Jasper Philipsen hat die 2. Etappe der
Renewi Tour 2026 in Ardooie gewonnen und das Gelbe Trikot übernommen. Sein neuer Vorsprung von vier Sekunden wird jedoch direkt auf der schwersten Etappe der Rundfahrt auf die Probe gestellt.
Der Sprinter von
Alpecin-Premier Tech lancierte seinen Sprint von vorn in den letzten Metern und hielt seine Rivalen klar in Schach. Es ist der 65. Sieg seiner Karriere und bereits sein dritter Erfolg in Ardooie bei der
Renewi Tour nach 2020 und 2023.
„Es ist wirklich schön, hier zu gewinnen. Das Finale ist mir vertraut und liegt mir“,
sagte Philipsen nach der Etappe bei VTM NIEUWS. „Es war den ganzen Tag sehr nervös, aber ich bin glücklich mit dem Sieg.“
Diese Nervosität prägte eine flache Etappe mit Querkanten, ständigen Beschleunigungen und einem Massensturz, der die Gesamtwertung auf den Kopf stellte. Philipsen hielt sich aus allem Ärger heraus und nutzte anschließend ein Finale, das er besonders gut kennt.
Milan-Sturz öffnet Philipsen die Tür
Jonathan Milan hatte nach seinem Sieg auf der Auftaktetappe in Diest das Gelbe Trikot getragen, während Philipsen als Neunter zehn Sekunden zurücklag. Das Rennen kippte, als Milan rund 60 Kilometer vor dem Ziel in den Massensturz verwickelt wurde.
Der Lidl-Trek-Fahrer fuhr weiter, kontrollierte jedoch immer wieder sein Handgelenk und hatte Mühe, den Lenker sicher zu halten. Er setzte zusammen mit Teamkollege Simone Consonni fort, doch ihr Rückstand wuchs rasch auf über sechs Minuten an.
In einer der ungewöhnlichsten Szenen der Etappe wurden Milan und Consonni auf dem Schlusskurs vom Peloton überholt und mussten zur Seite fahren, während das Rennen an ihnen vorbeizog. Milans großer Zeitverlust bedeutete einen Wechsel im Gelben Trikot. Mit der Zehn-Sekunden-Bonifikation für den Etappensieg kletterte Philipsen an die Spitze der Gesamtwertung.
Olav Kooij und Dries De Bondt liegen jeweils vier Sekunden hinter dem neuen Leader, Quinten Hermans folgt mit fünf Sekunden Rückstand. Tim Merlier und Soren Waerenskjold komplettieren die Fahrer innerhalb von sechs Sekunden zu Philipsen.
Gelb steht in Geraardsbergen vor einem sofortigen Härtetest
Philipsen macht sich keine Illusionen über die Schwierigkeit, diesen knappen Vorsprung auf der 3. Etappe zu verteidigen. Nach zwei Chancen für die Sprinter führt die Renewi Tour nun ins Terrain, das die erste größere Selektion unter den Gesamtwertungsfahrern erwarten lässt.
„Morgen wird uns viel sagen, weil es eine sehr schwierige Etappe ist“, räumte Philipsen ein. „Ich gebe morgen alles, aber dafür brauchst du richtig gute Beine. Ich hoffe auf einen guten Tag, rechne aber mit einem harten Rennen.“
Die 3. Etappe führt über 182 Kilometer von Celles nach Geraardsbergen und weist das höchste Profilrating aller fünf Etappen der diesjährigen Renewi Tour auf.