Der niederländische Meister
Danny van Poppel wird in der kommenden Woche nicht bei der Giro d’Italia 2026 starten. Obwohl er im Winter mit Red Bull - BORA - hansgrohe vereinbart hatte, in Italien auf eigene Sprintchancen zu gehen, lässt ihn das deutsche Team nach einer deutlich enttäuschenden Frühjahrskampagne aus dem Aufgebot.
Krasser Gegensatz zu einem herausragenden Jahr 2025
Van Poppel lieferte 2025 eine starke Saison ab, in der er trotz seiner Rolle als Anfahrer vier Siege einfuhr. Dazu zählten zwei Massensprints bei der Tour of Hungary, ein Solosieg bei der NIBC Tour of Holland und der nationale Straßentitel, bei dem er die Top-Sprinter Dylan Groenewegen und Olav Kooij schlug.
Nach diesem Lauf beschlossen Van Poppel und sein Team, 2026 die Ausrichtung zu ändern. Der Niederländer war es leid, sich für Sprinter aufzureiben, die seiner Ansicht nach nicht zur absoluten Weltspitze gehören.
„Ich habe in den vergangenen vier Jahren so hart und so viel gearbeitet, dass ich damit ein bisschen durch war“,
sagte Van Poppel im Dezember rückblickend auf seine Zeit als Anfahrer für Sprinter unterhalb der allerhöchsten Kategorie. „Deshalb habe ich die Option angenommen, die mir das Team angeboten hat, wieder selbst zu sprinten.“
Der Auftakt 2026 verlief ordentlich: In der 2. Etappe des Santos Tour Down Under wurde der Niederländer Vierter. Er wollte sein rot-weiß-blaues Meistertrikot unbedingt bei einer Grand Tour präsentieren und peilte gezielt den Giro d’Italia an, ließ dafür sogar das Opening Weekend aus, um sich komplett vorzubereiten.
Doch die Saison lief nicht nach Plan. Der Sprinter kämpfte mit der Form, verzeichnete DNFs beim Tour Down Under, bei Tirreno-Adriatico und der Settimana Internazionale Coppi e Bartali. In Australien kam er tatsächlich nur ein einziges Mal zum Sprinten.
Trotz der Sprintprobleme zeigte Van Poppel zuletzt als Helfer seine Stärke: Bei der Amstel Gold Race führte er lange Tempo, um Teamkollege Remco Evenepoel den Weg zum Sieg zu ebnen.
Vor Eschborn-Frankfurt am 01.05. bestätigte Van Poppel, dass der Giro vom Tisch ist. Er erklärte, er habe volles Verständnis für die Entscheidung von Red Bull - BORA - hansgrohe, angesichts seiner aktuellen Form und der fehlenden Ergebnisse in diesem Jahr.
Danny van Poppel während der Tour de France 2024
Red Bull - BORA - hansgrohe setzt voll auf die Gesamtwertung
Ohne Van Poppel reist die deutsche Mannschaft mit einem kletterstarken Aufgebot nach Italien. Das Team setzt auf einen mehrgleisigen GC-Angriff mit Giulio Pellizzari, Jai Hindley und Aleksandr Vlasov. Besonders Pellizzari kommt mit großem Schwung: Der junge Italiener gewann jüngst die Tour of the Alps und gilt unter Experten als Haupt-Herausforderer von Jonas Vingegaard im Kampf um die Maglia Rosa.
Zur Unterstützung ihres Kletter-Tridents umfasst das vorläufige Aufgebot eine kräftige Helferachse: Mick van Dijke, Gianni Moscon, Giovanni Aleotti, Luke Tuckwell und Ben Zwiehoff.