Per Strand Hagenes hat seine Saison mit dem bislang größten Klassikersieg seiner Karriere gekrönt. Der Norweger triumphierte am Sonntag bei
Paris-Tours und bescherte
Visma - Lease a Bike einen prestigeträchtigen Erfolg zum Saisonabschluss. Dabei hatte der 23-Jährige selbst kaum damit gerechnet, um den Sieg kämpfen zu können. Seit der Tour de France hatte er mit Problemen im Training zu kämpfen und lange nach seiner gewohnten Form gesucht.
Die Entscheidung fiel erst auf dem letzten Kilometer, als Hagenes mit einer perfekt getimten Attacke seine Konkurrenten überraschte. In einem packenden Finale spielte Visma - Lease a Bike seine zahlenmäßige Überlegenheit geschickt aus. Zunächst hatte Pierre Gautherat mit einem Angriff aus dem Hauptfeld die entscheidende Rennphase eröffnet, während die letzten Ausreißer des Tages eingeholt wurden.
Hagenes überrascht die Favoriten mit einer Attacke auf dem letzten Kilometer
Obwohl seine Mannschaft zu diesem Zeitpunkt bereits einige Fahrer verloren hatte, gelang es Hagenes gemeinsam mit Paul Lapeira, die Lücke nach vorne zu schließen. Weitere Profis stellten den Anschluss her, sodass sich schließlich eine
elfköpfige Spitzengruppe formierte. Neben Hagenes gehörten auch sein Teamkollege Christophe Laporte sowie Lewis Askey, Jasper Stuyven und Jonas Abrahamsen zu den Fahrern, die den Sieg unter sich ausmachen sollten.
Per Strand Hagenes krönte seine Saison mit einem spektakulären Sieg bei Paris-Tours 2026. Der Norweger von Visma - Lease a Bike überraschte seine Konkurrenten mit einer Attacke auf dem letzten Kilometer und feierte den bislang größten Klassikersieg seiner Karriere.
Als sich die Favoriten bereits auf einen Sprint vorbereiteten, nutzte Hagenes den entscheidenden Moment für seinen Angriff. Der Norweger setzte sich von seinen Konkurrenten ab und verteidigte seinen Vorsprung bis zur Ziellinie. Dahinter sicherte sich Jasper Stuyven knapp vor den übrigen Verfolgern den zweiten Platz. Christophe Laporte komplettierte als Dritter das Podium und machte den Erfolg für Visma - Lease a Bike perfekt.
„Erst 500 Meter vor dem Ziel begann ich daran zu glauben“
Dass Hagenes zu solchen Leistungen fähig ist, hatte er im bisherigen Saisonverlauf bereits mehrfach bewiesen. Bei der E3 Saxo Classic belegte er den zweiten Platz, außerdem gewann er das Antwerp Port Epic. Dennoch war sein Selbstvertrauen vor Paris-Tours keineswegs grenzenlos. Sowohl während des anspruchsvollen Rennens als auch im entscheidenden Finale zweifelte er daran, die nötige Kraft für einen Sieg zu besitzen.
„Es ist ein großartiges Gefühl. Ehrlich gesagt habe ich während des Rennens nicht wirklich daran geglaubt. Ich glaube, erst 500 Meter vor dem Ziel begann ich daran zu glauben. Ich hatte viele Attacken kontrolliert, um sicherzustellen, dass wir zumindest mit Christophe in den Sprint gehen konnten, falls der Wind eine Rolle spielen sollte“, erklärte Hagenes
nach dem Rennen gegenüber den Medien.
„Auch im Verlauf des Rennens hatte ich einige schwierige Momente, aber ich habe weitergekämpft und immer wieder den Anschluss geschafft. Deshalb war es am Ende ein wirklich schöner Tag.“
Taktischer Vorteil durch Laporte: Hagenes nutzt seine Chance perfekt
Für den vielseitigen Norweger war der Triumph in Frankreich der ideale Abschluss einer Saison, deren letzte Monate nicht immer nach Wunsch verlaufen waren. In der entscheidenden Spitzengruppe profitierte er davon, mit Laporte einen ausgesprochen endschnellen Teamkollegen an seiner Seite zu haben. Während der Franzose seine Kräfte für einen möglichen Sprint schonte, übernahm Hagenes die Aufgabe, gegnerische Angriffe zu neutralisieren. Gleichzeitig hielt er das Tempo hoch, um Laporte bei einem möglichen Zusammenschluss der Gruppe eine aussichtsreiche Ausgangsposition zu verschaffen. Als sich schließlich die Gelegenheit für einen eigenen Vorstoß bot, zögerte Hagenes nicht.
„Es ist ein wirklich schönes Ergebnis. Ich glaube, seit der Tour de France hatte ich auch im Training einige Schwierigkeiten. Es fiel mir schwer, meine gewohnten Beine wiederzufinden, aber heute waren sie endlich wieder gut genug. Deshalb ist es natürlich ein großartiges Gefühl, die Saison auf diese Weise zu beenden.“
„Ich denke, die Rollen waren ziemlich klar verteilt. Christophe sollte seine Kräfte für den Sprint sparen, weil er in dieser Gruppe wahrscheinlich der Schnellste gewesen wäre. Am Ende hat man ja gesehen, dass er im Sprint Dritter wurde. Meine Aufgabe bestand darin, die Attacken zu kontrollieren [also mögliche Angriffe zu neutralisieren, Anm. d. Red.]. Schließlich ergab sich eine gute Gelegenheit, selbst anzugreifen. Und wenn sich eine solche Chance bietet, muss man es natürlich versuchen.“