Stefan Küng, Sieger der 18. Etappe der Vuelta a España, war keine große Überraschung. Doch sein knapper Verfolger, nur zwei Sekunden zurück, ließ aufhorchen. Red Bulls Callum Thornley wurde Etappenzweiter und war nahe dran an einem verblüffenden ersten Grand-Tour-Sieg.
Im 32-Kilometer-Zeitfahren drängten sich Küng, Joao Almeida, Primož Roglič, Wout van Aert, Bruno Armirail und Ethan Hayter in ein
hochklassiges Top Ten. Thornleys Auftritt wog umso schwerer, da er alle bis auf einen hinter sich ließ.
Als ausgewiesener Zeitfahrspezialist hat Thornley in dieser Saison seinen Durchbruch geschafft. Der 23-Jährige wurde bereits Vierter im Auftaktzeitfahren und hatte zuvor bei der Schlussetappe der Tour de Pologne Rang drei geholt, als Vorbereitung auf sein Vuelta-Debüt.
Nach seinem zweiten Platz
gab Thornley zu, schneller gefahren zu sein als erwartet, und zeigte sich sehr zufrieden mit seiner Leistung.
„Laut Simulationen lag ich bei etwa 35'35", also war ich schneller. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Zeit, zumal ich nur um einen so kleinen Abstand geschlagen wurde.“
Thornley erfreut über erste Grand-Tour-Ergebnisse
In seinem ersten Jahr im Red Bull WorldTour-Aufgebot nach der Beförderung aus dem Development-Team reiste Thornley ohne spezielles Zeitfahrziel zur Vuelta an. Umso größer seine Freude, in seiner ersten dreiwöchigen Rundfahrt sofort ein Podium einzufahren.
„Ich denke, ich habe bei dieser Vuelta ein paar gute Zeitfahren abgeliefert. Zu Beginn des Rennens standen die Zeitfahren nicht im Fokus, aber das Wichtigste ist, dass ich in meiner ersten Grand Tour solche Resultate erreicht habe.“
Gleichzeitig lag er vor seinem Kapitän für die Gesamtwertung, Roglič. Der fuhr zwar eine solide Zeit, machte aber nicht die großen Rückstände gut, die er vor der Etappe erhofft hatte.
Roglič zufrieden mit seinem Zeitfahren
Roglič holte 33 Sekunden auf Enric Mas zurück, verfehlte jedoch das nötige Polster für das Rote Trikot. Er liegt nun als Gesamtzweiter 1:37 Minuten hinter dem Spanier.
„Von Beginn an gut, und je näher es ins Ziel ging, desto müder“, sagte Roglič
bei Eurosport.„Aber wenn man bedenkt, wie ich in diese Vuelta reingegangen bin, wie gesagt, mit null Stunden oder Minuten auf dem Zeitfahrrad, habe ich mir heute ein schönes Zeitfahren geliefert. Deshalb bin ich definitiv superhappy damit.“