Fabio Jakobsen hat bei seiner Rückkehr in die WorldTour einen durchwachsenen Auftakt erlebt. Der niederländische Sprinter von
Visma - Lease a Bike belegte am Dienstag auf der ersten Etappe der Tour of Guangxi lediglich den 16. Platz und blieb damit deutlich hinter den Spitzenpositionen zurück. Dennoch sieht seine Mannschaft keinen Grund zur Enttäuschung. Vielmehr schöpft das Team aus dem Auftritt des 30-Jährigen neue Zuversicht für die kommenden Sprintentscheidungen.
Hinter Jakobsen liegen schwierige anderthalb Jahre, in denen Verletzungen und Erkrankungen seine sportliche Entwicklung erheblich beeinträchtigten. Nach seinem Abschied von Picnic PostNL fand der Niederländer bei Visma - Lease a Bike eine neue sportliche Heimat und hofft nun, zu seiner früheren Leistungsstärke zurückzufinden. Der ehemalige Etappensieger der Tour de France und des Giro d'Italia feierte seinen bislang letzten Erfolg bei der Tour of Turkey 2024. Auf WorldTour-Niveau liegt sein jüngster Sieg sogar noch länger zurück: Zuletzt triumphierte er im März 2023 bei Tirreno-Adriatico.
Jakobsen im Sprint eingeklemmt – Paul Magnier gewinnt den Auftakt
Auf der ersten Etappe in China setzte Visma - Lease a Bike alles daran, seinem Sprinter eine möglichst gute Ausgangsposition für die Entscheidung zu verschaffen. Nachdem eine gefährliche dreiköpfige Ausreißergruppe innerhalb der letzten zehn Kilometer eingeholt worden war, übernahm die niederländische Mannschaft mit ihren Anfahrern eine aktive Rolle an der Spitze des Feldes.
Fabio Jakobsen musste sich zum Auftakt der Tour of Guangxi mit Platz 16 begnügen. Trotz des schwierigen WorldTour-Comebacks setzt Visma - Lease a Bike weiterhin auf die Sprintqualitäten des Niederländers.
Im entscheidenden Sprint erwies sich jedoch Paul Magnier als der stärkste Fahrer. Jakobsen konnte dagegen nicht wie erhofft um die vorderen Plätze kämpfen. Auf den letzten Metern wirkte es, als müsse der Niederländer seinen Sprint vorzeitig abbrechen, und er überquerte die Ziellinie schließlich auf Rang 16. Nach Angaben seiner Mannschaft war er im Finale eingeklemmt worden und hatte deshalb keine Möglichkeit, seine Sprintqualitäten vollständig auszuspielen.
„Alle haben ihr Bestes gegeben“ – Visma hält an Jakobsen fest
„Ein gutes Ergebnis ist uns heute leider verwehrt geblieben, aber es war schön zu sehen, dass alle ihr Bestes gegeben haben“, erklärte Teammanager Gaëtan Pons
im offiziellen Rennbericht von Visma - Lease a Bike.
„Die Jungs haben in der Schlussphase hervorragende Arbeit geleistet und Fabio für den Sprint in eine gute Position gebracht. Leider wurde er auf den letzten Kilometern eingeklemmt und konnte deshalb nicht richtig mitsprinten. Fabio und seine Teamkollegen haben im Finale aber ihre Stärke gezeigt. Das gibt uns Zuversicht für die kommenden Sprints.“
Trotz des enttäuschenden Resultats bleibt das Vertrauen der Mannschaft in Jakobsens Fähigkeiten somit ungebrochen. Der Niederländer soll bei den nächsten Sprintgelegenheiten erneut seine Chance erhalten. Gleichzeitig dürfte Visma - Lease a Bike im weiteren Verlauf der Tour of Guangxi verstärkt die Gesamtwertung ins Visier nehmen. Dort ruhen die Hoffnungen vor allem auf Louis Barré, der erst am vergangenen Wochenende bei der Lombardei-Rundfahrt ins Renngeschehen zurückgekehrt war.
Louis Barré soll bei der Tour of Guangxi um die Gesamtwertung kämpfen
Der 26-jährige Franzose hatte insbesondere im August mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Bei der Tour de Pologne belegte Barré den vierten Gesamtrang, während er die Deutschland Tour auf dem zweiten Platz abschloss. Bei beiden Rundfahrten gelang ihm darüber hinaus jeweils ein Etappensieg. Diese Ergebnisse unterstreichen, dass der Franzose auch bei der Tour of Guangxi ein ernsthafter Kandidat für eine vordere Platzierung sein könnte.
Pons blickt deshalb optimistisch auf die kommenden Renntage: „Im weiteren Verlauf der Woche werden wir uns auch auf die Gesamtwertung konzentrieren. Louis Barré ist bei der Lombardei-Rundfahrt mit einem guten Gefühl ins Renngeschehen zurückgekehrt.“
„Zu Beginn dieser Saison hat er bereits gezeigt, wozu er fähig ist. Wir hoffen, dass er hier um eine gute Platzierung in der Gesamtwertung kämpfen kann. Am letzten Wochenende der Rundfahrt stehen schließlich noch mehrere anspruchsvolle Etappen auf dem Programm.“