Nairo Quintana durfte die letzte Vuelta a España seiner Karriere nicht fahren. Der Gesamtsieger von 2016 wurde von
Movistar Team zu Hause gelassen. Begründung: Die Präsenz des Kolumbianers passe nicht zum Ziel der Spanier, in den drei Wochen möglichst viele UCI-Punkte zu sammeln.
Die Beziehung zwischen Quintana und Movistar reicht bis zur Saison 2012 zurück, als der Kolumbianer sein WorldTour-Debüt bei der spanischen Formation gab.
Der kletterstarke Kolumbianer eroberte die Herzen der spanischen Fans sofort mit seiner offensiven Fahrweise. Zusammen mit seinem großen Talent machte ihn das vom ersten Tag an zu einem der Anführer des Teams.
Ein perfektes Match
Am Ende der Saison 2019 trennten sich die Wege. Doch als Quintanas Karriere nach einem umstrittenen Dopingvorwurf ihren Tiefpunkt erreichte, war es Movistar, das dem Kolumbianer ab 2024 erneut Schutz bot.
Und auch wenn ihm im Giro d’Italia 2024 auf Etappe 15 der große Abschlusscoup von keinem Geringeren als Tadej Pogacar verwehrt wurde, zahlte Quintana das Vertrauen des Teams weiter zurück – unter anderem mit dem prestigeträchtigen Gesamtsieg bei der Vuelta Asturias Julio Alvarez Mendo (2.1) in diesem Jahr.
Strategische Entscheidung gegen das Herz
In seinen weiteren Einsätzen wurde Quintana Siebter bei der Tour of Oman, 19. bei Tirreno–Adriatico sowie 21. bei der Tour de Romandie und der Tour de Suisse. Er gehörte teamübergreifend zu den verlässlichsten Movistar-Kapitänen. Und dennoch fehlte sein Name in der Nominierung.
„Nairo war für uns ein sehr wichtiger Fahrer, und es war eine schwierige Entscheidung, weil wir an das Team denken mussten, das wir zur Vuelta schicken“, sagte Sportdirektor Chente García Acosta gegenüber
Domestique.
Wie García Acosta betont, begünstigte die Lage in der
UCI-Rangliste leider keine Geschichten wie Quintanas Vuelta-Abschied. Movistar steht nicht schlecht da. Doch mit nur 500 Zählern Puffer müssen sie wachsam bleiben.
„Da gibt es die Frage der Punkte und unserer Position in der Tabelle. Am Ende geht es nicht unbedingt um ein wettbewerbsfähigeres Team, sondern um eines, das Punkte holt. Persönlich hätte ich ihn gern dabeigehabt, aber die Umstände sind, wie sie sind.“