Mathieu van der Poel blickt bereits über die
Tour de France hinaus und rüstet sich für eine intensive zweite Saisonhälfte. Der Niederländer plant zunächst die UCI-Mountainbike-Weltmeisterschaften ins Visier zu nehmen, bevor er seinen Fokus auf die Straßen-Weltmeisterschaften in Kanada legt, mit mehreren Schlüsselrennen als Bausteine seiner Formaufbauphase.
Mountainbike-Fokus vor Kanada
Laut Quellen, auf die sich
WielerFlits beruft, wird Van der Poel auf alle Post-Tour-Kriteriumsrennen verzichten und stattdessen die Vorbereitung auf die Mountainbike-Weltmeisterschaften in Val di Sole, Italien, Ende August priorisieren.
Der italienische Schauplatz ist für seinen fordernden Kletterkurs bekannt, ein Profil, das dem Alpecin-Deceuninck-Profi traditionell weniger liegt als technischere Strecken. Dennoch war Van der Poel dort bereits erfolgreich und gewann 2019 einen Lauf des UCI-Mountainbike-Weltcups in Val di Sole. Der WM-Kurs dürfte dem damaligen Weltcup-Rundkurs sehr ähnlich sein.
Eine Woche vor den Weltmeisterschaften wird Van der Poel voraussichtlich auch beim Weltcup in Les Gets, Frankreich, starten. Dank der aktualisierten UCI-Regularien kann er sowohl das Short-Track-Rennen am Freitag als auch das Cross-Country-Rennen am Sonntag bestreiten.
Obwohl er keine Mountainbike-Ranglistenpunkte besitzt, ermöglicht ihm sein UCI-Ranking in Les Gets und bei der WM einen Start aus der vierten Reihe statt vom Ende des Feldes. Das verschafft ihm eine deutlich bessere Ausgangsposition.
Straßen-WM bleibt zentrales Ziel
Van der Poels Mountainbike-Ambitionen machen einen Start bei der Renewi Tour unwahrscheinlich, die mit dem Weltcup-Wochenende in Les Gets kollidiert. Sein Straßencomeback könnte stattdessen beim GP de Québec erfolgen, einem Rennen, das er noch nie bestritt, obwohl der Rundkurs seiner explosiven Fahrweise entgegenkommt.
Wahrscheinlich folgt zwei Tage später der GP de Montréal, eine ideale Gelegenheit, sich mit dem Kurs vertraut zu machen, der nur zwei Wochen darauf die UCI-Straßen-Weltmeisterschaften ausrichten wird.
Die Organisatoren der kanadischen Rennen waren während der Tour de France präsent, um mit mehreren Fahrern über eine Teilnahme zu sprechen. Alpecin-Deceuninck wird Van der Poels Herbstprogramm jedoch voraussichtlich erst in einigen Wochen final festzurren.
Auch seine Pläne nach der Straßen-WM sind offen. Unklar ist, ob er seine Straßensaison unmittelbar danach beendet. Ebenso ist sein Cross-Winter noch nicht entschieden.
Van der Poel hat in den vergangenen Jahren mehrfach angedeutet, eine komplette Cross-Saison auszulassen, um seine Chancen zu erhöhen, Tadej Pogacar in den Frühjahrs-Klassikern herauszufordern. Hinzu kommt die private Situation: Partnerin Roxanne Bertels erwartet
das erste gemeinsame Kind im Januar 2027, also in dem Zeitraum, in dem auch die Cyclocross-Weltmeisterschaften in Ostende stattfinden.