Die britische
Bahn-Ikone
Katie Archibald hat nach einer außergewöhnlichen Karriere, geprägt von Erfolg und beständiger Weltspitze, ihren Abschied aus dem Nationalteam verkündet. Mit 31 Jahren setzt Archibald einen Schlussstrich unter eine 13-jährige Laufbahn als eine der meistdekorierten Fahrerinnen Großbritanniens und hinterlässt auf und neben der Bahn ein unauslöschliches Vermächtnis.
Als dreifache Olympiamedaillengewinnerin sowie amtierende Welt- und Europameisterin verabschiedet sich die Schottin als Teil der Formation, die den Weltrekord in der Mannschaftsverfolgung der Frauen hält. Ihr Einstieg in den Radsport kam spät und beinahe zufällig. Sie suchte zunächst den sozialen Aspekt und fuhr Grasbahnrennen in Schottland, doch ihr Talent fiel den britischen Trainern rasch auf. 2013, mit nur 19 Jahren, trat sie dem Ausdauerprogramm der britischen Bahnmannschaft bei.
Sie setzte sofort ein Ausrufezeichen. Bei ihrem Debüt in der Elite gewann sie mit Laura Kenny, Dani Rowe und Elinor Barker den EM-Titel in der Mannschaftsverfolgung. Es folgte eine Siegesserie, die sie zur globalen Referenz machte. Noch vor ihren ersten Olympischen Spielen in Rio 2016 hatte sie bereits sechs EM-Titel, einen WM-Titel und mehrere internationale Medaillen gesammelt.
Archibalds beeindruckende Medaillenbilanz
Im Verlauf ihrer Karriere gewann Archibald 51 Medaillen bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und Commonwealth Games. Ihr Palmarès umfasst zwei olympische Goldmedaillen, eine olympische Silbermedaille, sieben WM-Titel und rekordverdächtige 21 EM-Titel. Dazu glänzte sie bei den britischen Meisterschaften mit 12 Bahntiteln sowie dem nationalen Straßenkriteriumstitel 2017.
Einer ihrer prägenden Momente war Tokio 2020, als sie gemeinsam mit Laura Kenny das erste olympische Gold im Frauen-Madison gewann. Ein weiterer Meilenstein folgte in Glasgow 2023, den ersten multidisziplinären Weltmeisterschaften in Schottland, wo sie Großbritannien zum WM-Titel in der Mannschaftsverfolgung der Frauen führte – dem ersten seit 2014, jenem Jahr, in dem sie ihr erstes Regenbogentrikot holte.
Ihre Laufbahn war auch von Rückschlägen geprägt. Eine Verletzung wenige Wochen vor den Olympischen Spielen in Paris 2024 zwang sie zum Startverzicht, doch später im Jahr kehrte sie zurück und half dem britischen Team, den WM-Titel in der Mannschaftsverfolgung zurückzuerobern.
Archibald „für alles dankbar“ in bewegender Erklärung
In einer Mitteilung von British Cycling blickte Archibald auf ihre Karriere und ihr Verhältnis zum Sport zurück: „Ich liebe es, Radrennen zu fahren. Nach 13 Jahren auf der internationalen Bühne und einem ganzen Leben im Wettstreit mit meinem älteren Bruder habe ich beschlossen, von Ersterer zurückzutreten.“
Die Schottin betonte auch den Stolz, Großbritannien vertreten zu haben: „Teil des Teams Großbritannien zu sein, bedeutete, Teil von etwas Größerem zu sein, und es war mir eine echte Ehre, an der Seite der besten Fahrerinnen des Landes zu starten.“
Zugleich hob sie Erfahrungen jenseits der Siege hervor: „Ich bin dankbar für alles, was ich lernen durfte, alles, was ich gesehen habe, und all die großartigen Menschen, die ich getroffen habe.“