Das UAE Team Emirates – XRG startet mit einem eingespielten und starken Kader in die Tour de France 2025. Einer der wichtigsten Helfer für Tadej Pogacar wird der Franzose Pavel Sivakov sein. Im Gespräch mit CyclingUpToDate sprach der 27-Jährige über seine Form, seine Rolle im Team – und die Erwartung, in diesem Jahr mehr leisten zu können als noch beim Critérium du Dauphiné.
„Alle sind hier – das ist nicht selbstverständlich“
Bemerkenswert: Die VAE treten mit exakt dem Aufgebot an, das sie bereits im Winter für die Tour bestimmt hatten – ein seltener Glücksfall, der ihnen laut Sivakov einen kleinen Vorteil gegenüber Teams wie Visma | Lease a Bike verschaffen könnte. „Ich bin auf jeden Fall gut in Form und freue mich sehr, hier zu sein“, sagte er am Donnerstagnachmittag. „Man weiß nie, was passiert, wenn man grünes Licht bekommt, aber alle sind hier – und wir sind eine super Gruppe.“
Vielseitiger Helfer mit klarer Rolle
Sivakov hat sich im UAE-Team zu einem Allrounder entwickelt, der sowohl als Domestike in den Bergen als auch mit eigenen Ambitionen überzeugen konnte. In diesem Jahr steht er jedoch klar im Dienst Pogacars. „Ich denke, ich kann auch auf flachen Abschnitten viel beitragen. Ich mache ein bisschen von allem. Es ist nie leicht, wenn man überall gebraucht wird – aber das ist mein Job.“
Die ersten Etappen der Tour sind geprägt von flachen und hügeligen Profilen, in denen Pogacar Position halten muss. Sivakov wird in dieser Phase eine Schlüsselrolle einnehmen, um seinen Kapitän durch hektische Phasen zu bringen – bevor in den Hochalpen die Kletterhelfer übernehmen.
Fortschritte nach dem Dauphiné
Nach einer eher durchwachsenen Leistung beim Critérium du Dauphiné sieht Sivakov klare Fortschritte: „Ich denke, ich bin besser als beim Dauphiné – wenn ich mir meine Daten anschaue. Ich bin einfach scharf darauf, zu starten.“
Und wie schätzt er Pogacars Form im Duell mit Titelverteidiger Jonas Vingegaard ein? Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Auf jeden Fall. Deshalb ist er hier – und deshalb sind wir hier.“
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.