„Normalerweise zögert im Massensprint der Tour de France niemand“: Olav Kooij beklagt einen taktischen Fehler im Bruchteil einer Sekunde, der ihn den zweiten Etappensieg kostete

Radsport
Donnerstag, 16 Juli 2026 um 10:00
Olav Kooij on stage 11 of the 2026 Tour de France
Olav Kooij war um Zentimeter von seinem zweiten Etappensieg bei der Tour de France 2026 auf Etappe 11 entfernt, doch der Niederländer räumte ein, dass eine Entscheidung im Bruchteil einer Sekunde auf den letzten Metern ihn letztlich den Sieg kostete.
Das Decathlon CMA CGM Team brachte Kooij mit einem perfekt organisierten Anfahrerzug von Daan Hoole und Cees Bol in Idealposition, doch das Finale kippte ins Chaos, als Søren Wærenskjold mit einem Überraschungsangriff zum Sieg stürmte. Kooij wurde Zweiter, während der Etappenfavorit Tim Merlier den Sprint nicht mehr bestreiten konnte. Jasper Philipsen komplettierte das Podium.
„Wir waren wirklich in einer sehr guten Position“, sagte Kooij in einem Interview nach dem Rennen. „Rickaert und Stuyven waren vorn, mit Cees direkt dahinter. Es sah perfekt aus.“
Olav Kooij auf Etappe 8 der Tour de France 2026
Olav Kooij auf Etappe 8 der Tour de France 2026

Eine teure Zögerlichkeit

Als Bol den Sprint eröffnete, traf Kooij die entscheidende Wahl, nicht sofort an das Hinterrad seines Teamkollegen zu springen. Stattdessen erwartete er, dass Jasper Stuyven, direkt vor ihm, an Bols Anfahrt anschließen würde.
Dazu kam es nicht, denn Stuyven wartete auf seinen eigenen Kapitän Tim Merlier, der zu weit zurückgefallen war. „Stuyven war durch“, erklärte Kooij. „Und ich war nicht direkt am Hinterrad von Cees. Ich habe ihn einen Moment ziehen lassen.“
Dieses kurze Zögern erwies sich als ausschlaggebend. Bol riss sofort eine Lücke, Kooij musste den Rückstand schließen, während Wærenskjold seinen entscheidenden Sprint startete.
„Kurz dachte ich, Cees gewinnt, weil er plötzlich so viel Abstand hatte. In diesen drei Kurbelumdrehungen, in denen ich aufgehört habe zu treten, ist alles langsamer geworden. Vielleicht habe ich da den Sprint verloren. Normalerweise zögert bei einem Massensprint der Tour de France niemand.“
Trotz der Enttäuschung hob Kooij nach einer weiteren starken Teamleistung das Positive hervor. „Wir haben heute so viele Dinge richtig gemacht“, sagte er. „Leider hat es am Ende einfach nicht gereicht.“
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