Die britische Kontinentalszene war einst ein lebendiges Ökosystem mit zahlreichen Projekten und Rennen im Jahreskalender. Doch die politisch-ökonomische Lage ließ sie gegen Ende des vergangenen Jahrzehnts weitgehend kollabieren.
So umfasst der britische Kalender derzeit nur ein 1.2-Rennen, die Rutland-Melton Classic, sowie das momentan größte UCI-Event des Landes, die Lloyd's Tour of Britain (2.Pro).
Folgerichtig ist unter diesen Bedingungen keine einzige kontinentale Formation mehr auf den Inseln aktiv, mit der INEOS Racing Academy als einzigem in Großbritannien ansässigen Continental-Team – allerdings mit Schwerpunkt auf Rennen auf dem europäischen Festland.
Ein wachsender Anspruch
Ride Revolution ist ein in Schottland beheimatetes Team, das seit 2023 im Einsatz ist. In den vergangenen vier Saisons hat es sich auf der nationalen Bühne als ernstzunehmende Kraft etabliert und international an Profil gewonnen. Die größten Erfolge sind ein 2. Platz bei der Tour of Reservoir, ein Etappensieg bei der Irish Ras Mumhan sowie eine Top-10-Gesamtplatzierung bei der polnischen 2.2-Tour Szlakiem Mazurskich Twierdz.
Der nächste Schritt liegt nun auf der Hand: zur fuehrenden Kraft in der britischen Szene aufzusteigen „Von lokalen Rennen über die National Series bis zu unseren ersten UCI-Starts und internationalen Einsätzen … Jede Saison hat uns ein Stück weitergebracht. Jetzt sind wir bereit für einen größeren Schritt“, erklärt die Organisation. „2027 wird für uns ein Übergangsjahr.“
„Wir erhöhen unsere Investitionen und die Unterstützung für Fahrer, erweitern unseren internationalen und UCI-Kalender und bauen ein professionelleres Umfeld um unsere Fahrer herum auf.“
All dies folgt der klaren Ambition, ein professionelles Umfeld zu schaffen: „Das bedeutet mehr Rennen, mehr Chancen, besseres Material, stärkere technische Unterstützung und die richtigen Partner an der Seite des Teams.“
Continentallizenz im Blick
Zunächst liegt der Fokus vor allem auf den bedeutendsten nationalen Rennen im Vereinigten Königreich sowie auf einem zunehmend internationalen Programm, das hauptsächlich aus europäischen .2-Rennen besteht. Die Ziele reichen jedoch weiter:
„Doch 2027 ist nicht unser Endpunkt, denn 2028 werden wir ein UCI Continental Team sein“, verkündet das Team mit Nachdruck. „Unser Ziel ist es, Ride Revolution auf ein professionelles Niveau zu führen und einen echten britischen Entwicklungspfad zu etablieren – getragen von den Menschen, Partnern, dem Material und der Infrastruktur, die für dieses Niveau erforderlich sind.“
Der Plan ist klar, die Umsetzung wird dennoch mehrere Schritte erfordern. Wir haben in jüngerer Vergangenheit einige Projekte scheitern sehen, weshalb es seit dem Aus von Saint Piran und Trinity Racing Ende 2024 kein echtes britisches UCI-Continental-Team mehr gegeben hat.
„Wir sind ehrlich: Dafür braucht es die richtigen kommerziellen und technischen Partner – und Fahrer, die bereit sind, sich auf diesen Weg einzulassen. In den kommenden Tagen öffnen wir dafür die Türen.“