„Es wurde viel über Jonas Vingegaards Krankheit gesagt, aber es war nur eine aufgebauschte Erkältung“ – Victor Campenaerts räumt mit dem Medienhype um die Erkrankung des Visma-Kapitäns beim Giro auf

Radsport
Mittwoch, 27 Mai 2026 um 20:00
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Victor Campenaerts hat die Sorgen um eine Erkrankung von Jonas Vingegaard beim Giro d’Italia 2026 heruntergespielt und betont, es habe keinen Moment gegeben, in dem der Kapitän von Team Visma | Lease a Bike ernsthaft in Schwierigkeiten war.

Campenaerts dämpft Vingegaard-Krankheits-Sorgen: „Nur eine veredelte Erkältung”

Vingegaards Zustand wurde in der zweiten Woche zu einem großen Thema, nachdem Visma bestätigt hatte, dass er zu den von einer Erkrankungswelle im Peloton betroffenen Fahrern gehörte. Die Sorge kam zu einem Zeitpunkt, als der Däne das Rennen noch nicht vollständig kontrollierte und offen blieb, ob die Rivalen ein Fenster finden würden, ihn zu testen.
Diese Frage ist inzwischen auf der Straße klar beantwortet. Vingegaard hat nun vier Etappensiege bei diesem Giro, führt die Gesamtwertung mit mehr als vier Minuten Vorsprung an und liegt nach der 17. Etappe nach Andalo fest auf Kurs Gesamtsieg.
Für Campenaerts ist die Krankheitsgeschichte größer geworden als die Realität im Visma-Lager. „Es wurde viel über Krankheit geredet, aber ich würde es eher als eine veredelte Erkältung bezeichnen“, sagte Campenaerts bei Sporza. „Es war eine Erkältung, die im ganzen Peloton umging. Es gab nie einen Moment, in dem Jonas in Schwierigkeiten war.“

Visma bleibt trotz deutlicher Führung fokussiert

Die Aussagen folgen, nachdem Visma zuvor bestätigt hatte, dass Vingegaard zu jenen gehörte, die während des Rennens Symptome der Erkrankung zeigten.
Sportdirektor Jesper Morkov hatte zuvor erklärt, man habe es mit „ein bisschen Husten und Kitzeln im Hals bei einigen der Jungs“ zu tun gehabt, und bestätigte zu Vingegaard: „Er war auch einer von ihnen, aber alles scheint in Ordnung.“
Seitdem hat sich die Kräftebalance des Giro komplett gedreht. Jede Andeutung von Verwundbarkeit ist der Realität eines Fahrers gewichen, der seinen Griff auf die Maglia Rosa gefestigt und seine GK-Rivalen in den Bergen wiederholt distanziert hat.
Dennoch stellte Campenaerts klar, dass Visma die letzten Tage nicht als Schaulaufen behandelt. „Es bleibt ernst“, sagte er. „Wir trinken ein Glas Champagner, aber wir können es nicht so feiern, wie Alberto Bettiol seinen Sieg gefeiert hat.“
Bettiols Sieg auf Etappe 13 bescherte XDS Astana einen weiteren großen Erfolg bei diesem Giro, doch Vismas Lage ist eine andere. Ihr Ziel ist der Gesamtsieg, und mit den entscheidenden Bergetappen noch vor der Brust betonte Campenaerts, dass das Team voll fokussiert bleibt. „Wir setzen absolut alles auf den Sieg“, sagte er. „Es ist kein Geheimnis, dass Freitag und Samstag die wichtigen Etappen sind.“
Jonas Vingegaard beim Giro d’Italia 2026
Jonas Vingegaard at the 2026 Giro d'Italia

Fragezeichen um Vingegaards Krankheit verblassen nach Bergdominanz

Die Krankheitsgeschichte war wegen ihres Timings relevant. In der ersten Woche wirkte Vingegaard nicht angeschlagen, hatte den Giro aber auch noch nicht zu dem kontrollierten Rennen gemacht, das er seither ist. Als Visma bestätigte, dass er betroffen war, lieferte das Rivalen und Beobachtern eine mögliche Erklärung, warum das Rennen noch nicht in Stücke gerissen war.
Dieses Fenster scheint nun geschlossen. Vingegaards Auftritte seitdem haben die Diskussion von einer aktuellen Schwäche zu einer abgehakten Randnotiz verschoben. Sein Sieg in Rosa auf der 16. Etappe nach Cari war das bislang deutlichste Zeichen, dass der Däne über anfängliche Bedenken hinaus ist. Etappe 17 verlief für die Maglia Rosa ohne Drama, Michael Valgren gewann aus der Ausreißergruppe, während Visma dahinter das Gesamtklassement kontrollierte.
Campenaerts’ Aussagen leugnen nicht, dass Vingegaard betroffen war. Sie ordnen das Ausmaß neu ein. Die Krankheit ging durchs Peloton, und Vingegaard spürte sie ebenfalls, doch Vismas Botschaft ist nun klar: Es erreichte nie den Punkt, an dem die Giro-Ambitionen ihres Leaders ernsthaft bedroht waren.
Mit zwei großen Bergetagen zwischen Vingegaard und Rom ist diese Unterscheidung wichtig. Der Schreck sorgte in Woche zwei für zusätzliche Spannung, doch das Rennen gehört nun einem Fahrer, dessen Team betont, er sei nie so verwundbar gewesen, wie es der Lärm von außen nahelegte.
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