Die
Weltmeisterschaft 2026 wirft bereits ihre Schatten voraus. Während zahlreiche Mitfavoriten die Gelegenheit nutzen, frühzeitig nach Kanada zu reisen und beim Grand Prix de Montréal den WM-Kurs unter Wettkampfbedingungen kennenzulernen, schlägt
Mathieu van der Poel einen anderen Weg ein. Der Niederländer hält sich vorerst weiterhin in Spanien auf.
Dabei hatte Van der Poel seinen großen sportlichen Schwerpunkt in diesem Sommer eigentlich auf das Mountainbike gelegt. Bei der Weltmeisterschaft in Val di Sole wollte er nach dem Regenbogentrikot greifen. Eine Woche zuvor hatte er mit seinem zweiten Platz in Les Gets noch vielversprechende Form bewiesen – die Vorzeichen für den Angriff auf den MTB-Thron schienen entsprechend gut.
Bittere WM-Enttäuschung für Van der Poel
Im entscheidenden Rennen wurde Van der Poel jedoch deutlich in die Schranken gewiesen. Dabei machten ihm nicht nur die MTB-Spezialisten zu schaffen, die von ihren hart erarbeiteten und entsprechend vorteilhaften Startpositionen profitierten. Auch Olympiasieger Tom Pidcock musste mit demselben Handicap wie der Niederländer zurechtkommen: Beide nahmen das Rennen aus der fünften Startreihe auf.
Pidcock bewältigte diese schwierige Ausgangslage allerdings wesentlich besser. Der Brite arbeitete sich souverän und rechtzeitig bis an die Spitze des Rennens vor, setzte sich in der Schlussrunde von sämtlichen Konkurrenten ab und fuhr schließlich ungefährdet zu seinem zweiten WM-Titel.
Größer hätte der Kontrast zwischen den beiden Stars kaum ausfallen können. Während Pidcock seinen Triumph scheinbar mühelos perfekt machte, kam Van der Poel zunächst nicht über den 15. Rang hinaus und wurde im weiteren Rennverlauf sogar noch bis auf Platz 30 durchgereicht.
Van der Poel richtet den Fokus auf die Straßen-WM
Für Van der Poel ist die Saison damit allerdings noch längst nicht beendet. Bereits in zwei Wochen bietet sich ihm bei der Straßen-WM die Gelegenheit, die Enttäuschung von Val di Sole vergessen zu machen. Da Tadej Pogacar nicht am Start steht, eröffnet der hügelige Kurs in Montréal gleich mehreren ernsthaften Titelkandidaten große Chancen. Neben Van der Poel zählen dazu insbesondere Remco Evenepoel und Paul Seixas.
Während Evenepoel und Seixas bereits nach Kanada gereist sind und am Freitag beim GP de Québec an den Start gingen, bereitet sich Van der Poel weiterhin unter der Sonne Südspaniens vor. Einen entsprechenden Hinweis lieferte sein Trainingspartner Fredy Ovett über
Strava. Am Tag des Rennens in Québec absolvierten Van der Poel und Ovett gemeinsam eine fünfstündige Trainingseinheit: Auf 162 Kilometern sammelten sie dabei rund 2.800 Höhenmeter.