Sepp Kuss schwärmt von Visma-Helfer: „Er kann ein großer Fahrer werden“

Radsport
durch Nic Gayer
Samstag, 16 Mai 2026 um 13:00
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Visma - Lease a Bike steht im Gebirge des Giro d’Italia besonders unter Druck. Mit Jonas Vingegaard hat das Team den unangefochtenen Topfavoriten im Aufgebot, entsprechend groß ist die Verantwortung für seine Helfer. Nicht jeder trägt diese Last fehlerfrei, doch Davide Piganzoli wächst in der ersten Woche der Corsa Rosa sichtbar in seine neue Rolle hinein.
Der frühere Polti-Profi war Teil einer zurückhaltenden, aber innovativen Transferstrategie von Visma - Lease a Bike im Winter. Das Team verpflichtete mehrere Fahrer aus ProTeams, die ihr Potenzial bereits angedeutet hatten, ohne als klassische „Supertalente“ zu gelten. Piganzoli kam mit einem klaren Plan in seine Debütsaison: gezielter Aufbau Richtung Giro d’Italia, bei dem er in den vergangenen beiden Ausgaben jeweils in den Top 15 gelandet war.

Piganzoli wächst beim Giro in seine Rolle hinein

Schon früh in der Saison sprach der 23-jährige Italiener von guten Leistungswerten, musste Paris–Nizza jedoch vorzeitig verlassen. Dort war er erstmals an der Seite von Jonas Vingegaard gefahren. Bei der Katalonien-Rundfahrt machte Piganzoli anschließend deutlich auf sich aufmerksam und zeigte, dass er der Aufgabe gewachsen ist – mit einer Rolle, die seither immer wichtiger wird.
Davide Piganzoli überzeugt beim Giro d’Italia als wichtiger Berghelfer von Jonas Vingegaard und erhält großes Lob von Sepp Kuss
Davide Piganzoli überzeugt beim Giro d’Italia als wichtiger Berghelfer von Jonas Vingegaard und erhält großes Lob von Sepp Kuss
Nach dem Ausfall von Wilco Kelderman infolge des Sturzes auf der 2. Etappe wuchs Piganzolis Bedeutung im Giro-Aufgebot weiter, weil Visma - Lease a Bike nun zusätzliche Kletterstärke fehlt. Bereits auf der 2. Etappe übernahm er im Peloton am letzten Anstieg vor dem Finale nach Veliko Tarnovo das Tempo und bereitete damit Vingegaards ersten Angriff bei diesem Giro d’Italia vor.
Auch am Freitag bei der Bergankunft am Blockhaus war Piganzolis Arbeit beeindruckend. Über mehrere Kilometer in der ersten Hälfte des Anstiegs verschärfte er das Tempo, reduzierte die Gruppe auf rund ein Dutzend Fahrer und bereitete den nächsten Schritt vor, ehe Sepp Kuss kurzzeitig übernahm.
Der Amerikaner war zu diesem Zeitpunkt bereits am Limit und fuhr nur kurz von vorn, bevor Jonas Vingegaard selbst attackierte. Die Mission der Mannschaft war erfüllt: Der Däne holte den Etappensieg, während Piganzoli und Kuss gemeinsam mit dem Rosa-Trikot Afonso Eulálio ins Ziel rollten, den sie zuvor abgehängt hatten.
Beide Helfer bleiben damit auch selbst in aussichtsreichen Positionen der Gesamtwertung und bringen Visma - Lease a Bike zusätzlich im Mannschaftsklassement weit nach vorn. Für das Team ist Piganzolis Entwicklung deshalb nicht nur kurzfristig wertvoll, sondern auch ein Signal für die kommenden Wochen.

Kuss lobt Piganzoli: „Ein großartiger Kletterer und ein super Typ“

Sepp Kuss, Vingegaards langjähriger Berg-Leutnant, der ihn seit Jahren in den Alpen und Dolomiten unterstützt, fand nach dem Rennen bei Eurosport deutliche lobende Worte für Piganzoli.
„Davide ist ein großartiger Kletterer und ein super Typ. Ich habe drei Wochen im Trainingslager das Zimmer mit ihm geteilt. Wir haben viel gelacht. Es ist großartig, ihn im Team zu haben“, sagte der Amerikaner.
In den kommenden Wochen dürften Kuss und Piganzoli die meiste Verantwortung tragen, wenn es darum geht, Vingegaard durch die Berge des Giro d’Italia zu führen. Es wird erwartet, dass der Däne irgendwann das Führungstrikot übernimmt – und damit würden auf Visma - Lease a Bike zusätzliche Aufgaben zukommen.
Ob beim Abschirmen des Kapitäns oder beim Lancieren seiner Angriffe: Kuss und Piganzoli müssen konstant ihr Topniveau abrufen. Gerade der Italiener hat in seinem ersten Jahr bei Visma - Lease a Bike bereits gezeigt, dass er in der Teamhierarchie schnell aufsteigen kann.
Kuss traut ihm genau das zu. „Wenn er so weitermacht und die Freude behält, kann er ein großer Fahrer werden. Für so einen jungen Kerl war das eine überragende Leistung“, schloss er.
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