zur Spitze – ein Abstand, der unter diesen Voraussetzungen durchaus noch aufzuholen war.
Callum Thornley von Red Bull - BORA - hansgrohe setzte früh eine starke Zeit. Gerade der bergauf führende Auftakt des Kurses machte die richtige Krafteinteilung zu einer besonderen Herausforderung.
Am Ende setzte jedoch Stefan Küng die Bestmarke. Der Schweizer nutzte insbesondere den schnellen Teil der Strecke und übernahm mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 51,9 km/h die Führung.
Für Küng bedeutete der Erfolg zugleich seinen ersten Sieg im Trikot des Tudor Pro Cycling Team. Ein besonderer Meilenstein nach einem schwierigen Saisonbeginn: Im Februar hatte sich der Schweizer den Oberschenkel gebrochen und war dadurch vier Monate lang außer Gefecht gewesen.
Brenner dreht die Gesamtwertung und gewinnt die Polen-Rundfahrt
Im Kampf um den Gesamtsieg konnten die bisherigen Podiumsfahrer mit ihren Zeiten dagegen nicht überzeugen. Scaroni und die Fahrer von Visma - Lease a Bike verloren entscheidenden Boden und mussten sich letztlich mit den hinteren Plätzen im Kampf um den Rundfahrtsieg begnügen.
Die große Überraschung gelang Marco Brenner. Als Vierter des Gesamtklassements war der Deutsche in den entscheidenden Tag gestartet, doch mit der siebtbesten Zeit des Tages fand er die beste Balance und katapultierte sich noch an die Spitze der Gesamtwertung.
Dabei hielt Brenner auch der starken Vorstellung von Finn Fisher-Black stand. Dieser belegte im Zeitfahren den zweiten Platz und verbesserte sich damit zugleich auf Rang zwei der Gesamtwertung.
Ivan Romeo komplettierte das Podium der
Polen-Rundfahrt. Im abschließenden Zeitfahren fuhr er hinter Küng, Fisher-Black und Thornley die viertbeste Zeit und sicherte sich dadurch den dritten Rang im Gesamtklassement.
Damit wurde der Finaltag zu einem außergewöhnlichen Erfolg für das Tudor Pro Cycling Team: Während Küng nach seinem schweren Oberschenkelbruch seinen ersten Sieg für die Schweizer Mannschaft feierte, überraschte Brenner die Konkurrenz und krönte sich zum Gesamtsieger der Polen-Rundfahrt.
Ergebnisse Polen-Rundfahrt 2026, Etappe 7: