Team Visma | Lease a Bike-CEO
Richard Plugge hat nach einem nächtlichen Dopingtest bei
Jonas Vingegaard nur wenige Stunden vor dessen Tour-de-France-Aus mehr Einheitlichkeit bei den Kontrollen gefordert. Während er das strikte Anti-Doping-Bekenntnis seines Teams bekräftigte, argumentierte Plugge, dass alle Gesamtkandidat:innen unter denselben Testbedingungen stehen sollten.
Plugge verteidigt Anti-Doping, stellt aber die Einheitlichkeit infrage
Plugge schwieg am Ruhetag am Montag nach Vingegaards nächtlichem Dopingtest und dem anschließenden
sturzbedingten Aus bei der Tour. Vor dem Einzelzeitfahren am Dienstag äußerte sich der Visma | Lease a Bike-Chef jedoch ausführlich zur Debatte.
Der Niederländer begann mit dem Hinweis auf das langjährige Bekenntnis seines Teams zu sauberem Radsport. „2012 habe ich das Team Blanco genannt, weil wir mit einem weißen Blatt anfangen und die dunkle Vergangenheit hinter uns lassen wollten“, sagte Plugge laut
L'Équipe.
Er betonte, die Mannschaft habe konsequent schärfere Anti-Doping-Maßnahmen unterstützt. „Seitdem verfolgen wir als Team eine sehr strikte, sehr rigorose Anti-Doping-Politik und gehörten zu den Ersten, die die International Testing Agency (ITA) dazu gedrängt haben, bei Kontrollen und Prävention voranzugehen. Daran haben wir sehr hart gearbeitet.“
Gleichzeitig stellte Plugge infrage, warum offenbar nur bestimmte Fahrer von Nachtkontrollen betroffen waren. „Auf der anderen Seite sollten alle anderen Gesamtkandidat:innen denselben strengen Regeln unterliegen, sagen wir die Top Ten, und das zur gleichen Zeit.“
Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar unterhalten sich vor dem Start einer Etappe bei der Tour de France 2026
Visma fordert Antworten von der ITA
Laut Plugge hat Visma die ITA offiziell um eine Erklärung zur Auswahl und zum Zeitpunkt der nächtlichen Tests gebeten.
„Wir haben der ITA diese Fragen gestellt: Können Sie erklären, warum es eine unterschiedliche Behandlung gab? Warum wurde nur ein Fahrer (Vingegaard) um 2:00 Uhr getestet, offenbar ein weiterer Fahrer um 5:00 Uhr (Tadej Pogacar), und warum nicht der Rest der Top Ten?“
Für Plugge ist Gleichbehandlung zentral, um Vertrauen in das Anti-Doping-System zu sichern. „Wenn man die Integrität des Sports wahren will, sollte jede Podiumsanwärterin und jeder Podiumsanwärter die gleiche Behandlung erhalten, meiner Meinung nach.“
Zugleich stellte er klar, dass er Nachtkontrollen an sich nicht ablehnt. „Zweck des Anti-Dopings ist, dass alle gleich behandelt werden. Und wenn die ITA der Meinung ist, dass nächtliche Kontrollen der beste Weg sind, dann ist das wahrscheinlich der beste Weg.“
Plugge sagte, er hoffe auf eine Antwort der ITA noch vor dem Tour-de-France-Finale in Paris.