„Gut, dass ich Alex letzte Woche verlängert habe“ – Jonathan Vaughters witzelt, EF-Deal wirkt schon jetzt wie ein Geniestreich nach Baudins Coup bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes
Der Franzose lieferte auf der 1. Etappe einen herausragenden Solosieg ab, attackierte aus der Fluchtgruppe an der Côte de Rousset und hielt anschließend das dezimierte Peloton bis Saint-Ismier in Schach. Damit holte Baudin die Auftaktetappe, das erste Gelbe Trikot des Rennens und den größten Sieg seiner Karriere.
Es gab EF-Teamchef Jonathan Vaughters zudem die Gelegenheit, den Moment online auszukosten.
Vaughters witzelt, Baudin-Deal sieht schon jetzt besser aus
Baudins Triumph war für EF bereits eine große Dividende nach einem Tag, an dem das US-Team Fahrer in die frühe Flucht schickte und dann zusehen konnte, wie der 24-jährige Franzose die Arbeit alleine vollendete. Für Vaughters ließ das Timing der jüngsten Vertragsentscheidung das Ergebnis nachvollziehbar noch süßer schmecken.
Ein Fan antwortete auf seinen Beitrag mit dem Scherz, allein dieser Kommentar sollte Baudin eine Gehaltserhöhung von fünf Prozent einbringen. Vaughters’ Reaktion war kurz und bündig: „Einverstanden.“
Der Austausch sorgte für eine leichte Note an einem Tag, der die Ausgangslage der Woche von EF Education-EasyPost in Frankreich ohnehin schon verändert hatte. Baudin gewann nicht nur die Etappe, sondern schlüpfte auch ins erste Maillot Jaune des Rennens und sammelte weitere frühe Wertungserträge wie das Bergtrikot und das Punkteklassement, nach einem kompletten Tag in der Offensive.
Für EF verlagert sich die Aufgabe nun vom Zugreifen aufs Verteidigen. Baudin startete in die 2. Etappe als Gesamtführender, womit seinem Team auf der längsten Etappe der Tour Auvergne-Rhône-Alpes sofort die Verantwortung zufiel.
Wenn Vaughters’ Timing bei der Verlängerung nach der 1. Etappe gut aussah, lautet die nächste Frage, wie lange Baudin und EF diese inspiriert laufende Woche fortschreiben können.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
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