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„Nicht alle Sitzpolster sind gleich“ – Wout Van Aert sorgt mit kurioser Strava-Ausfahrt für Schmunzeln und spricht über seine Chancen gegen Pogacar

Radsport
durch Nic Gayer
Wout van Aert ahead of Stage 6 at the 2026 Vuelta a Espana
Auch ein Weltklassefahrer wie Wout Van Aert bleibt von den kleinen Unannehmlichkeiten des Radsports nicht verschont. Was Millionen Hobbyradfahrer aus eigener Erfahrung kennen, kann selbst dem belgischen Star von Visma - Lease a Bike passieren: Nach einer Trainingspause fühlt sich die Rückkehr auf den Sattel nicht immer angenehm an. Obwohl Van Aert Jahr für Jahr Tausende Kilometer auf dem Rennrad zurücklegt, muss sich offenbar auch sein Gesäß gelegentlich erst wieder an längere Ausfahrten gewöhnen.
Der mittlerweile 32-Jährige genießt nach einer ereignisreichen Saison 2026 seine wohlverdiente Auszeit. Sportlich erlebte er ein Jahr voller Höhen und Tiefen: Mit seinem Triumph bei Paris-Roubaix erfüllte er sich einen lang gehegten Traum, musste anschließend jedoch wegen einer Ellenbogeninfektion auf die Tour de France verzichten. Bei der Vuelta a Espana meldete er sich mit starken Leistungen zurück und übernahm später auch bei der Radsport-WM im Straßenrennen eine wichtige Rolle.

Kuriose Strava-Nachricht: Van Aert klagt augenzwinkernd über sein Sitzpolster

Zurück in seiner belgischen Heimat hat Van Aert inzwischen wieder das Training für die Saison 2027 aufgenommen. Bei einer rund zweistündigen Ausfahrt führte ihn seine Strecke durch den Westen Flanderns, vorbei an Blankenberge, Brügge und Knokke. Nach etwas mehr als 63 Kilometern veröffentlichte der Belgier seine Aktivität auf Strava und versah sie mit einem ebenso kurzen wie vielsagenden Titel: „Nicht alle Sitzpolster sind gleich“.
Wout Van Aert vor Etappenstart.
Wout Van Aert blickt nach seinem Triumph bei Paris-Roubaix 2026 auf die kommende Klassikersaison. Die Flandern-Rundfahrt bleibt ein großes Ziel des Belgiers, der insbesondere Tadej Pogacar und Remco Evenepoel als starke Konkurrenten einschätzt.
Mit dieser augenzwinkernden Bemerkung deutete der Klassikerstar an, dass die Trainingsfahrt für sein Gesäß offenbar unangenehmer ausgefallen war als erwartet. Möglicherweise bot das Sitzpolster seiner Radhose nicht den gewohnten Komfort. Eine Erfahrung, die selbst unter Hobbyradfahrern weit verbreitet ist und zeigt, dass auch die größten Stars des Radsports mit ganz alltäglichen Problemen zu kämpfen haben.
Abseits dieser humorvollen Trainingsepisode beschäftigt sich Van Aert bereits intensiv mit seinen sportlichen Zielen für die kommende Saison. Nach seinem historischen Erfolg bei Paris-Roubaix blickt er mit neuem Selbstvertrauen auf die Klassiker 2027. Besonders die Flandern-Rundfahrt bleibt ein großes Ziel, auch wenn ihm bewusst ist, wie schwierig ein Sieg gegen die stärksten Fahrer der Welt werden dürfte.

„Eine solche Chance kann jederzeit kommen“ – Van Aert träumt weiter von der Flandern-Rundfahrt

Der Triumph in der Hölle des Nordens bedeutete für Van Aert weit mehr als einen weiteren prestigeträchtigen Erfolg. Nach zahlreichen Anläufen und Enttäuschungen war der Sieg bei Paris-Roubaix für ihn eine enorme Erleichterung. Gleichzeitig weiß der Kapitän von Visma - Lease a Bike, dass mit Tadej Pogacar, Mathieu van der Poel und Remco Evenepoel weiterhin außergewöhnlich starke Konkurrenten auf ihn warten.
„Die großen Siege von früher liegen noch gar nicht so weit zurück. Damals fühlte sich der nächste Schritt in meiner Entwicklung als Radfahrer aber eher logisch an. Dieses Mal war es für mich und für alle anderen eine viel größere Erlösung. Das Wort ‚endlich‘ fällt oft. Auch an den Reaktionen habe ich das bemerkt. Offenbar habe ich viele Menschen glücklich gemacht“, erklärte Van Aert rückblickend auf seinen Erfolg bei Paris-Roubaix.
Dabei hatte der Belgier selbst nicht unbedingt damit gerechnet, dass ihm der langersehnte Triumph ausgerechnet 2026 gelingen würde. Gerade deshalb sieht er darin eine wichtige Erkenntnis für seine weitere Karriere.
„Ehrlich gesagt hatte ich auch in diesem Jahr nicht damit gerechnet, es zu schaffen. Daraus nehme ich mit, dass ich es weiter versuchen muss. Einige Fahrer haben bessere Chancen, aber nur sehr wenige bekommen so viele Gelegenheiten wie ich. Eine solche Chance kann jederzeit kommen. Dann muss ich bereit sein. Für die Flandern-Rundfahrt gilt dasselbe.“
Für Van Aert ist der Erfolg in Roubaix damit auch ein Beweis dafür, dass sich Beharrlichkeit auszahlen kann. Selbst wenn andere Fahrer auf dem Papier als Favoriten gelten, möchte er seine Möglichkeiten weiterhin konsequent nutzen und bereit sein, sobald sich eine Gelegenheit bietet.

Pogacar und Evenepoel machen die Flandern-Rundfahrt zur besonders schweren Aufgabe

Trotz des neu gewonnenen Selbstvertrauens schätzt Van Aert die Kräfteverhältnisse bei den großen Frühjahrsklassikern nüchtern ein. Er ist sich bewusst, dass seine Siegchancen je nach Streckenprofil erheblich variieren und die Flandern-Rundfahrt andere Anforderungen stellt als Paris-Roubaix.
„Gleichzeitig ist es kein Zufall, dass ich ausgerechnet in Roubaix erfolgreich war. Es ist eines der wenigen Rennen, in denen ich eine mehr als realistische Chance habe“, betonte der Belgier.
Vor allem die mögliche Konkurrenz durch Pogacar und Evenepoel macht den Kampf um den Sieg bei der Flandern-Rundfahrt aus seiner Sicht zunehmend kompliziert. Beide verfügen über Fähigkeiten, die auf den anspruchsvollen Anstiegen Flanderns den entscheidenden Unterschied ausmachen können.
„Die Flandern-Rundfahrt wird immer schwieriger, besonders wenn Tadej Pogacar und Remco Evenepoel am Start stehen. Ich muss weiter an mich glauben, aber auch realistisch bleiben.“
Van Aert geht damit mit einer Mischung aus Zuversicht und gesunder Selbsteinschätzung in die Vorbereitung auf 2027. Sein Triumph bei Paris-Roubaix hat gezeigt, dass er weiterhin zu den großen Sieganwärtern bei den Monumenten zählt. Ob ihm nach Roubaix auch bei der Flandern-Rundfahrt der lang ersehnte Erfolg gelingt, bleibt offen. Fest steht jedoch, dass der Belgier seine Chancen weiterhin suchen will – auch wenn auf dem Weg dorthin gelegentlich schon eine gewöhnliche Trainingsausfahrt zur unangenehmen Herausforderung wird.
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