„Niemand ist unbesiegbar“ – Giulio Pellizzari ist bereit, Jonas Vingegaard in den Bergen des Giro d’Italia herauszufordern

Radsport
Dienstag, 12 Mai 2026 um 13:00
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Giulio Pellizzari startete in den Giro d’Italia 2026 als wohl aussichtsreichster Fahrer, Jonas Vingegaard in der Gesamtwertung am nächsten zu kommen. Auf Etappe 2 nach Veliko Tarnovo untermauerte er diesen Status, als er als einziger Klassementfahrer Vingegaards ersten Angriff der Rundfahrt kontern konnte.
Pellizzari hatte im Vorfeld der Corsa Rosa die Tour of the Alps gewonnen und seine Form bereits angedeutet. Mit guten Beinen in den Giro zu gehen ist wichtig, da in der ersten Woche oft schwere Abschnitte warten, und der Italiener bestand die erste Prüfung mit Bestnote.
„Ich fühle mich wirklich gut. Die Beine sind da. Vingegaard ist extrem stark, aber ich bin zufrieden, dass ich dicht dranbleiben und meinen Rhythmus halten konnte“, sagte Pellizzari im Gespräch mit La Gazzetta dello Sport. Am Ruhetag reisten die Fahrer von Bulgarien nach Italien, weiter geht es im Süden mit längeren und schwereren Anstiegen gleich zum Re-Start. Das Bergankunft-Finale am Blockhaus auf Etappe 7 wird die erste echte Standortbestimmung, bei der Pellizzari und Vingegaard erneut direkt aufeinandertreffen. „Niemand ist unschlagbar.“
Wichtig wird der Tag auch für Red Bull - BORA - hansgrohe, wo sowohl Pellizzari als auch Jai Hindley ihre Form testen – gegen die Konkurrenz und gegeneinander. Auf dem Papier gehen sie als Co-Kapitäne ins Rennen. „Als Fahrer wissen wir alle, wie stark er ist. Mir zählt aber vor allem der Mensch. Wir sind große Freunde und Teamkollegen, auch wenn uns sieben Jahre trennen“, sagt Pellizzari über den Australier. „Wir haben zusammen viel Spaß, und genau das macht den Unterschied. Er ist ein besonderer Typ.“

Grand Tours sind Pellizzaris großes Ziel

Im Gespräch rückte auch die langfristige Perspektive in den Fokus: der Triumph bei einer Grand Tour als Karriereziel. Mit 22 Jahren hat der Italiener bereits zahlreiche Anzeichen geliefert, zu den Besten seiner Generation zu gehören. Konkrete Fristen oder starre Ziele will er sich dennoch nicht setzen.
„Ich mache keine starren Pläne, ich folge meinem Bauchgefühl. Ich muss die Dinge richtig angehen, dann zeigt die Zeit, wo ich hinkomme. Heute kann niemand wissen, ob ich eine Grand Tour gewinne oder nicht“, sagt er. „Und ich weiß nicht, wann ich bereit bin oder ob es dieses Jahr, nächstes Jahr oder in fünf Jahren passiert.“
Unbestreitbar ist jedoch, dass Italiens Hoffnungen nun auf seinen Schultern ruhen. Die Heimnation hat den Giro seit zehn Jahren nicht mehr gewonnen. „Ich werde sicher alles dafür tun – für mich und für Italien. Aber jetzt zählt nur die Gegenwart und Tag für Tag herauszufinden, wie weit man kommen kann“, schloss er.
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