Santiago Buitrago startet mit einem klaren Ziel in die Schlusswoche der
Vuelta a Espana 2026, das weit über die Verteidigung des gepunkteten Trikots hinausgeht: Endlich soll ein Etappensieg her. Der Profi von Bahrain Victorious behauptete nach einer verkürzten und chaotischen 15. Etappe seine Führung in der Bergwertung, weiß jedoch genau, dass die härtesten Duelle um das Trikot erst noch bevorstehen.
Der Kolumbianer führt die Bergwertung derzeit mit 29 Punkten Vorsprung an. Auf dem Papier ist das ein komfortables Polster, angesichts der zahlreichen schweren Anstiege, die das Peloton noch erwarten, besitzt dieser Vorsprung für Buitrago allerdings nur begrenzte Aussagekraft.
Buitrago warnt: „29 Punkte Vorsprung sind nie genug“
Vor allem die Etappe am Samstag könnte die Kräfteverhältnisse noch einmal grundlegend verändern. Dort sind fast 50 Punkte für die Bergwertung zu holen. Buitrago wird deshalb weiterhin offensiv fahren müssen, wenn er das gepunktete Trikot bis ins Ziel in Madrid tragen möchte.
Santiago Buitrago führt die Bergwertung der Vuelta a Espana 2026 an und will seine starke Rundfahrt in der Schlusswoche mit einem Etappensieg krönen.
Nach einem weiteren kräftezehrenden Tag bei extremer Hitze kommt dem Kolumbianer die zweite Ruhepause entsprechend gelegen. Die 15. Etappe war aufgrund der Witterungsbedingungen von ursprünglich 189,7 auf lediglich 110,2 Kilometer verkürzt worden. An der Intensität des Rennens änderte das jedoch wenig. Am Ende kämpften fünf Fahrer in Cordoba im Sprint um den Tagessieg, wobei
Wout van Aert seinen zweiten Erfolg innerhalb von drei Tagen feierte.
Die verkürzte Etappe hatte zuvor mit einem außergewöhnlich hohen Tempo begonnen. In den ersten Kilometern bewegte sich der Schnitt nahe der Marke von 50 km/h, während erbittert um die Zusammensetzung der Ausreißergruppe gekämpft wurde. Visma - Lease a Bike forcierte am Puerto Artafi das Tempo, dezimierte das Feld auf rund 40 Fahrer und bereitete damit die entscheidende Attacke von Van Aert vor.
Buitrago selbst spielte im Kampf um den Etappensieg keine Rolle. Seine Aufmerksamkeit galt einem anderen Ziel: Der Kolumbianer wollte seinen Vorsprung in der Bergwertung verteidigen und möglichst unbeschadet durch den Tag kommen. Schließlich ist ihm bewusst, dass die Schlusswoche seinen Konkurrenten noch deutlich mehr Möglichkeiten bietet, Punkte gutzumachen.
Entsprechend willkommen ist dem Profi von Bahrain Victorious der Ruhetag. „Ich bin sehr froh, dass morgen Ruhetag ist. Ich persönlich brauche ihn wirklich, und so sind wir bereit für die letzte Woche“, sagte Buitrago.
Der 26-Jährige hat bereits viel Energie in den Kampf um das gepunktete Trikot investiert. Zwar verschafft ihm sein derzeitiger Vorsprung einen gewissen Spielraum, als entschieden betrachtet Buitrago die Bergwertung deshalb aber keineswegs. „Ich denke, 29 Punkte Vorsprung sind nie genug, wenn man sieht, was noch kommt“, erklärte er.
Seine Vorsicht kommt nicht von ungefähr. Insbesondere die Königsetappe am Samstag bietet eine enorme Anzahl an Bergpunkten und besitzt damit das Potenzial, die Wertung noch einmal kräftig durcheinanderzuwirbeln. Buitrago geht deshalb davon aus, dass der Kampf bis zu den letzten Bergetappen offenbleiben wird.
„Es gibt zwei sehr entscheidende Etappen in dieser Vuelta, und die am Samstag vergibt fast 50 Punkte. Wir müssen gut regenerieren, sehr clever fahren und uns bis zum Ende verteidigen.“
Buitrago will mehr als das gepunktete Trikot
So wichtig die Verteidigung seiner Führung in der Bergwertung auch ist, Buitrago hat für die entscheidende Phase der Vuelta bereits ein weiteres großes Ziel ins Visier genommen: einen Etappensieg. „Ich peile definitiv einen Etappensieg an und werde es in dieser letzten Woche sicher noch einmal versuchen“, kündigte der Kolumbianer an.
Mit dem Bergtrikot und einem Etappensieg würde Buitrago aus einer ohnehin bereits starken Vuelta ein herausragendes Ergebnis machen. „Einen Etappensieg zu holen, wäre das i-Tüpfelchen, besonders mit diesem Trikot.“