Remco Evenepoel absolvierte in Calpe ein „Mini-Amstel Gold Race“, während seine Rivalen in Roubaix über das Kopfsteinpflaster jagten

Radsport
Donnerstag, 16 April 2026 um 22:15
Remco Evenepoel
Remco Evenepoel sorgte für eine der großen Frühjahrsüberraschungen, als er am Start der Flandern-Rundfahrt erschien. Kaum jemand hatte damit gerechnet, dass der Belgier das Kopfsteinpflaster-Monument in sein Programm aufnimmt, doch er war sofort konkurrenzfähig und belegte nach einem aggressiven, äußerst starken Auftritt Rang drei bei seinem Debüt.
Die Ankündigung erfolgte erst wenige Tage vor dem Rennen und weckte Fragen, wie lange der Schritt bereits geplant war. Laut seinem Team war die Entscheidung früher gefallen, doch Vorbereitung und Streckenbesichtigungen blieben bis zum Schluss strikt unter Verschluss.
Diese Geheimhaltung befeuerte rasch die Spekulationen, Evenepoel könnte auch bei Paris–Roubaix starten. Angesichts seiner Power, Ausdauer und des wachsenden Selbstvertrauens auf schwierigem Terrain hielten viele die Königin der Klassiker für den logischen nächsten Schritt. Doch der Belgier stand nie in den Roubaix-Plänen.
Stattdessen kehrte der Red Bull - BORA - hansgrohe-Kapitän nach Spanien zurück, um seinen Aufbau für die Ardennen-Klassiker fortzusetzen, wo ein erneutes Duell mit Tadej Pogacar warten könnte. Die Rivalität der beiden prägt das moderne Peloton, und Evenepoel macht keinen Hehl daraus, wie sehr sie ihn antreibt.
Gegenüber der Gazzetta erklärte Evenepoel, dass ihn das Kräftemessen mit Fahrern auf Pogacars Niveau weiterbringe. Sein Fokus liege jedoch auf der eigenen Entwicklung und darauf, stärker aufzutreten als in den Vorjahren.
Das bedeutete, der Versuchung Paris–Roubaix zu widerstehen und die Rennen zu priorisieren, die seinem Profil am besten liegen. Die Ardennen-Kampagne beginnt an diesem Sonntag mit dem Amstel Gold Race, bei dem Evenepoel zu den Topfavoriten zählen dürfte.
Ohne Pogacar wächst der Status des Belgiers zusätzlich. Auch mehrere andere prominente Namen fehlen, wodurch sich für den Olympiasieger die Chance auf ein großes Resultat öffnet.
Während ein Großteil der Radsportwelt Paris–Roubaix verfolgte, steckte Evenepoel bereits mitten in den letzten Vorbereitungen in Calpe. Seine Strava-Daten zeigten eine fordernde 230-Kilometer-Einheit mit rund 2.900 Höhenmetern, eine Belastung, die den Anforderungen des Amstel Gold Race sehr nahekommt.
Remco Evenepoel bereitet sich in Calpe mit einer langen, hügeligen Trainingseinheit auf die Ardennen-Klassiker vor.
Die Zahlen sind aufschlussreich. Amstel führt über rund 257 Kilometer mit etwa 3.400 Höhenmetern, was Evenepoels spanische Einheit klar als wettkampfspezifischen Reiz einordnet. Zwar waren die Anstiege in Spanien länger als die kurzen Rampen in Limburg, doch die Arbeitslast unterstreicht die präzise Struktur seiner Vorbereitung.
Alles deutet nun auf eine weitere ernsthafte Ardennen-Kampagne hin. Evenepoel verzichtet auf den Brabantse Pijl, den er im Vorjahr gewann, und bündelt die Kräfte für die großen Ziele.
Das Amstel Gold Race liefert zudem einen Extrakick Motivation. Vor zwölf Monaten verpasste Evenepoel den Sieg knapp gegen Mattias Skjelmose und musste sich nach einem nervenaufreibenden Finale mit Platz drei begnügen.
Diesmal kehrt er mit frischeren Beinen, fokussierter Vorbereitung und klarer Absicht zurück. Nach der Überraschung in Flandern richtet Evenepoel den Blick nun auf Terrain, auf dem er bereits dominieren konnte.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading