Rätsel gelöst: Ukrainischer Radprofi verbüßte heimlich eine einjährige Dopingsperre, bevor er ins Renngeschehen zurückkehrte

Radsport
durch Nic Gayer
KyryloTsarenko
Kyrylo Tsarenko gehörte 2025 zu den wichtigsten Leistungsträgern von Team Solution Tech - NIPPO - Rali. Der Ukrainer gewann die Tour of Hainan, die Tour de Kyushu und eine Etappe der Tour of Slovenia. Doch zu Beginn der Saison 2026 verschwand der damals 25-Jährige plötzlich aus dem Peloton. Weder im Aufgebot seiner italienischen Mannschaft noch bei einem anderen UCI-Team war er zu finden. Als Tsarenko im Juli schließlich zurückkehrte und unmittelbar wieder starke Ergebnisse erzielte, wurde auch der Grund für seine monatelange Abwesenheit deutlich: eine Sperre wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen.
Der Ukrainer war wegen wiederholter Verstöße gegen die Meldepflicht seiner Aufenthaltsdaten gesperrt worden. Innerhalb von zwölf Monaten hatte er dreimal nicht ordnungsgemäß angegeben, wo er für mögliche Dopingkontrollen erreichbar war. Die Sanktion wurde rückwirkend zum 3. Dezember 2025 verhängt und endete am 30. Juni 2026. Obwohl es sich um eine Sperre nach den Anti-Doping-Regeln handelt, ging es dabei um Meldepflichtverstöße und nicht um einen nachgewiesenen positiven Dopingtest.

Zahlreiche Ergebnisse gestrichen: Tsarenko akzeptiert die Sanktion

Die Konsequenzen beschränkten sich nicht auf die mehrmonatige Rennpause. Sämtliche Ergebnisse, die Tsarenko seit dem 1. Juli 2025 erzielt hatte, wurden nachträglich aberkannt. Dazu gehörten unter anderem sein Gesamtsieg bei der Tour de Kyushu, ein Etappenerfolg sowie mehrere Platzierungen unter den besten fünf beziehungsweise zehn Fahrern bei Eintagesrennen. Der Ukrainer entschied sich, die Sanktion nicht anzufechten.

Beeindruckendes Comeback: Tsarenko überzeugt sofort nach seiner Rückkehr

Bereits wenige Tage nach Ablauf seiner Sperre kehrte Tsarenko ins Renngeschehen zurück. Vom 4. bis 7. Juli bestritt er mit Team Solution Tech - NIPPO - Rali die Sibiu Tour. Dass er die erzwungene Auszeit offenbar für intensives Training genutzt hatte, zeigte sich unmittelbar: Bei seinem ersten Rennen nach der Sperre belegte er den sechsten Platz in der Gesamtwertung.
Nur einen Monat später knüpfte der Ukrainer sogar wieder an seine früheren Erfolge an. Bei der Tour of Kahramanmaras (2.2) in der Türkei gewann er sowohl eine Etappe als auch die Gesamtwertung. Auch beim türkischen Rennen Ordu Coast to Summit (1.2) war er erfolgreich. Im August sammelte er darüber hinaus bei weiteren Wettbewerben der Kategorie 1.2 zwei Platzierungen unter den besten fünf Fahrern.
Seit September konnte Tsarenko diese herausragenden Ergebnisse allerdings nicht mehr ganz bestätigen. Ein Grund dafür dürfte das deutlich höhere sportliche Niveau der italienischen Herbstklassiker sein. Voraussichtlich wird der Ukrainer seine Comeback-Saison am 18. Oktober beim Japan Cup der Kategorie 1.Pro abschließen – nur eine Woche nach seinem 26. Geburtstag.
Trotz der langen Zwangspause hat sich Tsarenko damit erneut zu einem wichtigen Fahrer für Team Solution Tech - NIPPO - Rali entwickelt. Allein seit seiner Rückkehr im Juli sammelte er 183 UCI-Punkte und leistete damit einen wertvollen Beitrag im Kampf der italienischen ProTeam-Mannschaft um einen Platz unter den besten 30 der UCI-Teamrangliste. Seine Leistungen dürften auch seine Chancen auf eine Vertragsverlängerung verbessern. Tsarenko gehört dem Team bereits seit Ende der Saison 2023 an und könnte seine Karriere dort auch in den kommenden Jahren fortsetzen.
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