Alberto Contador machte keinen Hehl aus seiner Überraschung nach dem Auftritt von
Enric Mas am ersten großen Bergtag des Giro d’Italia 2026.
Der Spanier erlitt auf dem Weg zum Blockhaus eine schwere Krise und verlor in der Gesamtwertung sechs Minuten auf Jonas Vingegaard – ein Rückstand, der seine Ambitionen in der Rundfahrt komplett neu ordnet.
Der schlechte Tag von Mas deutete sich schon vor dem Schlussanstieg an. Der Movistar-Teamkapitän hatte am Vortag eingeräumt, dass er körperlich noch nicht bei 100 Prozent sei und hoffte, „einen komischen Tag“ zu vermeiden. Am Ende trat genau dieses Szenario auf einer besonders fordernden Etappe ein.
Alberto Contador brachte das Befremden am treffendsten auf den Punkt. Er kennt Enric Mas gut aus dessen Zeit bei der Fundación Contador. ‚El Pistolero‘ sagte, er sei schockiert gewesen, den Mallorquiner so früh in Schwierigkeiten zu sehen, und habe sich eine solche Situation nie vorgestellt.
Contador hätte nie gedacht, Mas so kämpfen zu sehen
„Ich habe ihn gesehen, wie ich es nie gedacht – oder erwartet – hätte“, sagte Contador bei
Eurosport, als er die Etappe analysierte. Er ergänzte, es habe schon vor dem Schlussanstieg einen Moment gegeben, der ihn am Zustand des spanischen Teamleaders zweifeln ließ.
„Da war dieser Moment an einer nicht kategorisierten Welle vor dem Blockhaus, hinten im Feld, und ich wurde unruhig – alle Alarmglocken läuteten“, sagte der Tour- und Giro-Sieger. Für Contador widersprach das Bild dem Profil eines Fahrers, der in den Grand Tours für Konstanz steht.
Der Ex-Profi schilderte zudem genau, was ihm in dieser Phase auffiel: „Er war da noch weit vom Ziel entfernt, auf einer sehr leichten Steigung, und man sah, wie er zwei, drei Meter zum Feld aufriss. Es war sehr merkwürdig, vor allem wegen des gequälten Gesichtsausdrucks.“
Zunächst dachte Contador, es könnte harmlos sein. „Man könnte meinen, er sei zum Auto gefahren, um eine Regenjacke und Gels zu holen, aber dafür sind seine Helfer da“, erklärte er. Später am Blockhaus bestätigte sich die Lage, als Enric Mas völlig aus der Gruppe der Favoriten zurückfiel.
Enric Mas muss auf Etappensiege umschalten
Die unmittelbare Folge des Einbruchs: Die GC-Hoffnungen des Spaniers sind stark geschrumpft. Er wurde Etappen-31., 5:47 Minuten hinter Jonas Vingegaard. In der Gesamtwertung ist er nun 28., nachdem auch Einer Rubios GC-Ambitionen bereits auf Etappe 5 verblasst waren. Contador sieht den Schlag für Fahrer und Team Movistar als besonders hart an.
„Für Enric und Movistar ist das ein heftiger Schlag gewesen. Sechs Minuten sind viel, und ab jetzt ändert sich die Herangehensweise von Movistar komplett – sie müssen auf eine Etappe gehen“, sagte er.
Trotzdem hält der Ex-Profi Mas nicht für völlig chancenlos im Kampf um die Top 10 des Giro, wenngleich er seine Ziele für den weiteren Verlauf neu justieren müsse. „Kann er noch einmal ins GC-Rennen zurückkehren? Es ist möglich, aber dann darf er keinen weiteren schlechten Tag haben. Der wahrscheinlichere Weg ist, sich für den Rest auf Etappen zu konzentrieren“, schloss Contador.