Isaac del Toro steht kurz davor, einen großen Karrieretraum zu verwirklichen. Der Mexikaner gibt an diesem Samstag sein Debüt bei der Tour de France 2026, im Trikot des Landesmeisters und an der Seite des starken UAE Team Emirates XRG. Bei der Vortour-Pressekonferenz, an der auch CyclingUpToDate teilnahm, präzisierte Del Toro seine Ziele.
Bei der Grande Boucle übernimmt er die Rolle des Chefdomestiken für Pogacar im Kampf um einen weiteren Sieg des Slowenen. Für Del Toro ist es die goldene Chance, endlich auf der größten Bühne des Sports zu glänzen.
Mit 22 Jahren kommt Del Toro zudem in einer der besten Phasen seiner noch jungen Laufbahn. Sein jüngster Sieg bei der Tour Auvergne Rhône-Alpes bestätigte die herausragende Form, mit der er nach Frankreich reist – ein Niveau, das nahelegt, dass der Mexikaner bei passenden Rennkonstellationen trotz Helferrolle sogar um Spitzenränge im Gesamtklassement mitfahren könnte.
Am Vorabend des Starts sprach Del Toro über seine Ziele, die Freude, mit Pogačar ein Team zu teilen, und seine Erwartungen an sein Tour-de-France-Debüt.
Komplette Fragerunde mit Isaac del Toro
Video: Isaac del Toro spricht auf der Pressekonferenz vor der Tour de France.
F: Was ist dein Ziel für diese erste Tour de France? Wie fühlst du dich?
A: „Ich bin glücklich, hier zu sein. Es ist meine erste Tour und ich bin sehr aufgeregt, dieses Rennen kennenzulernen. Mein Hauptziel ist, es so sehr wie möglich zu genießen und wirklich zu verstehen, wie sich diese drei Wochen anfühlen.
Natürlich kann ich nicht ausblenden, wie mein Land all das erlebt, was gerade geschieht. Ich fühle mich sehr glücklich und privilegiert, in dieser Position zu sein. Ich werde versuchen zu lernen und in den kritischen Momenten da zu sein, wenn ich gebraucht werde.
Offensichtlich werde ich versuchen, jedes Mal den Unterschied zu machen, wenn sich eine Chance bietet.“
Isaac del Toro, ein Star des Weltradsports
F: Was bedeutet es dir, die Tour de France an der Seite von Tadej Pogačar zu fahren und ihn im Kampf um den Sieg zu unterstützen?
A: „Ehrlich gesagt ist es ein Traum, den ich seit meiner Kindheit habe. Es ist etwas wirklich Besonderes, das tun zu dürfen. Allein am Start der Tour de France zu stehen, mit dem besten Team der Welt, und zu versuchen, Tadej zu helfen, bedeutet mir sehr viel.
Ich kann noch immer kaum glauben, zu welcher Person ich mich im Laufe der Jahre entwickelt habe. Ich fühle mich sehr privilegiert und sehr glücklich. Ich hoffe, viel zu lernen, und ich möchte in diesen drei Wochen einfach alles geben.“
F: Was erwartest du von deiner ersten Tour de France?
A: „Ich erwarte ein sehr hartes Rennen. Das Niveau, das wir in diesen drei Wochen sehen werden, wird mich nicht überraschen. Ich denke, jeder Tag wird taktisch enorm wichtig sein.
Ich freue mich, den Sport auf diese Weise zu erleben. Davon träume ich, seit ich mit dem Radfahren begonnen habe. Ich bin aufgeregt und auch nervös. Es ist normal, dass es so viele Kameras und so viel Aufmerksamkeit gibt, aber ich bin sehr glücklich, hier zu sein.“
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.