Der britische Bahnsprint-Star Matthew Richardson wird nicht an der bevorstehenden Radsport-WM auf der
Bahn teilnehmen. Der 27-Jährige wurde kurzfristig aus dem Aufgebot der britischen Nationalmannschaft gestrichen. Hintergrund sind Ermittlungen wegen des Verdachts auf „schweres Fehlverhalten“. Welche konkreten Vorwürfe gegen den Sprinter erhoben werden, ist bislang nicht bekannt.
Die Bahnrad-WM findet von Mittwoch bis Sonntag im chinesischen Shanghai statt. Die Titelkämpfe besitzen in diesem Jahr besondere Bedeutung, da mit ihnen die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles beginnt. Für zahlreiche Athleten ist die Veranstaltung damit ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zu den nächsten Sommerspielen.
British Cycling bestätigt Ausschluss von Matthew Richardson
Wie
Cycling Weekly berichtet, hat British Cycling die Streichung Richardsons aus dem WM-Aufgebot offiziell bestätigt. Zuvor hatte die britische Zeitung The Times über laufende Ermittlungen wegen des Verdachts auf „schweres Fehlverhalten“ berichtet. Nähere Angaben zum Anlass oder Gegenstand der Untersuchung wurden nicht gemacht.
Matthew Richardson wird nicht an der Bahnrad-WM 2026 in Shanghai teilnehmen. British Cycling hat den 27-jährigen Sprinter wegen laufender Ermittlungen zum Verdacht auf „schweres Fehlverhalten“ aus dem britischen Aufgebot gestrichen.
Richardson, der früher für Australien auf der Bahn angetreten war, soll bereits gemeinsam mit der britischen Mannschaft nach Shanghai gereist sein. Dort hatte er ursprünglich sein Comeback auf internationaler Ebene geplant, nachdem er im Juli bei einem Rennen in Japan schwer gestürzt war.
In einer offiziellen Stellungnahme teilte der britische Radsportverband mit: „British Cycling bestätigt, dass Matt Richardson aus dem Aufgebot des Great Britain Cycling Team für die bevorstehende Tissot UCI-Bahnrad-WM 2026 in Shanghai, China, gestrichen wurde.“
„Ich könnte jetzt vielleicht nicht mehr gehen“ – Richardson über seinen schweren Sturz
Erst Anfang dieses Monats hatte Richardson ausführlich über seinen Unfall in Japan gesprochen. Im Vorfeld seines geplanten Comebacks schilderte der Bahnsprinter die dramatischen Momente nach dem Sturz und erhob deutliche Vorwürfe gegen einen anderen Fahrer. Gleichzeitig betonte er, wie glücklich er sich schätzen könne, überhaupt wieder vor der Rückkehr in den Wettkampfsport zu stehen.
„Wenn ich anders gelandet wäre, könnte ich jetzt vielleicht nicht mehr gehen“,
erklärte Richardson in einem von De Telegraaf aufgegriffenen Interview.
„Ich lag einfach auf dem Boden, und es fühlte sich an, als würde meine gesamte rechte Körperseite in Flammen stehen. Aber es hätte noch viel schlimmer ausgehen können. Wenn man sich die Bilder des Sturzes ansieht, muss ich wohl sagen, dass ich großes Glück gehabt habe.“
„An diesem Tag wurde eine Grenze überschritten“ – Schwere Vorwürfe nach Keirin-Sturz
Besonders scharf kritisierte Richardson das Verhalten seines Konkurrenten, dem er vorwarf, bei dem entscheidenden Manöver eine klare Grenze überschritten zu haben. Der Brite deutete an, dass die gefährliche Aktion nicht versehentlich erfolgt sei, und bezeichnete den Unfall als den schlimmsten Sturz seiner bisherigen Bahnradkarriere.
„Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen, aber an diesem Tag wurde eine Grenze überschritten. Wir kannten die Risiken. Als internationale Fahrer, die nach Japan reisen, um dort Keirin-Rennen zu bestreiten, wussten wir, dass es ziemlich ruppig zugehen kann. Aber es macht einen Unterschied, ob man hart fährt oder absichtlich eine andere Fahrlinie wählt, um jemanden vom Rad zu rammen.“
„Es ist unglaublich enttäuschend, dass so etwas bei Keirin-Rennen passieren kann und ein Fahrer sich dazu entscheidet, die Sicherheit eines anderen auf diese Weise aufs Spiel zu setzen. Wir alle kennen die Risiken, aber das ging eindeutig zu weit. Es war mit großem Abstand der schlimmste Sturz, den ich jemals erlebt habe.“