Die Zukunft von
Lorenzo Milesi nimmt klarere Konturen an, während der
Transfermarkt nach dem Giro d’Italia Fahrt aufnimmt. Der italienische Fahrer, derzeit bei
Movistar Team, steht offenbar vor einem Teamwechsel, der – sollte er bestätigt werden – zu den bemerkenswertesten Moves unter den jungen WorldTour-Talenten zählen würde.
Laut Journalist Daniel Benson hat der 24-jährige Italiener praktisch eine Einigung mit Soudal - Quick-Step erzielt und soll zur Saison 2027 mit einem Zweijahresvertrag wechseln. Der Schritt passt zu Berichten der vergangenen Woche, wonach Milesi von einer nahezu sicheren Verlängerung bei Movistar auf die Shortlist mehrerer Top-Teams gerückt sei.
Benson ergänzt, dass der Fahrer nach seinem starken Giro d’Italia das Interesse einer der fünf größten Strukturen weltweit geweckt habe, mit mehreren Quellen, die ihn auf einer engen Auswahlliste führten. Am Ende habe sich Soudal - Quick-Step an die Spitze gesetzt, auch wenn das belgische Team in Übereinstimmung mit seiner üblichen Diskretion Marktaktivitäten nicht kommentieren wollte.
Der Giro war der Wendepunkt in Milesis Bewertung. Ohne Etappensieg baute der Italiener eine sehr solide Kampagne auf Konstanz und permanente Rennpräsenz. Er wurde Vierter auf der 5. Etappe nach einer langen Flucht nach Potenza und legte mit Platz fünf auf der 8. Etappe nach, was sein stabiles Niveau in anspruchsvollen Szenarien untermauerte.
Auffällig war auch sein Gespür für lange Ausreißversuche. An einem der härtesten Tage der zweiten Woche blieb er fast 180 Kilometer in einer Gruppe vorn, auf einer Etappe, die schließlich unter den Favoriten mit dem Sieg für Jonas Vingegaard entschieden wurde, was sein Image als ausdauernder, verlässlicher Fahrer für langanhaltende Belastungen weiter festigte.
Über die Ergebnisse hinaus hinterließ der Italiener auch markante Details, etwa im Einzelzeitfahren, in dem er mit einer Trainingsweste startete – ein ungewohnter Anblick bei einer Grand Tour –, und dennoch Neunter wurde, womit er unter den besten Zeiten des Tages blieb.
Sein Beitrag beschränkte sich nicht auf eigene Ambitionen. An mehreren Punkten des Giro kombinierte er Fluchtversuche mit Bergarbeit für Movistar, teilte Aktionen mit Fahrern wie Enric Mas oder Einer Rubio und half in Schlüsselmomenten des Rennens. Diese Vielseitigkeit war ein wesentlicher Faktor für seinen gestiegenen Marktwert.
Lorenzo Milesi ist U23-Weltmeister der Straßen-WM 2023
Ein herber Verlust für das Movistar Team
Der Kontext ist aufschlussreich, denn noch vor wenigen Wochen schien seine Verlängerung bei Movistar auf Kurs. Der Eindruck seines Giro hat das Bild jedoch komplett gedreht und den Weg für Teams wie Soudal - Quick-Step geöffnet, zu beschleunigen und seine Unterschrift zu sichern.
Sollte sein Wechsel zum belgischen Team bestätigt werden, verlöre Movistar einen aufstrebenden Fahrer, der in Ausreißergruppen und Teamrollen liefert und dessen Entwicklungspotenzial noch nicht ausgeschöpft ist. Es wäre ein bedeutender Abgang für eine Struktur, die ihn als Projekt mittelfristig aufgebaut hatte.