„Ich kann endlich aufrecht sitzen“: Jonathan Milan wechselt 2026 von der Tour de France zum Giro d’Italia

Radsport
Sonntag, 25 Januar 2026 um 10:00
Jonathan Milan gewinnt im Grünen Trikot bei der Tour de France
Jonathan Milan wird seinen Punktetrikot-Titel bei der Tour de France im Juli nicht verteidigen. Lidl-Trek bestätigt eine strategische Neuausrichtung für die Saison 2026. Trotz eines starken Vorjahres mit zwei Etappensiegen und dem Grünen Trikot richtet der italienische Sprinter seinen Fokus auf den Giro d’Italia. Die Tour-Rolle als Sprintkapitän übernimmt Teamkollege Mads Pedersen.

Tour-Verzicht von Milan – Mehr Sprintchancen und Rosa-Jagd beim Giro

Die Entscheidung bedeutet eine klare Kursänderung für den 25-Jährigen, der in seine dritte Saison mit dem Team geht. Auch wenn der Verzicht auf die Tour nach seinem Erfolg überrascht, sieht Milan den Schritt als logische Balance zwischen Teamambitionen und eigenen Zielen.
„Das ist für mich nicht schwierig“, sagte Milan IDLProCycling auf die Frage, ob ihm der Tour-Verzicht schwerfalle. „Ich bin dafür, das Programm wieder zu ändern. Natürlich wäre es schön, erneut die Tour zu fahren, aber ich freue mich sehr auf die Rückkehr zum Giro. Dort gibt es viele Möglichkeiten für Sprinter, und wir kommen mit einem starken Lead-out.“
Der Schwenk zurück zur Corsa Rosa folgt einer besonderen Chance. Der Giro d’Italia 2026 startet mit einer historischen Grande Partenza in Bulgarien, und die Auftaktetappe endet flach – für den Italiener eine verlockende Option auf das ganz große Ziel.
„Nach der Pause sprichst du mit deinem Coach und setzt dir aus deiner Perspektive Ziele“, erklärte Milan. „Ich hatte schon gesehen, dass es im Giro mehrere schöne Etappen für Sprinter gibt, darunter die erste. Ich würde in Bulgarien sehr gerne das Rosa Trikot holen.“

Ein größer gewachsener Lead-out-Zug

Die personellen Veränderungen bei Lidl-Trek sind fast so markant wie der neue Rennkalender. Mit Jasper Stuyven zu Soudal-Quick-Step hat das Team den hochgewachsenen Deutschen Max Walscheid verpflichtet. Mit 1,99 Metern ist Walscheid einer der wenigen Fahrer im Peloton, die den 1,94 Meter großen Milan physisch überragen.
„Darüber bin ich wirklich froh, denn er ist ein sehr starker Typ“, lachte Milan. „Hinter Simone [Consonni] musste ich immer tief bleiben, hinter Max muss ich das nicht. Ich kann endlich aufrecht sitzen.“
Milan betonte, dass Flexibilität die größte Stärke des Zuges bleibt. „Wir starten bewusst früh in AlUla, um an der Reihenfolge zu arbeiten. Ich weiß, dass Max, aber auch Simone und Edward Theuns jede Rolle im Lead-out übernehmen können.“
Milans Kalender 2026 ist darauf ausgelegt, Form aufzubauen, ohne in die Überlastung zu rutschen, die ihn zuvor ausgebremst hat. Er beginnt beim AlUla Tour und der UAE Tour, bevor ein intensiver Frühjahrsblock folgt: Tirreno–Adriatico, Mailand–Sanremo, Gent–Wevelgem und Paris–Roubaix.
„Letztes Jahr war ich nach Tirreno schon etwas müde“, gab er zu und spielte auf seine Schwierigkeiten an den Anstiegen der Primavera 2025 an. Zu Mailand–Sanremo, wo er 2025 bergauf Probleme hatte, bleibt er optimistisch, aber realistisch: „Vieles hat sich geändert, aber [Mailand–Sanremo] ist ein Rennen, das ich liebe und in dem ich gut sein will. Die Cipressa und der Poggio werden heutzutage etwas anders gefahren als früher, aber wir müssen es trotzdem versuchen“, schloss er.
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