Paul Seixas hat sein außergewöhnliches Potenzial längst nicht mehr nur angedeutet, sondern in der Saison 2026 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Bereits mit 19 Jahren erreichte der Franzose sportliche Meilensteine, die nur wenigen Fahrern in diesem Alter gelungen sind. Seine Leistungen sorgen inzwischen auch bei den größten Legenden des Radsports für Begeisterung. Der dreimalige Tour-de-France-Sieger
Greg Lemond ist überzeugt, dass Seixas das Zeug dazu hat, eines Tages zu den besten Radprofis aller Zeiten zu gehören.
Der US-Amerikaner verbindet mit Frankreich eine ganz besondere Erfolgsgeschichte. Dreimal gewann Lemond die Tour de France und lieferte sich dabei unvergessliche Duelle mit Bernard Hinault und Laurent Fignon. Die beiden Franzosen waren die letzten Fahrer ihrer Nation, die seit Beginn der 1980er-Jahre die wichtigste Rundfahrt der Welt gewinnen konnten.
Greg Lemond erinnert sich an seine legendären Duelle mit Bernard Hinault
Besonders die Rivalität mit Hinault hat sich tief in Lemonds Erinnerung eingeprägt. „Das ist seltsam, denn für mich war es die Tour, bei der ich körperlich am stärksten war. Ich gewann gegen einen sehr starken Hinault. Wir waren wie Brüder. Wir haben gekämpft, das stimmt. Doch das ändert heute überhaupt nichts daran, dass Hinault ein außergewöhnlicher Kapitän war“, erklärte Lemond laut der französischen Zeitung Ouest-France. „Am Ende haben wir gekämpft, aber daraus ist eine schöne Geschichte für den Radsport geworden.“
Paul Seixas begeistert mit seinen außergewöhnlichen Leistungen die Radsportwelt. Nach seinem ersten Monument-Sieg bei der Lombardei-Rundfahrt traut ihm Tour-de-France-Legende Greg Lemond eine Karriere in den Fußstapfen von Bernard Hinault zu.
Mit seinen drei Gesamtsiegen gehört Lemond zu den wenigen US-amerikanischen Fahrern, die bei der Tour de France triumphieren konnten. Nach der Aberkennung der Titel von Lance Armstrong ist er bis heute der einzige offiziell anerkannte US-amerikanische Gesamtsieger in der Geschichte der Grande Boucle.
Auch Jahrzehnte nach dem Ende seiner aktiven Karriere verfolgt Lemond den internationalen Radsport aufmerksam und scheut sich nicht, seine Einschätzungen öffentlich zu vertreten. Dabei bringt er die Perspektive eines Fahrers ein, der vor rund 40 Jahren selbst zur absoluten Weltspitze gehörte und die letzte große Erfolgsära französischer Tour-Kapitäne hautnah miterlebte. Seit Lemond 1986 erstmals das Gelbe Trikot übernahm und die Rundfahrt gewann, ist keinem Franzosen mehr ein Gesamtsieg bei der Tour de France gelungen.
„Seixas ist der nächste Hinault“ – Lemond zieht spektakulären Vergleich
Vor diesem historischen Hintergrund wurde Lemond auch zu
Tadej Pogacar und Paul Seixas befragt. Beide prägen mit ihren außergewöhnlichen Leistungen den aktuellen Radsport und gelten als Fahrer, die in diesem Jahrzehnt bei der Tour de France mehrfach um den Gesamtsieg kämpfen könnten.
Für Pogacar findet Lemond dabei einen Vergleich, der im internationalen Radsport seit Jahren kontrovers diskutiert wird: Er bezeichnet den Slowenen als „Merckx“ und stellt ihn damit auf eine Stufe mit dem legendären Eddy Merckx. Doch auch Seixas traut der ehemalige Tour-Sieger eine außergewöhnliche Karriere zu. Nach seiner Einschätzung besitzt der junge Franzose das Potenzial, ähnlich große Erfolge wie die bedeutendsten Fahrer der Radsportgeschichte zu feiern.
„Pogacar war mit 19 gut, und Paul ist im selben Alter genauso stark. Vor Jahren habe ich mir Fragen gestellt: Armstrong und andere. Wir hatten immer Zweifel, wegen Motoren und Ähnlichem. Bei jungen Talenten ist das etwas anderes“, argumentierte Lemond.
Anschließend zog der US-Amerikaner einen noch bemerkenswerteren Vergleich und stellte Seixas ausdrücklich in eine Reihe mit Bernard Hinault. „Diese Fahrer gewinnen die Tour mit zehn Minuten Vorsprung. Hinault war genauso. Und Seixas ist der nächste Hinault. Wenn er mental auf Kurs bleibt, hat er das Talent, die Tour zu gewinnen.“
Die bisherigen Ergebnisse des französischen Ausnahmetalents liefern durchaus Argumente für diese hohen Erwartungen. Nur wenige Wochen nach seinem 20. Geburtstag gewann Seixas die Lombardei-Rundfahrt und feierte damit seinen ersten Triumph bei einem Monument des Radsports. Zuvor hatte er bei Strade Bianche und Lüttich–Bastogne–Lüttich jeweils den zweiten Platz hinter Tadej Pogacar belegt. Auch bei seiner ersten Tour de France beeindruckte der Franzose, als er im Alter von nur 19 Jahren den vierten Gesamtrang erreichte. Eine Bilanz, die die Vergleiche mit Pogacars Entwicklung im gleichen Alter weiter befeuert.