„Ich hätte mit meinem Schwiegervater Nägel eingeschlagen“ – Morten Nortoft schafft nach Visma-Aus den Sprung zu Alpecin - Premier Tech
Radsport
Statt auf Baustellen zu arbeiten, könnte Morten Nortoft künftig an der Seite von Mathieu van der Poel und Jasper Philipsen im WorldTour-Peloton fahren. Für den 24-jährigen Dänen war dieser Karriereschritt lange alles andere als selbstverständlich. Nachdem ihm der Aufstieg aus dem Nachwuchsteam von Visma - Lease a Bike verwehrt geblieben war, stand er vor einer Entscheidung: seinen Traum vom Profiradsport weiterverfolgen oder sich beruflich neu orientieren.
Nortoft entschied sich für einen letzten Anlauf – und wurde dafür belohnt. Am 30. Oktober bestätigte Alpecin - Premier Tech seine Verpflichtung für zwei Jahre bis Ende 2028. Damit endet eine Phase großer Unsicherheit, in der der Däne bereits ernsthaft darüber nachgedacht hatte, künftig im Baugewerbe mit seinem Schwiegervater zusammenzuarbeiten.
„Ich wollte nicht das Handtuch werfen“ – Nortoft verarbeitet die Enttäuschung bei Visma
„Es war sehr wahrscheinlich, dass ich, wenn es dieses Jahr nicht geklappt hätte, mit meinem Schwiegervater Nägel eingeschlagen hätte. Entweder das oder weiter Rad fahren“, verriet Nortoft im Interview mit TV 2 Sport.
Dabei hatte sein Weg in den professionellen Radsport zunächst vielversprechend ausgesehen. Mit dem Gesamtsieg beim Orlen Nations Grand Prix 2022, bei dem er auch eine Etappe gewann, machte Nortoft als U23-Fahrer auf sich aufmerksam. Seine Leistungen brachten ihm für die folgende Saison einen Platz im renommierten Nachwuchsteam von Jumbo-Visma ein.
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2023 und 2024 fuhr er für die niederländische Organisation und entwickelte sich sportlich weiter. In seinem zweiten Jahr gelang ihm unter anderem ein Etappensieg beim Course de la Paix Grand Prix Jeseniky. Dennoch erhielt er keine Gelegenheit, in die WorldTour-Mannschaft aufzusteigen.
Da Nortoft die Altersgrenze für die U23-Kategorie erreicht hatte, konnte er nicht länger im Nachwuchsteam bleiben. Ohne einen Anschlussvertrag beim WorldTour-Team von Visma - Lease a Bike schien sein ursprünglicher Karriereplan plötzlich gescheitert.
„Es fühlte sich an, als hätte sich im Radsport plötzlich alles gegen mich gewendet und wäre der Sprung ins Profilager auf einmal unmöglich geworden“, erinnerte sich der Däne. „Aber ich wollte deshalb nicht das Handtuch werfen.“
Zwei Jahre bei ColoQuick: Konstante Ergebnisse statt eines einzigen Durchbruchssiegs
Nortoft kehrte deshalb nach Dänemark zurück und schloss sich zur Saison 2025 dem Continental-Team ColoQuick an. Anstatt seine Ambitionen aufzugeben, nutzte er die Gelegenheit, sich mit überzeugenden Ergebnissen erneut für höhere Aufgaben zu empfehlen.
Bereits in seinem ersten Jahr gelangen ihm mehrere bemerkenswerte Platzierungen. Beim Circuit des Ardennes wurde er Fünfter der Gesamtwertung, beim Fyn Rundt belegte er Rang zwei und beim Giro Himledalen den dritten Platz. Auch bei der Tour of Denmark konnte er sich gegen Fahrer stärkerer Mannschaften behaupten. Dort erreichte er den 13. Gesamtrang und fuhr auf einer Etappe auf Platz vier.
Im Frühjahr 2026 setzte Nortoft diese Entwicklung fort. Im März wurde er Gesamtvierter bei der Olympia's Tour und belegte auf der Auftaktetappe den dritten Platz. Einen Monat später erreichte er beim Circuit des Ardennes ebenfalls Rang vier in der Gesamtwertung und wurde auf der dritten Etappe Zweiter.
Zwar blieb in der zweiten Saisonhälfte eine längere Serie weiterer Podiumsplatzierungen aus, doch Nortoft hatte inzwischen über einen längeren Zeitraum seine Qualitäten unter Beweis gestellt. Seine Ergebnisse knüpften an die starken Leistungen aus seiner U23-Zeit an und zeigten, dass er bei internationalen Etappenrennen regelmäßig um vordere Platzierungen kämpfen konnte.
Entscheidend war dabei nicht ein einzelner spektakulärer Sieg, sondern seine Konstanz. Trotz des Rückschlags nach seinem Abschied von Visma wollte Nortoft seine Möglichkeiten vollständig ausschöpfen, bevor er über ein Karriereende nachdenken würde.
„Ich fand, ich war zu gut, um aufzuhören“, erklärte er gegenüber TV 2.
Diese Beharrlichkeit zahlte sich schließlich aus. Mit Alpecin - Premier Tech erhält Nortoft nun jene WorldTour-Chance, die ihm bei Visma verwehrt geblieben war. Nach seiner bisherigen Laufbahn auf Continental-Niveau steht er 2027 erstmals vor einer Saison in der höchsten Radsportklasse.
„Es ist surreal, wenn man daran denkt, dass der Kindheitstraum wahr geworden ist. Plötzlich geht dieser Traum in Erfüllung“, sagte Nortoft über seinen Wechsel zum belgischen Team.
An der Seite von Van der Poel und Philipsen: Nortoft sieht seine Zukunft in den Ardennen
Bei Alpecin - Premier Tech wird Nortoft künftig mit Mathieu van der Poel und Jasper Philipsen zwei der bekanntesten Fahrer des internationalen Pelotons als Teamkollegen haben. Der Däne bringt allerdings ein anderes Fahrerprofil mit als die beiden etablierten Kapitäne.
Seine Stärken sieht er vor allem auf anspruchsvollem, hügeligem Terrain. Weder reine Flachetappen noch lange Hochgebirgsanstiege entsprechen seinen bevorzugten Bedingungen. Stattdessen fühlt er sich besonders auf Strecken wohl, die eine Kombination aus Ausdauer, Kletterfähigkeit und Endschnelligkeit verlangen.
„Ich bin wahrscheinlich ein echter Ardennenfahrer. Ich kann recht gut klettern, bin aber kein guter Bergfahrer. Auf flachem Terrain fahre ich gut, aber auch dort gehöre ich nicht zu den Besten“, erklärte Nortoft.
Ein Rennen hat er dabei bereits besonders im Blick: das Amstel Gold Race. Die zahlreichen kurzen Anstiege und das wechselhafte Streckenprofil könnten seinen Fähigkeiten entgegenkommen. Dass er bei kürzeren Etappenrennen wiederholt starke Gesamtplatzierungen erzielt hat, passt zu dieser Selbsteinschätzung.
„Weder die völlig flachen Tage noch die wirklich harten Tage liegen mir. Alles dazwischen passt mir meistens ziemlich gut“, sagte er. „Ich bin ein ordentlicher Zeitfahrer und habe einen guten Sprint. Die Amstel Gold Race würde mir ziemlich gut liegen.“
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WorldTour-Debüt 2027: Ein Kindheitstraum wird doch noch wahr
Zunächst muss sich Nortoft allerdings an die deutlich höheren Anforderungen der WorldTour gewöhnen. Der Rennkalender wird anspruchsvoller, die Konkurrenz stärker und die Rolle innerhalb einer Mannschaft mit etablierten Spitzenfahrern eine andere sein als bei ColoQuick.
Gerade bei den großen Klassikern dürfte sich vieles um die Kapitäne Van der Poel und Philipsen drehen. Nortoft wird deshalb zunächst beweisen müssen, dass er auch auf höchstem Niveau bestehen und sich innerhalb der Mannschaft seinen Platz erarbeiten kann.
Sein Vertrag bis Ende 2028 verschafft ihm dafür jedoch eine Perspektive, die nach dem Ende seiner Zeit bei Visma - Lease a Bike zunächst unerreichbar schien. Während zahlreiche Nachwuchstalente inzwischen direkt aus den Entwicklungsmannschaften in die WorldTour wechseln, musste Nortoft einen Umweg über den Continental-Radsport nehmen.
Dort sammelte er die nötigen Ergebnisse, um sich doch noch für die höchste Radsportklasse zu empfehlen. Aus einem Fahrer, der bereits über eine berufliche Zukunft im Baugewerbe nachgedacht hatte, ist damit ein künftiger WorldTour-Profi geworden.
Ein Start bei den Ardennen-Klassikern an der Seite einiger der größten Namen des Radsports ist für Nortoft nun keine ferne Hoffnung mehr, sondern ein realistisches sportliches Ziel.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








