„Mein zweiter Plan ist geplatzt“ – Steht Tadej Pogacars Tour-de-France-Vorbereitung nach Zigarts Verletzungen auf dem Spiel?

Radsport
Dienstag, 23 Juni 2026 um 13:45
Tadej Pogačar und Urška Žigart
Die Tour de Suisse 2026 war aus mehreren Gründen ein wichtiger Baustein in Richtung Tour de France. Tadej Pogacar gewann das Gesamtklassement souverän, doch die Gedanken waren anderswo – und seine Tour-Vorbereitung änderte sich erneut nach dem Sturz seiner Partnerin Urska Zigart.

Ein perfekter Plan zerbröselt

Mit Männern und Frauen, die an denselben Tagen fuhren und an denselben Orten finishten, bot sich Pogacar die ideale Gelegenheit, Zigart während einer Schlüsselphase seines Anlaufs auf die Grande Boucle in unmittelbarer Nähe zu haben.
Beide waren in starker Form, doch am Ende der 2. Etappe stürzte Zigart in den Schlusskilometern des Frauenrennens. Der Sturz war heftig, die Slowenin zog sich einen Kieferbruch zu.
Pogacar erwog einen Ausstieg aus dem Männerrennen, obwohl er mit komfortablem Vorsprung führte, entschied sich auf Zigarts Wunsch – und nach einem Besuch im Krankenhaus – dagegen. Er gewann anschließend die Gesamtwertung.
In einem Interview nach dem Rennen machte er jedoch klar, dass seine Gedanken woanders waren: „Ich bin glücklich über den Etappensieg und den Gesamtsieg, aber auch froh, dass ich jetzt nach Hause zu Urska kann“, sagte er unmittelbar nach dem Triumph in Villars-sur-Ollon.
Tadej Pogacar und Urska Zigart bei Strade Bianche
Tadej Pogacar und Urska Zigart bei Strade Bianche

Mehrere Pläne bei Pogacar verworfen

Der Weltmeister ist nach Monaco zurückgekehrt und könnte dort die nächsten Wochen verbringen. Schon nach dem Ende der Tour de Suisse erklärte er in einer Pressekonferenz, dass er nicht mehr dem ursprünglichen Fahrplan für die Tour de France folge.
Nun ist auch sein „Plan B“ geplatzt. „Ich habe in den letzten zwei Wochen viele Pläne geändert. Jetzt, da Urška sich erholt, sind ihre Pläne geplatzt, mein zweiter Plan ist geplatzt, und jetzt ist es der dritte Plan – und vielleicht ist es in zwei Tagen Plan vier.“
Das wirft Fragen auf, wie Pogacars Plan aussah – und vor allem, wie er nun aussieht. Während die meisten Klassementsfahrer nach der Tour Auvergne bzw. der Tour de Suisse für den letzten Feinschliff nochmals ins Höhentraining gehen, könnte Pogacar darauf verzichten.
Aktuell ist keine Entscheidung gefallen. In den ersten Tagen dieser Woche soll die schwierige Lage zunächst stabilisiert werden. „Am wichtigsten ist, dass wir in den nächsten Tagen zusammenbleiben und schauen, wie es ist.“
Es ist also möglich, dass Pogacar in der verbleibenden anderthalb Wochen bis zum Grand Départ kein weiteres Höhentrainingslager absolviert und voraussichtlich in Monaco bleibt. Die Lage dürfte sich in den kommenden Tagen klären.
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