Die
Renewi Tour 2026 findet vom 19. bis 23.08.2026 statt. Im letzten Saisondrittel setzen viele Klassiker-Spezialisten hier einen Schwerpunkt. Die fünftägige Rundfahrt bietet Kopfsteinpflaster, hügeliges Terrain und knifflige Massensprints in Belgien.
Das Rennen trug über die Jahre mehrere Namen, aktuell ist Renewi Titelsponsor. 2005 wurde die Premiere ausgetragen und prompt vom US-Amerikaner Bobby Julich gewonnen. Schon im ersten Jahr erlangte das Rennen internationales Renommee – und das hielt an.
Auf der Siegerliste stehen ausgewiesene Zeitfahrspezialisten wie Tony Martin und Tom Dumoulin; Querfeldein- und Klassikerspezialisten wie Lars Boom, Zdenek Stybar und natürlich Mathieu van der Poel; weitere Klassiker-Asse wie Niki Terpstra, Matej Mohoric und Sonny Colbrelli – und sogar ein Kletterer mit Laurens de Plus.
Die Strecke variiert von Jahr zu Jahr und begünstigt unterschiedliche Fahrertypen. Tim Wellens hält mit drei Gesamtsiegen den Rekord, 2025 eroberte Arnaud de Lie nach einem packenden Duell mit Mathieu van der Poel die Gesamtwertung.
Strecken- und Etappenplan der Renewi Tour 2026
| Etappe | Datum | Startort | Zielort | Distanz (km) | Etappentyp |
| 1 | 19.08.2026 | Diest | Diest | 191 | Kopfsteinpflaster/Hügelig |
| 2 | 20.08.2026 | Blankenberge | Ardooie | 174 | Flach |
| 3 | 21.08.2026 | Celles | Geraardsbergen | 181 | Kopfsteinpflaster/Hügelig |
| 4 | 22.08.2026 | Riemst | Bilzen | 187 | Flach |
| 5 | 23.08.2026 | Leuven | Leuven | 183 | Hügelig |
Profil Etappe 1: Diest - Diest
Diest - Diest, 191 Kilometer
Der Auftakt in Diest führt Start und Ziel in der belgischen Stadt zusammen. Gleich zu Beginn ist mit einer explosiven Etappe zu rechnen, auf der sich einige Fahrer früh im Kampf um das Gesamtklassement in Position bringen wollen.
Zweimal werden zwei Kopfsteinpflasteranstiege befahren; anschließend folgt ein Schlussrundkurs mit vier Runden und einem kurzen Anstieg von 400 Metern à 5,5 % – die Goldene Kilometerwertung liegt 21 Kilometer vor dem Ziel.
Wahrscheinlich endet die Etappe erneut im Sprint in Diest, sicher ist das jedoch nicht: Der Tag hält mehrere Stolpersteine bereit.
Profil Etappe 2: Blankenberge - Ardooie
Blankenberge - Ardooie, 174 Kilometer
Etappe 2 verläuft durch die flandrische Ebene. Starker Wind und offene Straßen sind hier häufig, eine scheinbar harmlose Sprintetappe kann so zur gefährlichen und für die Gesamtwertung entscheidenden Angelegenheit werden.
Kein einziger Anstieg steht auf dem Programm, die Goldene Kilometerwertung liegt 20 Kilometer vor dem Ziel. Nach dem Start in Blankenberge spricht dennoch vieles für einen Massensprint in Ardooie.
Profil Etappe 3: Celles - Geraardsbergen
Celles - Geraardsbergen, 181 Kilometer
Die Königsetappe ist den Fahrern aus den Frühjahrsklassikern bestens vertraut. Am dritten Renntag steht die „Geraardsbergen-Etappe“ an – voraussichtlich die wichtigste der Woche.
Anstiege wie Knokteberg, Paterberg, Oude Kruisberg und Berg ten Houte werden früh absolviert, bevor der Rundkurs folgt, der die Etappe entscheiden dürfte.
Zweimal geht es über den kompletten Denderoordberg (700 m à 7 %), die Muur van Geraardsbergen (1,2 km à 7,1 %) und den Bosberg (1,4 km à 4,6 %). Vor allem die enge, extrem steile „Muur“ birgt jedes Mal das Potenzial, das Rennen zu sprengen.
Danach steht ein dritter Anstieg des Denderoordbergs an – nur 5 Kilometer vor dem Ziel. Der Schluss erfolgt im Zentrum von Geraardsbergen mit einem ikonischen Sprint bergauf auf Kopfsteinpflaster.
Profil Etappe 4: Riemst - Bilzen
Riemst - Bilzen, 187 Kilometer
Die vierte Etappe ist kantig und führt über klassisches, explosiv zu fahrendes belgisches Terrain – ideal für Klassiker-Spezialisten. Mit Blick auf die Gesamtwertung könnte die Etappe zünden.
Im Kern handelt es sich um einen Rundkurs mit zahlreichen kurzen Wellen. Die Anstiege sind nicht extrem, doch das ständige Auf und Ab fordert Körner.
7,5 Kilometer vor dem Ziel wartet eine kleine Kuppe, ideal für späte Attacken, die Goldene Kilometerwertung liegt 25 Kilometer vor dem Ziel. In Bilzen weist der Zielsprint zudem eine leichte Steigung auf.
Etappe 5: Leuven - Leuven
Leuven - Leuven, 183 Kilometer
Das Rennen endet in Leuven auf demselben Rundkurs, der im Vorjahr das dramatische Finale bot. Die Stadt war 2021 Gastgeber der Straßen-Weltmeisterschaften, der Kurs ist auf explosives Racing ausgelegt.
Auf den Straßen von Leuven ist eine organisierte Verfolgung äußerst schwierig. Die Etappe ist 183 Kilometer lang, die finalen 50 verlaufen innerhalb der Stadt. Mit ihrem Dreifach-Anstiegsdesign bietet sie zahlreiche Chancen für Attacken.
Die Anstiege sind interessant, doch der technische Charakter des Rundkurses macht ihn besonders attraktiv für Angriffe – auch aus der Distanz. Taktisches Racing ist garantiert, ein Sprint eines reduzierten Feldes ist dennoch nicht auszuschließen.
Siegerliste Renewi Tour
| Jahr | Sieger | 2. Platz | 3. Platz |
| 2025 | Arnaud De Lie | Mathieu van der Poel | Tim Wellens |
| 2024 | Tim Wellens | Alec Segaert | Per Strand Hagenes |
| 2023 | Tim Wellens | Florian Vermeersch | Yves Lampaert |
| 2022 | — | — | — |
| 2021 | Sonny Colbrelli | Matej Mohorič | Victor Campenaerts |
| 2020 | Mathieu van der Poel | Tim Wellens | Nils Eekhoff |
| 2019 | Laurens De Plus | Oliver Naesen | Tim Wellens |
| 2018 | Matej Mohorič | Michael Matthews | Tim Wellens |
| 2017 | Tom Dumoulin | Tim Wellens | Sacha Modolo |
| 2016 | Niki Terpstra | Oliver Naesen | Peter Sagan |
| 2015 | Tim Wellens | Greg Van Avermaet | Tiesj Benoot |
| 2014 | Tim Wellens | Lars Boom | Tom Dumoulin |
| 2013 | Zdeněk Štybar | Tom Dumoulin | Andriy Grivko |
| 2012 | Lars Boom | Sylvain Chavanel | Niki Terpstra |
| 2011 | Edvald Boasson Hagen | Philippe Gilbert | David Millar |
| 2010 | Tony Martin | Koos Moerenhout | Edvald Boasson Hagen |
| 2009 | Edvald Boasson Hagen | Sylvain Chavanel | Sebastian Langeveld |
| 2008 | José Iván Gutiérrez | Sébastien Rosseler | Michael Rogers |
| 2007 | José Iván Gutiérrez | David Millar | Gustav Larsson |
| 2006 | Stefan Schumacher | George Hincapie | Vincenzo Nibali |
| 2005 | Bobby Julich | Erik Dekker | Leif Hoste |