Jarno Widar kann auf einen weiteren erfolgreichen Tag in Spanien zurückblicken. Auf der 13. Etappe der Vuelta a España 2026 sprang der Belgier in eine riesige Ausreißergruppe mit über 40 Fahrern und belegte am Ende Rang vier.
Der Etappenstart war alles andere als leicht: Gleich zu Beginn wartete der 14 Kilometer lange Anstieg zum Alto de la Venta de la Cebada, als Kategorie 1 eingestuft. Dort formierte sich bereits eine Gruppe, doch Widar setzte seine Attacke etwas später. Der Youngster von Lotto-Intermarché gab zu, dass ihm das Anfangstempo an diesem sehr warmen Tag zu hoch war.
„Ich konnte die ersten 20 Kilometer das Peloton nicht halten“, erklärte Widar im Ziel im Interview mit
Sporza. „Ich war überhitzt. Zum Glück beruhigte sich das Rennen etwas. Direkt nach der Kuppe konnte ich attackieren und auf der Abfahrt zur frühen Fluchtgruppe vorfahren.“
Hilfe durch Gegenangriff
Schließlich setzten sich 43 Fahrer an die Spitze, doch das Feld zerfiel rasch erneut, als sich zehn Fahrer absetzten. Laut Widar war das ein willkommenes Signal, denn die angespannte Lage in der Gruppe entspannte sich etwas. So konnte er durchatmen.
„Danach war ich froh, dass die zehn wegfuhren, weil ich am Limit war. Dann konnte ich mich etwas abkühlen und in ihren Rädern mitfahren“, analysierte der Belgier.
Die neue Spitzengruppe fuhr lange Zeit mit etwa einer Minute Vorsprung vor dem Rest der Ausreißer, doch auf dem Weg zum letzten kategorisierten Anstieg des Tages schmolz der Vorsprung. Am Ende formierte sich eine neue Neunergruppe – mit Widar.
„Das Finale war glühend heiß. Ich war nah an Krämpfen und musste jeden Sprint dosieren, damit ich nicht zu schnell in den Peak gehe. Sonst würden die Muskeln dichtmachen.“
Jarno Widar genießt ein starkes Vuelta-Debüt
Team Visma - Lease a Bike kontrollierte die neue Lage mit Matthew Brennan und Wout Van Aert in der Gruppe, die abwechselnd Attacken neutralisierten. Drei Kilometer vor dem Ziel setzte Van Aert dann den entscheidenden Antritt, dem nur Valentin Paret-Peintre folgen konnte.
„Ich habe mit diesem Angriff von Van Aert gerechnet“, gestand Widar. Doch ihm fehlte das letzte Quäntchen, um mitzugehen. „Ich war am Hinterrad von Finn Fisher-Black, aber er ließ eine Lücke. Ich versuchte, rüberzuspringen, merkte aber, dass ich Krämpfe bekommen würde und es besser wäre, auf den Sprint zu warten.“
„Brennan und Van Aert sind schlicht Weltklasse“
Im Sprint war nur Matthew Brennan einen Tick schneller als Widar, der als Vierter die nächste Topplatzierung verbuchte. „Sie sind schlicht zwei Fahrer von Weltklasse“, sagte Widar und überschüttete Brennan mit Lob.
„Brennan hat in seinem Alter die meisten WorldTour-Siege und Wout ist ein Champion. Wenn sie im Wechsel attackieren, weißt du, dass sie irgendwann durchkommen. Aber ich bin zufrieden mit meiner Etappe. Als Team haben wir ebenfalls einen tollen Job gemacht.“