„Die UCI unternimmt nicht genug“ – Ben Healy erklärt Fahrerprotest bei der Lombardei-Rundfahrt und fordert mehr Sicherheit
Radsport
Für Ben Healy könnte der wichtigste Moment der Lombardei-Rundfahrt 2026 nicht sein zwölfter Platz gewesen sein, sondern eine gemeinsame Aktion des Pelotons noch vor dem eigentlichen Renngeschehen. Der Ire gehörte zu den treibenden Kräften hinter einem Fahrerprotest, mit dem die Profis ein deutliches Zeichen für mehr Sicherheit im Radsport setzten. Ihre Forderung richtete sich insbesondere an den Radsport-Weltverband UCI und die Rennveranstalter, die nach Ansicht der Fahrer ihrer Verantwortung stärker gerecht werden müssen.
Auslöser waren mehrere besorgniserregende Zwischenfälle in den vergangenen Wochen und Monaten. Erst in der Woche vor der Lombardei-Rundfahrt waren sowohl bei der Coppa Bernocchi als auch bei den Tre Valli Varesine Fahrzeuge auf die Rennstrecke gelangt. Besonders schwer wiegt zudem der tragische Tod von Finlay Tarling, der im August bei der Volta ao Portugal von einem Auto erfasst worden war, das auf die Strecke gefahren war. Die wiederholten Sicherheitsprobleme veranlassten die Fahrer nun dazu, gemeinsam ein unmissverständliches Signal zu senden.
„Wir stehen zusammen, um zu zeigen, dass wir nicht zufrieden sind“
Für Healy steht fest, dass die UCI bei der Durchsetzung verbindlicher Sicherheitsstandards deutlich konsequenter handeln muss. Der Ire betonte, dass sämtliche Mannschaften den Protest unterstützten und die Fahrer ihre gemeinsame Stimme nutzen wollten, um Veränderungen anzustoßen.

Ben Healy gehörte bei der Lombardei-Rundfahrt 2026 zu den Initiatoren eines gemeinsamen Fahrerprotests. Der Ire fordert von der UCI konsequentere Maßnahmen und verbindliche Sicherheitsstandards im Radsport.
„Nach allem, was in dieser Woche und insbesondere in diesem Sommer passiert ist, herrscht im Peloton meiner Meinung nach Einigkeit darüber, dass vor allem die UCI nicht genug unternimmt“, erklärte Healy nach dem Rennen.
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„Ich denke, wir stehen einfach zusammen, um zu zeigen, dass wir mit der Situation nicht zufrieden sind. Wir wollten das heutige Rennen auf keinen Fall beeinflussen oder die Veranstalter verärgern. Es ging uns lediglich darum, zu zeigen, welche Kraft wir als Fahrer gemeinsam haben und dass wir unsere Stimme erheben können. Jedes einzelne Team, das heute am Start stand, hat heute Morgen dafür gestimmt. Deshalb stehen wir in dieser Frage besonders geschlossen zusammen. Ich hoffe, dass unsere Botschaft angekommen ist.“
Wie Domestique berichtet, hatten die Fahrer die Protestaktion bereits in den Tagen vor der Lombardei-Rundfahrt über WhatsApp vorbereitet. An der Abstimmung und Organisation war jeweils ein Vertreter jeder Mannschaft beteiligt. Im Mittelpunkt stand dabei der Wunsch, eine möglichst klare und geschlossene Botschaft zu vermitteln.
„Ich möchte nicht behaupten, dass nur ich und eine weitere Person hinter dieser Aktion standen. Ich habe gewissermaßen nur die Leute zusammengebracht. Denn diese Forderung kommt nicht allein von mir. Sie stammt von allen Fahrern, die heute im Peloton unterwegs waren, und ganz allgemein aus dem gesamten WorldTour-Peloton.“
„Ich denke, das ist ein enorm wichtiges Thema. Schließlich geht es um unsere eigene Sicherheit. Niemand hatte etwas Negatives dazu zu sagen. Die Botschaft ist einfach und eindeutig. Ich glaube, deshalb konnte sich auch jeder dahinterstellen.“
Protest ging von den Fahrern aus – Healy fordert einheitliche Sicherheitsstandards
Während der Protestaktion veröffentlichte auch die Fahrervereinigung CPA eine Stellungnahme, die anschließend von zahlreichen Profis verbreitet wurde. Die Initiative selbst ging jedoch ausschließlich von den Fahrern aus. Berichten zufolge war die CPA nicht an der Organisation beteiligt.
Healy ist überzeugt, dass die Verantwortlichen im Radsport die Forderungen des Pelotons ernst nehmen müssen. Gleichzeitig räumte der Ire ein, selbst noch keine konkreten Antworten auf sämtliche Sicherheitsfragen zu haben. Entscheidend sei zunächst, dass die Aktion einen konstruktiven Dialog mit der UCI auslöse und möglichst schnell zu verbindlichen Verbesserungen führe.
„Nein, die Initiative ging vollständig von den Fahrern aus. Wir wollten die Sache so einfach wie möglich halten. Wie gesagt, unsere Botschaft ist nicht kompliziert, und heute standen alle Fahrer geschlossen dahinter.“
„Ich persönlich habe sicherlich nicht auf alles eine Antwort. Aber ich hoffe, dass wir damit eine Diskussion mit der UCI anstoßen können. Es muss eine Art einheitlichen, zentral festgelegten Standard für all diese Rennen geben, der regelt, wie die Sicherheit gewährleistet wird. Hoffentlich können wir diesen Prozess jetzt in Gang bringen.“

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
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- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
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- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
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