Einer der hochkarätigsten Transfers, über den seit Monaten gesprochen wird, ist der von
Mauro Schmid. An diesem Samstag wurde der Wechsel zu Pinarello - Q36.5 Pro Cycling Team offiziell, mit einem kolportierten Gehalt von rund 2 Millionen Euro und einem Platz an der Seite von Tom Pidcock.
Mauro Schmid wechselt in die Schweizer Top-Equipe
„Mauro ist einer der komplettesten Radrennfahrer im heutigen Profi-Peloton“, sagte Team-CEO Doug Ryder in einer Pressemitteilung. „Was uns am meisten beeindruckt hat, sind nicht nur die Ergebnisse dieser Saison, sondern die Art, wie er fährt – mit Intelligenz, Vielseitigkeit und dem unbedingten Willen, sich weiter zu verbessern. Diese Qualitäten passen perfekt zur Kultur, die wir beim Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team aufbauen.“
Dieser Transfer überrascht nicht und ist folgerichtig. Der 26-Jährige wurde 2021 unter Ryder bei Team Qhubeka NextHash Profi und wechselte anschließend zu Soudal - Quick-Step. Die vergangenen Saisons verbrachte er bei
Team Jayco AlUla, wo seine Konstanz zunahm und er sein Topniveau häufig abrief. Mit auslaufendem Vertrag wollte Ryder Schmid unbedingt in sein Team zurückholen.
Diesmal steht er an der Spitze von Pinarello - Q36.5 Pro Cycling Team, finanziert von Ivan Glasenberg – Eigentümer der Radmarke Pinarello –, der maßgeblich die Verpflichtung von Tom Pidcock zur Saison 2025 vorantrieb. Da der Brite aktuell sein bisher bestes Niveau erreicht, wurden viele Beobachter überzeugt, dass das Zweitdivisionsprojekt nicht nur so professionell ist wie konkurrierende Teams, sondern dass ein Schritt weg von der WorldTour keineswegs Qualitäts- oder Chancenverlust auf Topniveau bedeutet.
Schmid ist ein Schweizer Fahrer und damit ein zentrales Ziel für das Schweizer Pinarello-Team. „Als Schweizer Fahrer in ein Schweizer Team zu kommen, ist eine natürliche Verbindung, die diesen Transfer besonders bedeutsam macht. Wir sind überzeugt, dass unser Umfeld und die enge Zusammenarbeit mit Partnern Mauro alle Möglichkeiten geben, sich weiterzuentwickeln, während seine Erfahrung und sein Feedback uns helfen werden, die Grenzen der Innovation weiter zu verschieben. Wir freuen uns sehr, ihn im Team zu begrüßen.“
Mauro Schmid nach dem Sieg auf Etappe 13 der Tour de France 2026
Schmid visiert Zeitfahren und Frühjahrsklassiker an
Darüber hinaus ist Schmid ein enormer Gewinn für ein Zweitdivisionsteam. Er gehört zu den Fahrern mit den meisten UCI-Punkten in diesem Jahr – aktuell Rang 9. Die 2.638 Punkte, die er bisher gesammelt hat, liegen sogar über denen von Tom Pidcock, der Zehnter ist. Sein Potenzial als Punktelieferant kann entscheidend sein, um das Team zum Start von 2029 auf WorldTour-Niveau zu hieven.
Das Team hat sich aufgrund der gesammelten Punkte bereits Wildcards für alle gewünschten Rennen gesichert, doch bei diesem Tempo erscheint ein Aufstieg realistisch. Neben Schmid, dem zuvor bereits ein Jahresgehalt von 2 Millionen Euro nachgesagt wurde, wird Pinarello intensiv mit mehreren Fahrern in Verbindung gebracht; zuletzt wurde sogar Primoz Roglic mit dem Team verknüpft.
„Doug hat mir den Schritt ins Profilager ermöglicht, daher bestand schon eine enge Verbindung. Aber wirklich überzeugt hat mich, wie sehr sich das Team in den letzten zwei bis drei Saisons weiterentwickelt hat“, betonte auch Schmid. „Gerade als Schweizer macht es dieses Projekt für mich noch einmal spezieller.“
„Was dieses Projekt wirklich unterscheidet, ist die enge Zusammenarbeit des Teams mit seinen Partnern. Man erhält nicht einfach nur Equipment – man kann Feedback geben, an der Entwicklung mitwirken und Produkte verbessern. Wenn Marken so eng ins Team integriert sind, hat man stets Zugriff auf bestes Material und gestaltet zugleich die nächste Produktgeneration mit. Das begeistert mich wirklich.“
Schmid gewann kürzlich die 13. Etappe der Tour de France und demonstrierte dabei seine Kletterfähigkeiten, seine taktische Reife und seinen Sprint. Zudem wurde er in der Schlusswoche zweimal Zweiter: einmal im Sprint einer großen Ausreißergruppe hinter Jasper Philipsen und einmal hinter Richard Carapaz am Berg. Das unterstreicht seine Vielseitigkeit eindrucksvoll.
„Jede Saison konnte ich einen Schritt nach vorne machen, aber ich habe noch nicht mein volles Potenzial ausgeschöpft. Ich will noch kompletter werden, mein Zeitfahren verbessern und in den größten Eintagesrennen den Rückstand weiter schließen. Ich bin überzeugt, dass mir dieses Umfeld alles gibt, um weiter voranzukommen.“